„Legal Highs“ im Sozialausschuss

Hoher Aufklärungsbedarf: Vermeintlich legal ist nicht gleichzusetzen mit ungefährlich

Stuttgart. Mit den Gefahren scheinbar legaler Drogen, den „Legal Highs“, hat sich der Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren in seiner Sitzung am Mittwoch, 28. Mai 2014, beschäftigt. Dies teilte die Grünen-Abgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel mit. „Hier haben wir noch einen hohen Aufklärungsbedarf. Vermeintlich legal darf keinesfalls gleichgesetzt werden mit ungefährlich“, betonte sie.

Laut Charlotte Schneidewind-Hartnagel werden immer mehr sogenannte „Legal Highs“, vermeintlich legale Drogen, auch in Baden-Württemberg konsumiert. Bei dem Begriff „Legal Highs“ handele es sich um eine Szenebezeichnung, die eine Scheinlegalität und Verharmlosung der auf dem Markt befindlichen Substanzen vermittle. Dahinter steckten Produkte, die als „Kräutermischungen“, „Badesalze“ oder „Pflanzendüngermittel“ deklariert seien und in Form von Kräutern, Pulvern, Tabletten oder Kapseln als legale Alternativen zu den gängigen Betäubungsmitteln in einschlägigen Internet- und sogenannten Smart-Shops angeboten würden. „Diese Rauschsubstanzen sind Derivate bekannter Betäubungsmittel, die nicht mehr den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes unterliegen“, erläuterte die Sozialpolitikerin. Auf Initiative des Bundeskriminalamts und der Länder im Jahr 2013 sei festgelegt worden, dass der Begriff „neue psychoaktive Substanzen“ (npS) für diese Wirkstoffe zu verwenden sei.

Die todesursächlichen Folgen von Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen und in Folge toxischer Wirkungen von vorwiegend nicht medizinisch verwendeten Substanzen haben sich innerhalb des Zeitraums 2008 bis 2012 erhöht. „Doch auch über die ambulante Suchthilfe kann es derzeit keine systematische Erfassung des Konsums von npS geben“, so Schneidewind-Hartnagel. Die üblichen Wirkungen und Nebenwirkungen der npS würden denen schon bekannter psychoaktiver Substanzen wie beispielsweise Cannabis-Inhaltsstoffen oder synthetischen Betäubungsmitteln gleichen. „Das aktuelle Wissen reicht aus, um zu erkennen, dass npS keineswegs ungefährlich und auch nur eingeschränkt legal sind“, unterstrich die Landtagsabgeordnete. Im Ausschuss sei übereinstimmend die Meinung vertreten worden, dass hier verstärkt Aufklärungsangebote gemacht werden müssten. Der Ausschuss wolle sich auch über die Ergebnisse einer vom Justizministerium geplanten Podiumsdiskussion zu diesem Thema informieren.

Eine Informationsveranstaltung im Wahlkreis zum Thema „Legal Highs“ in Zusammenarbeit mit dem Suchtpolitischen Sprecher der grünen Fraktion, Josha Frey, ist in Planung. „Auch für neue psychaktive Substanzen (npS) gilt der Ansatz jeder gelingenden Suchtberatung:  Information und Prävention vor Repression“, so Schneidewind-Hartnagel abschliessend.

 

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