Aus erster Hand vom Holocaust erfahren

HSG-Schüler beim Zeitzeugengespräch in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

HSG Zeugin

Professorin Dr. Susan Cernyak-Spatz während des Vortrags (Foto: Fabian Lemberger) 
 

Heidelberg/Eberbach. (pm) Zu einem bewegenden Vortrag wurden die Schülerinnen und Schüler des Neigungskurses  Geschichte von OStR Bernhard Schell in der letzten Woche in die Gedenkstätte in Heidelberg eingeladen. An diesem Tag war Professorin Dr. Susan Cernyak-Spatz mit einem Bericht über ihre Zeit im KZ Auschwitz zu Gast.

Professorin Dr. Susan Cernyak-Spatz, Jahrgang 1922, erzählte in eindrucksvollen Worten über ihre Erlebnisse in den Lagern Theresienstadt und Auschwitz, in das sie im Januar 1943 verschleppt wurde. Durch die Beschäftigung als sogenannter Funktionshäftling, zuerst in der Schreibstube und später im Effektenlager, dem „Kanada“, wo die Habseligkeiten der Häftlinge gesammelt und gelagert wurden, überlebte sie die lange Lagerzeit.



In ihrem Vortrag wurde deutlich, von wie vielen Zufällen das tägliche Überleben abhängig war, um von den Außen-  in ein Innenkommando zu kommen. Nur hier gab es eine Chance zu überleben. In ihrem 90-minütigen Vortrag wurde den gebannt lauschenden Zuhörern klar, dass es nicht nur die Guten oder die Bösen gab, sondern auch viel Grau sowohl aufseiten der SS, aber auch der Häftlinge.

Nach der Räumung des Lager Auschwitz wurde sie, wie viele zehntausend andere Häftlinge auch, auf die sogenannten Todesmärsche in Richtung Westen geschickt, wo sie am 2. Mai von den Amerikanern befreit wurde.

Die hochbetagte Professorin Dr. Susan Cernyak-Spatz sprach sich vehement gegen vergessen oder leugnen der Shoa aus und machte deutlich, dass es Hauptziel der Deutschen war,  die Juden bis zum letzten Moment wirtschaftlich und materiell auszubeuten. Nur so hätten die Deutschen die Niederlage so lange hinaus zögern und den 2. Weltkrieg um millionenfaches Leid verlängern können.

Langandauernder Applaus beendete diesen eindrucksvollen Zeitzeugenvortrag.

 HSG Zeitzeugen

Die HSG-Schüler sind gespannt, was sie erwarten wird (Foto: Bernhard Schell)

Infos im Internet:

www.hsg-eberbach.de

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