Mit Geheimrezept zu doppeltem Silber

Vater und Sohn sind neue Deutsche Vizemeister – Exakt gleiches Ergebnis für Florian und Martin Hildenbrand

(ch) Kurz nach den Olympischen Spielen in Rio, in denen das Sportschießen durch mehrere Medaillen für Aufmerksamkeit sorgte, fanden in München die Deutschen Meisterschaften statt. Wie
bei den Olympischen Spielen, erfordert die Teilnahme an diesen Meisterschaften das Erreichen von Limits in mehreren Vorausscheidungen.

Seit vielen Jahren qualifiziert, mit mehreren Gold- Silber- und Bronzemedaillen ausgezeichnet und ein fester Bestandteil der Deutschen Meisterschaften trat auch dieses Jahr Martin Hildenbrand in den Disziplinen Luftgewehr, Armbrust und Zimmerstutzen an. Für Florian Hildenbrand war es die vierte Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft in den Einzelwettbewerben. Er qualifizierte sich für die Wettkämpfe: Armbrust, Kleinkaliber 100m, Kleinkaliber mit Zielfernrohr sowie mit dem Zimmerstutzen.

Den Auftakt machte Martin Hildenbrand mit dem Luftgewehr. Reichte es im Einzelwettkampf nicht für das Treppchen, gelang es dennoch mit der Mannschaft einen zweiten Platz und damit den Titel „Deutscher Vizemeister“ zu erzielen. Florian Hildenbrand legte im Kleinkaliber mit Zielfernrohr nach und bot eine gute Leistung, die jedoch noch nicht für ein Edelmetall reichen sollte.

Einen Tag nach dem Mannschaftserfolg im Luftgewehr ging Martin Hildenbrand mit dem Zimmerstutzen an den Start. Mit einer starken ersten Serie (97 von möglichen 100 Ringen bei zehn Schuss auf 15m) sammelte sich bereits eine Gruppe von Zuschauern hinter seinem Schützenstand. Die beiden folgenden Serien zu je zehn Schuss mit 91 und 93 Ringen ergaben ein Gesamtergebnis von 281 Ringen und bedeuteten den zweiten Rang in der Gesamtwertung – ringgleich mit dem Sieger, der nur aufgrund einer besseren letzten Serie Gold gewann Kontrahenten – konnte Martin Hildenbrand somit den Titel „Deutscher Vizemeister“ erneut für sich beanspruchen.

Einige Tage später begann das Turnier für beide Sportschützen früh morgens um 08.00 Uhr mit der Armbrust, wobei es leider nicht für eine vordere Platzierung reichte. Dennoch war dieser frühe Start für Florian Hildenbrand ein Vorteil für den darauf folgenden, ihm wichtigsten Wettbewerb im Zimmerstutzen.
Um 16.45 Uhr ertönte dann das Kommando „Start“ für die besagte Diziplin. Florian Hildenbrand begann mit einer durchwachsenen 92-er Serie, die für eine vordere Platzierung zunächst keine optimale Voraussetzung bot, jedoch durchaus noch Chancen offen ließ. Dies im Hinterkopf, steigerte sich Florian mit einer zweiten Serie von 94 Ringen und legte in der dritten und letzten Serie sogar nochmals mit einer 95-er Serie nach. Gesamtergebnis: 281 Ringe, genau wie sein Vater einen Tag zuvor und ebenfalls ein vorübergehender zweiter Platz in der Gesamtwertung. „Vorübergehend“ daher, weil in diesem Wettkampf noch weitere Teilnehmer an den Start gingen. Spannung und Nervenkitzel war somit angesagt. Die Konkurrenten über die elektronische Schussanzeigen beobachtend, kristallisierten sich zwei Schützen heraus, die Florian Hildenbrand gefährlich nah kamen. Beide zeigten jedoch mit ihrem jeweils letzten Schuss Nerven und konnten das Ergebnis von Florian Hildenbrand nicht überbieten. Somit stand auch er als Deutscher Vizemeister in derselben Disziplin mit demselben Ergebnis und demselben Sportgerät fest wie zuvor der Vater. Wie eng es dabei aber zuging zeigte jeweils der letzte Schuss mehrerer Schützen. Florian Hildenbrand schoss dabei mit einer 10,0 am besten, weshalb die Silbermedaille mehr als verdient ist. Eine 9,9 – und damit nur um eine Haaresbreite schlechter – hätte nicht einmal für Bronze gereicht.

Auch in der Mannschaftswertung ging es sehr knapp zu. Florians Mannschaft, dem SSV Spechbach, mit den beiden Schützen Timo Braun und Dirk Schöder, fehlten nur fünf Ringe für einen Medaillenplatz.

Der Erfolg der Hildebrands kam aber nicht von ungefähr. Die Disziplin Zimmerstutzen ist eine Wissenschaft für sich, in der es sehr stark auf das richtige Material und dessen Zusammenspiel mit dem Sportler ankommt. Florian und Martin Hildenbrand hatten mehrere Monate hart an der Auswahl von Hülsen, Kugeln und einem Geheimrezept gearbeitet. Mehrere Munitionstests, zahlreichen Trainingseinheiten und akribische Vorbereitung machten den Erfolg von Vater und Sohn erst möglich. In zeitaufwändiger Kleinstarbeit wog man die Kugeln mit einer Apothekenwaage auf das tausendstel Gramm ab, testete diese mit dem Sportgerät und sorgte so für optimale Wettkampfbedingungen. Hinzu kam eine Geheimzutat, die bereits in München von vielen Sportkameraden gerne in Erfahrung gebracht worden wäre. Diese bleibt jedoch bis auf weiteres Familiengeheimnis.

Vater und Sohn wurden nach Ihrer Rückkehr von der Familie, Freunden und Bekannten mit einer kleinen Überraschungsparty empfangen. Bei Speis und Trank lauschte man neugierig auf das, was die beiden Deutschen Vizemeister aus München zu berichten hatten. Wir gratulieren Florian und Martin Hildenbrand ganz herzlich zu Ihren Erfolgen.

Mit Geheimrezept zur Silbermedaille. (Foto: privat)

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