Mudau: Gemeinderat verabschiedet Harald Grimm

(Foto: Liane Merkle)

Bürgermeisterwahl im Oktober – Schwesternhaus weicht Kinderbetreuung

Mudau. (lm) Wie bei Millionenprojekten in öffentlicher Zuständigkeit derzeit meist üblich, muss auch die ursprüngliche Kostenplanung für den Gesamtumbau des Mudauer Rathauses trotz erkennbarem Sparwillen durch die Gemeindeverwaltung nach oben korrigiert werden.

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So nahm der Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung im örtlichen Feuerwehrgerätehaus die von der Verwaltung vorgeschlagenen und bereits im Vorfeld mit dem Ing.-Büro Ecker Architekten besprochenen Mehraufwendungen, sowie Einsparpotentiale zur Kenntnis. Beschlossen wurden außerdem die Vergaben für folgende zusätzlichen Maßnahmen: Die Durchführung des Blower-Door-Testes für die Überprüfung der Abdichtungsarbeiten im Bürgersaal zum Auftragspreis in Höhe von 2.380 € brutto, weiter beschränkte Ausschreibungen für die Überarbeitung der Parkettböden und die Erneuerung der Fensterbänke.

Mit der Lieferung und Montage des Flachbildschirmes im Bürgersaal zum Auftragspreis in Höhe von 22.085,63 Euro wurde die Firma Leinweber aus Adelsheim beauftragt und für den Einbau der elektrischen Zutrittskontrolle soll eine beschränkte Ausschreibung erfolgen. Zugestimmt wurde auch dem Nachtragsangebot der Fa. Licht-Concept GmbH für Elektro-Installation aus Walldürn zum Preis von 5.600 Euro und schließlich wurde die Verwaltung zur Beschaffung der Kücheneinrichtungen für Bürgersaal und Sozialraum für Kosten in Höhe von 8.330 Euro ermächtigt.

Andererseits könne man aus Sicht der Verwaltung im Rahmen anderweitiger Vergaben mit einem Einsparpotential von 15.845 Euro kalkulieren. Bereits mehrfach hatte sich der Gemeinderat in vorangegangenen Sitzungen mit der Frage beschäftigt:

„Wo in Zukunft die notwendigen Plätze für die Betreuung von Kindern U3 und Ü3 bereitgestellt werden“. Nachdem nun zwischenzeitlich mehrere Varianten zusammen mit einem Architekturbüro untersucht und auch Unterbringungen in Räumlichkeiten der Grundschulen Mudau und Schloßau mit entsprechenden Umbaumaßnahmen (Kosten je ca. 3 Mio.-Euro) ins Kalkül gezogen wurden, beide Schulen funktionieren jedoch sehr gut und sollen nicht geschlossen oder reduziert werden, darum sprach man sich für eine Lösung am Kindergarten Mudau aus.

Auf dem bestehenden Gelände nach Abriss des Schwesternhauses will man einen Neubau für die Betreuung der o.a. Kinder errichten. Hierzu wurde die Verwaltung beauftragt, mit der Kirchengemeinde Mudau als Bauträger weitere Schritte zur zügigen Umsetzung anzugehen. Bis Ende September soll der Förderantrag gestellt sein. Als Provisorium werden Räumlichkeiten für die Kinder U3 in der Grundschule Mudau nach dem Auszug des Rathauses im Sommer vorbereitet.

Wie Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger mitteilte, sei von der Seelsorgeeinheit Mudau und der Verrechnungsstelle bereits Zustimmung signalisiert und die Bereitschaft zu einer anteiligen Kostenübernahme von zehn Prozent angeboten worden.

Mit einem Gesamtvolumen von 711.992 Euro stellte der Gemeinderat die Kosten für die Erschließung des Baugebietes „Brückengut III“ fest. Die inzwischen abgenommene Maßnahme wurde durch die Firmen Meny-Bau aus Mosbach und der Netze BW bautechnisch realisiert. Ebenfalls festgestellt wurden Kosten für die in zwei Bauabschnitten durchgeführte Umstellung der Straßenbeleuchtung in der Gesamtgemeinde auf LED-Technik mit 318.729 Euro. Im Rahmen einer Baufeldfreimachung (Abbruch und Entsorgung der vorhandenen Gebäude) durch die Firma Leis Abbruch & Recycling aus Walldürn auf dem Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei in Mudau entstanden Gesamtkosten von 162.125 Euro, stellte das Gemeindegremium fest.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurden auch die Kosten für die Neugestaltung des Dorf- und Kinderspielplatzes in Steinbach mit 64.592 Euro festgestellt. Beschlossen wurde auch, dass nach der Umstellung von über 700 Straßenlampen auf LED in allen Ortsteilen die halbnächtigen Straßenlampen einheitlich bis 23.30 Uhr brennen sollen. Die Ganznachtbeleuchtung soll sinnvoll gem. der technischen Möglichkeiten erweitert werden nach Abstimmung mit den Ortschaftsverwaltungen.

Für die am 26. Mai 2019 stattfindenden Kommunalwahlen/Europawahl setzt sich nach erfolgter offener Abstimmung der Gemeindewahlausschuss zusammen aus Herbert Münkel als Vorsitzender (Bernhard Grimm persönl. Stv.), Eugen Friedel als stv. Vorsitzender (Gerhard Sammet persönl. Stv.) sowie die Mitglieder Stefan Galm und Herbert Knapp (Persönliche Stv. Dr. Edmund Link und Ayleen Cichy). Da die jetzige Amtszeit von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger am 13. Januar 2020 ausläuft wurde unter Leitung von Bürgermeisterstellvertreter Gernot Grimm als Termin für die Bürgermeisterwahl der Sonntag, 27. Oktober 2019 und für evtl. Neuwahl der Sonntag, 10. November 2019 festgelegt.

Unter dem Punkt „Bekanntgaben“ erfuhren die Anwesenden, dass 22 neue Flüchtlinge in Mudau aufgenommen werden sollen, was das Gremium als große Herausforderung sieht, weil man zum jetzigen Standpunkt nur die Hälfte aufnehmen könne. Weiter wird sich die Gemeinde an dem Projekt der örtlichen Kirchen „Eine Stunde Zeit“ beteiligen. Und schließlich wurde Harald Grimm an seinem vorletzten Arbeitstag offiziell aus den Reihen des Gemeinderatsgremiums verabschiedet, dem er so oft beratend zur Seite gestanden hatte.

Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger brachte einen kurzen Lebenslauf des Verwaltungsangestellten zu Gehör, der den ebenso vielseitigen wie verlässlichen Einsatz von Harald Grimm deutlich machte. Er habe sich sowohl im Rechnungsamt, bei Millionen-Bauprojekten und Planungsprüfungen sowie als Personalratsvorsitzender verdient gemacht, wofür ihm von Dr. Rippberger und Klaus Schork als dienstältestem Ortsvorsteher im Namen seiner Kollegen mit einem Präsent gedankt wurde. Harald Grimm habe es in seinen mehr als 50 Dienstjahren bravourös geschafft, mit drei Bürgermeistern und nach der Gemeindereform mit zahlreichen Ortsvorstehern aus neun Ortsteilen auskommen, und zwar trotz zahlreicher Hoch- und Tiefbaumaßnahmen mit den vielseitigsten Wünschen und Anforderungen mit Geduld, Ruhe und Ausdauer ohne Streitereien. Gernot Grimm dankte im Namen des Gremiums im gleichen Tenor.

Das Schwesternhaus soll weichen. (Foto: Liane Merkle)

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