Höhere Zuschüsse für Energieberatung

Antrag durch zertifizierten Berater / Komplettsanierung oder Einzelschritte möglich

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Der Großteil der Energiekosten geht in Wohngebäuden auf das Konto von Heizung und Warmwasser. Wer die Energieeffizienz verbessern will, kann sich von einem Fachberater ein Sanierungskonzept erstellen lassen. Der Bund zahlt dafür jetzt bis zu 60 Prozent Zuschuss, wie Uwe Ristl, Leiter der Energieagentur Neckar Odenwald Kreis, mitteilt.

Trotz derzeit gesunkener Brennstoffpreise sind die Kosten für Strom und Heizenergie noch immer beträchtlich. Trotzdem scheuen sich viele Hausbesitzer vor der Ursachendiagnose und den eventuellen Kosten für Sanierungsmaßnahmen. Deshalb wäre der erste Schritt eine umfassende und objektive Beratung: „Die erhöhten Zuschüsse für die Vor-Ort-Beratung, die das Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – kurz BAFA – jetzt zahlt, sind deshalb Balsam für des Hausbesitzers Herz“, ist Uwe Ristl überzeugt.

Wie funktioniert es? Um finanzielle Unterstützung vom BAFA zu bekommen, muss der Eigentümer, Mieter oder Pächter einen zertifizierten Energieberater beauftragen. Dieser stellt den Förderantrag. „Der Auftraggeber entscheidet, ob er ein komplettes Sanierungskonzept oder einen schrittweisen Sanierungsfahrplan haben möchte“, erklärt Uwe Ristl. Nach der Zusage kann es losgehen: Der Berater nimmt relevante Gebäudeteile wie Wände, Fenster, Dach und Kellerdecke in Augenschein und begutachtet auch die Heizungsanlage. Sind alle Daten erfasst, erstellt er einen Energieberatungsbericht mit konkreten Sanierungsvorschlägen und bespricht schließlich alles mit dem Auftraggeber.

Die BAFA-Fördersumme mindert direkt die Rechnung des Energieberaters. Bis zu 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten werden erstattet; für Ein- und Zweifamilienhäuser wurde der Zuschuss im Vergleich zur alten Richtlinie verdoppelt und liegt nun bei der Grenze von 800 Euro, für Wohnhäuser mit drei und mehr Wohneinheiten bei 1.100 Euro. Lassen sich Wohnungseigentümergemeinschaften den Energieberatungsbericht zusätzlich in einer Versammlung erläutern, wird ein Honorar bis 500 Euro dafür zu 100 Prozent bezuschusst. „Mit dem erhöhten BAFA-Zuschuss lohnt ein kritischer Blick auf den energetischen Zustand des Hauses jetzt erst recht“, ermuntert der Agenturleiter bislang zurückhaltende Eigentümer. Welche Maßnahmen dann tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, entscheidet der Gebäudeeigentümer selbstverständlich selbst.

Den Förderantrag muss ein Energieberater stellen, der Auftraggeber selbst darf es nicht. „Und dieser Energieberater muss über die notwendige fachliche Qualifizierung verfügen und unabhängig sein“, so Ristl. Eine spezielle Expertenliste fürs ganze Bundesgebiet gibt es online. Für das Gebäude selbst muss vor dem 31. Januar 2002 der Bauantrag gestellt beziehungsweise eine Bauanzeige erstattet worden sein. Außerdem dürfen nicht mehr als 50 Prozent der Räume nachträglich an- oder umgebaut worden sein und mehr als die Hälfte der Fläche muss aktuell zum Wohnen genutzt werden.

Energetische Maßnahmen rechnen sich aufgrund steigender Energiekosten oftmals bereits nach einigen Jahren und schonen die Umwelt. Interessierte erhalten bei der Energie-STARTberatung in verschiedenen Rathäusern erste Informationen zu vielen Themenbereichen rund ums Energiesparen. Anmeldung zur Energie-STARTberatung  bei der EAN unter Telefon 06281/906-880 oder online unter www.eanok.de/aktuelles/energiestartberatung  

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