Neckar-Odenwald-Kreis reagiert auf Marktknappheit und baut eigene Sanitärcontainer zur Versorgung von Flüchtlingen
Buchen. (pm) Aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen sind insbesondere Container mit Sanitärausstattungen wie Duschen oder Toiletten kaum mehr auf dem Markt verfügbar oder es muss mit langen Lieferzeiten gerechnet werden. Deshalb haben die Verantwortlichen im Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis vor wenigen Wochen beschlossen, selbst tätig zu werden und eigene Container zu bauen. Unter dem Projektnamen „NOKtainer“ werden daher vier solcher Container gebaut, wobei der erste diese Woche komplett fertiggestellt wurde. „Ohne kreative Ideen und die Entschlossenheit, diese auch umzusetzen, werden wir die aktuelle Situation kaum bewältigen. Deshalb macht es mich wirklich stolz, dass wir dank der Tatkraft unserer Mitarbeiter und Partner innerhalb weniger Wochen die Idee eigener Sanitärcontainer realisiert haben“, sagte Landrat Dr. Achim Brötel bei der Abnahme des ersten Containers.
Geplant und gebaut wurden die Container von Haustechnikern des Landkreises in Zusammenarbeit mit der von Geschäftsführer Manfred Ballweg-Moe geleiteten Zimmerei Holzwurm in Buchen. Dabei besteht das Grundgerüst der Container aus drei verzinkten Strahlrohrrahmen, deren Zwischenräume mit isolierenden Sandwichpaneelen ausgekleidet wurden. Der Innenausbau wurde mit Grobspanplatten ausgeführt, auf die durchgehend wasserfeste PVC-Folie verklebt wurde. Ausgestattet sind aktuell zwei Container mit jeweils fünf Duschkabinen und vier Waschbecken. Ein Elektroboiler stellt die Versorgung mit warmem Wasser sicher und zwei Heizkörper sorgen für die notwendige Raumtemperatur in den Wintermonaten.
Ausgeführt wurden die Arbeiten unter der Leitung von Vorarbeiter Dominik Schell sowie Steffen Schwarzinger von der Firma Holzwurm. Auf Seiten des Landkreises lag die Leitung bei Haustechniker Heinz Mann. Beim Innenausbau legten die Haustechniker Alfred Fadler und Viktor Reer (Elektrik), Ronny Möller (Gas, Wasser) und Dirk Seitz (Schreinerarbeiten) Hand an und führten die Arbeiten fachmännisch aus.
Gelobt wurde bei der Abnahme nicht nur die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Firma Holzwurm, sondern auch die gute Abstimmung innerhalb der Mitarbeiter des Landkreises. „Auch hier zahlt es sich aus, dass wir bei Einstellungen sehr genau hinschauen und so auf eine enorme Bandbreite an Kompetenzen zurückgreifen können“, unterstrich Landrat Dr. Brötel, der allen Beteiligten herzlich dankte. Die beiden fertiggestellten Container werden nun zunächst zwischengelagert und dann bei einer der geplanten Interimsunterkünfte des Landkreises eingesetzt. Dann wird auch über den Innenausbau der beiden weiteren Container entschieden.

Der erste „NOKtainer“ wurde diese Woche von Mitarbeitern der Firma Holzwurm und Haustechnikern des Landkreises an Landrat Dr. Achim Brötel übergeben. Zum Einsatz kommen wird der voll ausgestattete Sanitärcontainer an einer der Interimsunterkünfte des Landkreises für Flüchtlinge. (Foto: pm))
