„Schulz-Stiftung“ in Mudau vorgestellt

Unser Bild zeigt von links: Hannes Wolf, Hubert Wagner, Dr Rippberger, Susanne Everth-Schulz, Monika Möller-Stegerwald. (Foto: Liane Merkle)

von Liane Merkle
Mudau. „Größe ist nicht in Zentimetern zu messen“, von wem dieser weise Spruch stammt, ist nicht so schnell herauszufinden, aber nie hat er sich mehr bewahrheitet als in Bezug auf Susanne Everth-Schulz. Sehr zierlich, sehr klein, sehr bescheiden, saß sie ausgesprochen präsent und Ladylike im Podium des Mudauer Bürgersaals.

Und wirklich keiner konnte diese strahlende Erscheinung neben ihrer Freundin Monika Möller-Stegewald, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Steuerfachmann Hubert Wagner und Aurora-Geschäftsführer Hannes Wolf übersehen. Die Genannten hatten Interessierte eingeladen, um die Ziele und Zwecke der kürzlich gegründeten „Joachim und Susanne Schulz-Stiftung“ genauer vorzustellen.
Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“„Schulz-Stiftung“ in Mudau vorgestellt“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9638″] Zunächst ging Bürgermeister Dr. Rippberger nach seiner Begrüßung auf die Historie der Firma Aurora ein, die als größter Arbeitgeber der Gemeinde Mudau noch heute in vielfältiger Weise ein Segen für die Gemeinde sei. 1930 vom Vater des im letzten Jahr verstorbenen Ehrenbürgers Joachim Schulz in Leipzig und 1952 in Krefeld neu gegründet, siedeltet sie 1965 nach Mudau über. 1989 legte Joachim Schulz die Firma in die Hände der Holding und die Geschäftsführung von Hannes Wolf und zog sich ins Privatleben zurück.

Nun habe seine Witwe, Susanne Everth-Schulz, mit sehr viel Umsicht dafür gesorgt, dass das Vermögen der Eheleute nicht verloren geht, sondern in der genannten Stiftung für die Kommunen Amorbach und Mudau zum Segen wird, dessen Ziele und Zwecke Hubert Wagner aus Billigheim erläuterte.

Doch zunächst machte er deutlich dass der Vorstand, der sich zusammen setzt aus der Vorsitzenden Susanne Everth-Schulz (Amorbach), ihm selbst als 1. stv. Vorsitzenden (Billigheim), Monika Möller-Stegerwald (Amorbach) als 2. stv. Vorsitzende und Hannes Wolf (Buchen) als Mitglied, mit dieser Aufgabe auf Neuland begibt, das einiger schwieriger Sitzungen bedurft hatte.

Der Stiftungszweck dient nach Satzung nun ausschließlich gemeinnützigen Zielen zur Förderung der bürgerschaftlichen Projekte und Verantwortung sowie zur Mobilisation von Kräften der Innovation, die das Gemeinwesen in Amorbach und Mudau und deren Region, deren Definition noch genauer festgelegt werden muss, fördern. Als wichtigste Punkte nannte er die Förderung von Kunst, Kultur, Denkmalpflege, Wissenschaft und Forschung, Hilfsbedürftiger aller Altersklassen, Sport, Erziehung und Bildung, Landschaftspflege, Toleranz und Völkerverständigung.

Weiter erläuterte er den Anwesenden, dass die Stiftung ihr Vermögen nicht angreifen darf, sondern sich ausschließlich auf die Erträge aus diesem Vermögen beschränken muss, die nach Abzug aller Kosten auf über 240.000 Euro jährlich geschätzt werden. Auch hier betrete man Neuland und müsse voraussichtlich bis zum vierten Quartal dieses Jahres warten, um genauere Zahlen feststellen zu können. Das bedeute aber, dass man sich für 2011 in den Projekten auf Mudau und Amorbach beschränken will. In den Anträgen müsse der Mehrwert ebenso ersichtlich sein wie der aktive Beitrag der Begünstigten.
Möglich wäre auch Tourismusförderung von Amorbach und Mudau, bevorzugt natürlich in kooperativen Projekten. Nach Anfrage von Hans Slama wäre z. B. der Ausbau der kulturhistorischen Rundweges ein mögliches Förderungsziel. Weiter seien auch Spenden an anerkannte gemeinnützige Einrichtungen oder Zweckverbände denkbar.

Nicht gefördert würden die Pflichtaufgaben der öffentlichen Hand oder sich regelmäßig wiederholende Bezuschussungen. Auf die Anmerkung von Mudaus Ortsvorsteher Klaus Erich Schork, dass man sich gefreut hätte, wenn auch Mudau im Vorstand oder Kuratorium vertreten gewesen wäre, meinte Hannes Wolf, dass die personenbezogene Neutralität der Stiftung durchaus von Vorteil für Mudau zu werten sei. Vorerst habe man beschlossen, dass Anträge mit Projektbeschreibung, Träger, Antragssumme und Mittelverwendung formlos an die Joachim und Susanne Schulz-Stiftung, c/o Aurora Konrad G. Schulz GmbH & Co., Südring 4, Mudau zu stellen seien und ausschließlich vom Vorstand innerhalb des Rahmens der Satzung und finanziellen Möglichkeiten entschieden werden.
Als grobe Richtlinie habe man an 40 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel für Mudau und 60 Prozent für Amorbach gedacht.

Ralph Müller machte den überdenkenswerten Vorschlag, die Anträge über die Bürgerstiftung Mudau als „Kanalisation“ laufen zu lassen, wobei Möglichkeiten in dieser Richtung zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden.

Dem Vorstand steht ein beratendes Kuratorium zur Seite, dem neben Landrat Dr. Achim Brötel (Buchen) auch Dr. Lars Bühring (Köln), Vorsitzende Dunja Braun (Mannheim), Ingeborg Eichhorn (Amorbach), Dr. Wolgang Meister (Weilbach) und Heidemarie Rogge (Amorbach) angehören.
„Wir hoffen, dass wir mit Frau Everth-Schulz zusammen etwas geschaffen haben, was dem Raum hilft, Dinge zu realisieren, die man sonst nicht hätte realisieren können“, schloss Hubert Wagner die Vorstellungsstunde und sprach dem dankbaren Bürgermeister aus dem Herzen, der ebenso wie die anwesende interessierte Bürgerschaft die ganz besondere Chance für Mudau und Amorbach erkannt hatte.

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