(Foto: Liane Merkle)
Mudau. (lm) Nachdem sich die Gemeinde Mudau und der Gemeinderat intensiv mit den Strukturgutachten für die Wasserversorgung und Abwasserbehandlung beschäftigt haben, hielt es die Verwaltung für wichtig, sich im Rahmen einer Gemeinderundfahrt vor Ort mit dem Gemeinderat ein Bild zu machen. Die detaillierten Erläuterungen und Informationen der entsprechenden Fachleute in diesen Bereichen waren äußerst vorteilhaft. Nebenbei konnten sich alle Beteiligten davon überzeugen, wie wertvoll die unterirdische Infrastruktur in der Gemeinde Mudau ist.
Besuch des Tiefbrunnens 4
Am frühen Morgen startete der Bus unter der Führung des versierten Fahrers Gernot Grimm am Rathaus in Richtung Tiefbrunnen 4 in Mudau. Wasserwart Karsten Voigtländer erläuterte, dass diese Einrichtung bereits 1982 als Wasserwerk der Mudbachgruppe errichtet wurde. Ursprünglich wurde das Wasser zum Wasserturm Schloßau gefördert.
Nach dem Neubau des Hochbehälters „Stallenbirken“ wird aktuell mit der wasserrechtlichen Genehmigung zehn Liter pro Sekunde und maximal 800 Kubikmetern pro Tag gefördert. Derzeit werden täglich 400 Kubikmeter aus einer Tiefe von 84,1 Metern entnommen, wobei die Förderpumpen 45 Kubikmeter pro Stunde leisten. Voigtländer hofft, dass der Tiefbrunnen bis zum Sommer strom- und steuertechnisch komplett ertüchtigt sein wird, und dass eine gute Lösung für die Notstromversorgung gefunden werden kann.
Der Wasserturm Schloßau
Die Fahrt führte weiter zum Wasserturm Schloßau, der ebenfalls 1982 erbaut wurde, 32 Meter hoch ist und 440 Kubikmeter Wasser in zwei Kammern fasst. Er versorgt Schloßau, Waldauerbach, Scheidental, Reisenbach, Donebach, Mörschenhardt und den Ünglert. Obwohl dieser Wasserturm 2017 von außen saniert wurde, gibt es innere Probleme: Der Behälterboden ist feucht, und der zerstörte Beton sorgt dafür, dass es im Inneren feucht bleibt.
Aktuell wurde der Zähler erneuert, und die EMSR-Anlage steht ebenfalls zur Erneuerung an. Das Strukturgutachten sieht den Neubau eines großen Behälters vor, während Voigtländer sich wünscht, dass das Zwischenpumpwerk aus 1983 nicht stillgelegt wird, um Kosten für neue Förderleitungen zu sparen.
Einblicke in die Kläranlagen
Die Gemeinderäte und Ortsvorsteher suchten während der Rundfahrt Informationen von den Klärwärtern Michael Röckel, Manuel Haas und Heiko Schork über das 2010 in Betrieb genommene Pumpwerk Schloßau. Dieses transportiert umweltfreundlich zehn Liter pro Sekunde nach Mudau. Die Klärwärter sehen viele kaputte Kanäle als großes Problem. Dr. Rippberger lobte die innovative Arbeit des Teams, das der Gemeinde bereits viel Geld gespart hat.
Karsten Voigtländer erklärte anschließend, dass das 1983 gebaute Zwischenpumpwerk in Waldauerbach das Wasser zu den Hochbehältern Scheidental und Reisenbach befördert. Der Zustand des Gebäudes und der Technik ist besorgniserregend. Er plant, ein neues Fertiggebäude in der Nähe des bestehenden umzusetzen.
Zurück in Mudau erhielten die Teilnehmer wertvolle Informationen zum Hochbehälter Stallenbirken: Dieser besteht aus einem 1953 erbauten historischen Teil mit zwei Kammern von jeweils 180 m³ und einem 1997 gebauten Neubau mit einer 900 m³ Kammer. Das Wasser wird teilweise durch eine UV-Anlage gereinigt und muss mit Sauerstoff entsäuert werden. Die EMSR-Technik wurde bereits erneuert, und die Notstromversorgung ist abgeschlossen.
Den Abschluss der Rundfahrt bildeten die Kläranlagen Steinbach und Mudau. Während die über 50 Jahre alte Anlage in Steinbach noch zuverlässig arbeitet und eine Reinigungsleistung von 95 Prozent aufweist, gibt es Bedenken, diese Anlage zu schließen, um Fördergelder für den Ausbau der Mudauer Kläranlage zu erhalten.
Die Mudauer Kläranlage nutzt ein ähnliches System, jedoch in größerem Maßstab und setzt 1300 Kubikmeter Lavastein für die Reinigung ein. Das Team ist stolz darauf, jährlich 2200 Kubikmeter Naßschlamm selbst in 200 Tonnen Trockenschlamm umwandeln zu können, der von der BAG als Heizmittel für die Zementindustrie abtransportiert wird.
Auf dem Rückweg erfuhren die Gemeinderäte noch Details zur provisorischen Reparatur der Pumpe am Tiefbrunnen 6, dem Zustand am Hochbehälter Winterberg sowie den 12,7 Kilometern Förder- und 15,1 Kilometern Fallleitungen für die Bevölkerung von knapp 5.000 Bürgern. Zudem sind zukünftige Projekte geplant, um den Wasserturm Schloßau instand zu halten, das Zwischenpumpwerk Waldauerbach zu ersetzen und die Schächte in Ünglert, Unterscheidental und Reisenbacher Grund zu erneuern.
