Christian Trunk schafft WM-Qualifikation

Der lange Weg – 10.000 Kilometer bis zur Weltmeisterschaft

Rügen.  Am ergangenen Sonntag fand auf der Ostseeinsel Rügen der „Ironman 70.3“ statt. Bei diesem Triathlon über die Mitteldistanz wurden auch Startplätze für die Weltmeisterschaft 2017 vergeben, sodass eine sehr starke Konkurrenz am Start war. Mit dabei auch der Odenwälder Christian Trunk aus Schloßau.

Beim Mitteldistanz-Wettbewerb müssen die Athleten die ersten 1,9 Kilometer schwimmend bewältigen, bevor der Sportler 90 Kilometer mit dem Rennrad hinter sich bringen muss. Krönender Abschluss ist ein Halbmarathon über gut 21 Kilometer. Für die Gesamtdistanz benötige der 22-jährige Triathlet Christian Trunk 4:17 Stunden. Mit diesem hervorragenden Ergebnis durfte Trunk den Sieg in der Altersklasse 18-24 und damit die Qualifikation für die WM in Tennessee/USA bejubeln.
Gemeinsam mit seinem Bruder und dem mehrfachen Ironman-Sieger und Europameister Timo Bracht, reiste der Schloßauer bestens vorbereitet bereits zwei Tage vor dem Rennen in den hohen Norden. Dort galt es zunächst, sich mit den örtlichen Gegebenheiten und der Strecke vertraut zu machen. Dass eine Eingewöhnung auch notwendig war, zeigte sich schon bei den ersten Schwimmzügen in der Ostsee. Durch das warme Sommerwetter der letzten Wochen waren sehr viele Quallen in Strandnähe geschwemmt worden, weshalb das Schwimmen eher einem „Bällebad“ aus lauter Quallen glich. „Bei jedem Schwimmzug erwischte man eine Qualle und beim Atmen verirrten sich die schwabbeligen Tiere ins Gesicht. Zum Glück waren es nur kleine, ungefährliche Tierchen. Aber den Ekelfaktor musste man trotzdem überwinden“, so Trunk. Während des Rennens waren die Quallen daher keine Behinderung mehr, sodass der Odenwälder unbeeindruckt durch die Fluten schwamm.

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 Die Radstrecke führte über einen 45 Kilometer langen Rundkurs, der zweimal zu absolvieren war. Die Runde führte durch die wellige Landschaft ohne große Steigungen rund um Binz, Bergen und Putbus und versprach daher schnelle Zeiten. Dennoch war ein ein gutes Tempo- und Körpergefühl gefragt, um ein gleichmäßiges und hohes Tempo zu fahren. Am Renntag schaffte Christian Trunk einen Schnitt von knapp 40 km/h, womit er deutlich schneller unterwegs war, als die Konkurrenten und der Grundstein für den Sieg gelegt war.
Dieser kam auch auf dem abschließenden Halbmarathon nicht mehr in Gefahr. Dieser Lauf musste ebenfalls auf einem Rundkurs absolviert werden, der über die Strandpromenade von Binz zum Schmachter See und zurück führte. Aufgrund des tollen Wetters säumten viele Zuschauer die Strecke und sorgten für eine einzigartige Atmosphäre. Diese Stimmung und die tolle Landschaft mit Ostsee und den berühmten Kreidefelsen machten den Ironman 70.3 auf Rügen zu einem tollen Erlebnis, betonte Christian Trunk nach dem Zieleinlauf.
Für Christian Trunk war es ein langer Weg, der vor elf Monate mit der Vorbereitung für die Saison 2016 begann, die jetzt mit diesem Rennen beendet wurde. In umfangreichen Trainingsblöcken kamen bis zu 25 Stunden Training pro Woche zusammen, die der Student neben Studium und Nebenjob unterbringen musste. Die wichtigsten Phasen der Vorbereitung im Februar und April verbrachte der Athlet in Spanien, wo bei milden Temperaturen ein qualitativ besseres Training stattfinden kann, während im heimischen Odenwald normalerweise noch der Winter regiert.

Die Entscheidung, die WM-Qualifikation in Angriff zu nehmen, fiel erst im Laufe des Sommers. „Meine Ergebnisse zu Beginn der Saison waren besser als ich insgeheim gehofft hatte. Da dann meine Formkurve immer weiter nach oben zeigte, beschloss ich, die Qualifikation in Angriff zu nehmen. Nun bin ich sehr erleichtert, dass ich diese Herausforderung relativ mühelos geschafft habe“, freute sich Trunk.

Die „Ironman 70.3“ Weltmeisterschaft findet im September 2017 in Tennessee/USA statt. Nun heißt es regenerieren, bevor in vier Wochen der Startschuss für eine lange, knapp einjährige Vorbereitungszeit fällt. „Bis ich für die WM bereit bin, muss ich über 10.000 Trainingskilometer im Wasser, auf dem Rad oder auf zwei Füßen hinter mich bringen“, beschreibt Ausdauersportler Christian Trunk abschließend die notwendigen Strapazen.


(Foto: privat)

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