Quecksilber-Alarm auf Sondermülldeponie

Auf der Sondermülldeponie in Billigheim wurden erhöhte Quecksilberwerte gemessen. (Foto: pm)

Anwohner informiert – Landratsamt veranlasst weitere Proben

Billigheim. Auf dem Werksgelände der HIM GmbH am Standort der Sonderabfalldeponie Billigheim wurde im Zuge der Umgebungsüberwachung per Biomonitoring ein erhöhter Quecksilbergehalt festgestellt. Betroffen sind hauptsächlich Messpunkte auf dem Gelände der Deponie, aber auch zwei Messpunkte im nahen Umfeld.

Die Überschreitungen wurden über das seit Jahrzehnten etablierte Biomonitoring-System festgestellt. „Dank dieses Systems, das aus pflanzlichen Bioindikatoren in Form von Gras- und Grünkohlkulturen besteht, sind wir in der Lage, potentielle Austragungen aus der Deponie frühzeitig zu erkennen“, sagt Eric Theis, Bereichsleiter der HIM GmbH.

Diese Vorsorgemaßnahme hat nun gegriffen: Die in den angepflanzten Gras- und Grünkohlkulturen gemessenen Quecksilbergehalte überschreiten den als Vergleichswert angenommenen „Orientierungswert der maximalen Hintergrundbelastung“. Dabei überschreiten diese an zwei Punkten im nahen Umkreis des Deponiegeländes auch den für pflanzliche Futtermittel relevanten Beurteilungswert.

Die Einlagerung quecksilberhaltiger Sonderabfälle unterliegt genehmigungsrechtlichen Vorgaben und muss der Deponieverordnung genügen. Als Betreiber der Sonderfalldeponie Billigheim haben wir nach Auswertung der aktuellen Werte des Monitoringsystems umgehend die zuständigen Behörden über die Auffälligkeit informiert.

Vorsorglich wurden alle weiteren Anlieferungen gestoppt, bei denen höhere Quecksilberwerte bekannt sind. Unverzüglich haben wir Bodenproben aus dem Umkreis der Deponie von zertifizierten Prüfanstalten vornehmen lassen: keine der Analysen zeigt erhöhte Quecksilberwerte. Die Ergebnisse von weiteren Messungen an Pflanzen stehen noch aus.

Sicherheit und Umweltschutz haben für uns absolute Priorität. Wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um eine restlose Aufklärung sicherzustellen. Dabei geht es in erster Linie um die Frage, woher dieser erhöhte Quecksilbereintrag stammt und welche Flächen in welchem Umfang betroffen sein könnten.

Mittels Grünkohl wurden die Werte festgestellt. (Foto: pm)

Zur Interpretation und Einordnung der bisher vorliegenden und in Zukunft gesammelten Daten wurde außerdem ein unabhängiges Sachverständigen-Büro eingeschaltet. Die direkten Anwohner sind benachrichtigt und werden über den aktuellen Stand der Untersuchungen auf dem Laufenden gehalten.

Neben den vom Betreiber bereits getroffenen, umfassenden Maßnahmen hat das Landratsamt Neckar-Odenwald die ergänzende Entnahme von oberflächennahen Bodenproben an insgesamt acht Stellen durch den Betreiber veranlasst.

Darüber hinaus geht das Landratsamt zusammen mit dem Regierungspräsidium im Rahmen der Lebens- und Futtermittelüberwachung vorsorglich den Agrarprodukten nach, die im fraglichen Zeitraum in der Nähe angebaut worden sind.“

Das Regierungspräsidium Karlsruhe klärt als Aufsichtsbehörde über die Deponie mit dem Betreiber darüber hinaus die mögliche Herkunft, Verbringung und konkrete Entsorgung des Abfalls, der zu den erhöhten Werten geführt hat.

 

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