Um die ganze Erde brennen Kerzen zur Erinnerung an die verstorbenen Kinder. (Foto: Heike Bährle)
Lichterwelle der Erinnerung gehen um die Welt
Von Manfred Leitheim
Mosbach. In der düsteren Adventszeit gibt es von allem etwas zu wenige. Zu wenig Licht, zu wenig Wärme, zu wenig Trost, aber es gibt einen Hoffnungsfunken. Familien rund um den Erdball stellen am zweiten Sonntag im Dezember eine brennende Kerze für ihre verstorbenen Kinder in die Fenster.
Nacheinander leuchten von Zeitzone zu Zeitzone Lichterketten in einer Welle des liebevollen Gedenkens um die Welt. In der Krypta der Cäcilienkirche in Mosbacher wurde ein Gottesdienst gefeiert, um gemeinsam zu beten, zu singen, Kerzen anzuzünden und durch Wort und Lied zu spüren, dass, wie der Psalmist betet, „Gott, die zerbrochenen Herzen heilt“.
Nachdem Andreas Mayer am E-Piano mit einem adventlichen Lied eingestimmt hatte, eröffnete Pfarrerin Heike Bährle von der Johannes-Diakonie mit dem Vers aus den Psalmen, dass Gott selbst die Sterne zählt und sie allen mit Namen nennt. Sie begrüßte Koordinator Mehmet Yesilgöz, die Vorsitzende Felicitas Zürn und die Mitstreiter vom „Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis“.
Diakon Manfred Leitheim griff das Thema auf: „Es gibt Millionen und Abermillionen von Sternen an unserem Himmel. Außer Gott kann niemand genau sagen, wie viele es eigentlich sind. Ich glaube, sogar Gott sollte man einen Tag Zeit geben, um diese Frage zu beantworten.“ Denn auch Sterne würden geboren und sterben wieder, so der Diakon, sie kämen aus der Unendlichkeit und kehren in die Unendlichkeit zurück, genau wie die Menschen. Es gehe darum: Sternenstaub in das Herz fallen zu lassen.“ Das Team des Kinderhospizes tröstete mit einem Gleichnis der Farben und brennenden Kerzen.
Mit einem gemeinsam gesprochenen Segensgebet: „In jedem Anfang und jedem Ende, mach uns ganz, mach unsere Leben ganz“, schloss der Gottesdienst.
