Gesundheitsamt rät zu Grippeimpfungen

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Atemwegsinfektionen nicht unterschätzen

Mosbach. (pm) Jedes Jahr steigt zum Höhepunkt der Fastnacht auch die Zahl der Atemwegsinfektionen, zu denen die Grippe, vorwiegend durch Influenzaviren ausgelöst, ebenso wie Corona-Infektionen zählen.

„Das ist geradezu unvermeidbar, da die närrischen Veranstaltungen alles bieten, um eine Erregerausbreitung zu begünstigen: Engen Kontakt zwischen Menschen, eine reduzierte Hygiene sowie ein durch das Feiern beanspruchtes Immunsystem“, betont Stephanie Keller, Leiterin des Gesundheitsamts des Neckar-Odenwald-Kreises.

„Deshalb möchten wir, ohne jemandem den Spaß verderben zu wollen, insbesondere Risikogruppen, also beispielsweise Ältere, Schwangere und Personen mit Grunderkrankungen, darauf aufmerksam machen, dass es auch in der Fastnacht möglich ist, sich zu schützen“, führt Keller fort.

So sei die Übertragungswahrscheinlichkeit von Atemwegserregern in geschlossenen Räumen ungleich höher, während bei der Straßenfastnacht mit etwas Abstand das Risiko einer Infektion im Vergleich geringer sei. Auch sei eine regelmäßige Händehygiene generell sinnvoll. Den besten Schutz bieten Risikopatienten das Tragen von Masken oder natürlich das Meiden von Massenveranstaltungen.

Wen es erwischt hat, der sollte möglichst, auch wenn es noch so schade sei, drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung der Symptomatik zu Hause bleiben. Während dieser Zeit, so Keller, ist der direkte Kontakt zu Personen möglichst zu vermeiden, insbesondere zu Personen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Der Körper brauche ohnehin Zeit, um sich von der Infektion zu erholen, auch um das Risiko von Folgeschäden zu senken.

Insgesamt beobachtet das Gesundheitsamt bisher eine Grippesaison mit höheren Fallzahlen: Im Jahr 2026 wurden für den Neckar-Odenwald-Kreis bisher 405 Influenza-Fälle gemeldet, wobei es seit Dezember einen deutlichen Anstieg gibt. Die Vergleichszahlen vom Vorjahr hierzu weisen 125 Fälle von Oktober 2024 bis Ende Januar 2025 auf.

Entsprechend mussten sich auch die Neckar-Odenwald-Kliniken um mehrere intensivmedizinisch zu betreuende Patienten mit Influenza kümmern, einschließlich einzelner Beatmungsfälle. Die Meldezahlen an COVID-19-Erkrankten sind in Baden-Württemberg rückläufig.

Das bestätigen auch die Zahlen im Kreis mit 53 Meldungen im Dezember 2025 und 34 Meldungen im Januar 2026. Bei Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) ist im Kreis aktuell eine ansteigende Tendenz mit 33 Fällen seit Jahresbeginn zu erkennen.

Das Gesundheitsamt und die Kommunale Gesundheitskonferenz ermutigen die Bürgerinnen und Bürger im Neckar-Odenwald-Kreis zudem, den Impfstatus zu überprüfen und auch weitere Impfungen im Blick zu behalten. Dabei schützt man mit der Impfung nicht nur sich selbst – geimpfte Personen kommen der Gesellschaft vielmehr als Ganzes zugute.

Denn die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe eines Virus ist bei einer höheren Impfquote geringer. Damit können Personen mit einem erhöhten Risiko geschützt werden. Doch nicht jeder benötigt den zusätzlichen Grippeschutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt eine Grippeimpfung für Personen ab 60 Jahren sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (in Ausnahmefällen auch früher), Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Personen in der Nähe von Risikopersonen, medizinisches Personal sowie Personal in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr.

Blickt man auf weitere Impfempfehlungen, so rät die STIKO ebenfalls ab 60 Jahren zu einer Impfung gegen COVID-19, Gürtelrose, Pneumokokken, Keuchhusten als Nachholimpfung sowie ab 75 Jahren zu einer Impfung gegen das RS-Virus, beziehungsweise bei bestimmten Grunderkrankungen und für Pflegeheimbewohner auch schon vor 75 Jahren. Zudem gilt grundsätzlich für die erwachsene Bevölkerung: Alle zehn Jahre ist eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus und Diphtherie erforderlich, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

Das Gesundheitsamt empfiehlt daher, den Impfstatus regelmäßig zu überprüfen, auch den der eigenen Kinder. Fragen zum Zeitpunkt der Impfung, möglichen Nebenwirkungen sowie der Kombination von Impfstoffen können an die zuständige Ärztin oder den zuständigen Arzt gerichtet werden.

Informationen rund um das Thema Impfen können den Internetseiten www.rki.de und www.impfen-info.de entnommen werden. Die Empfehlungen der STIKO sind zudem in einem Impfkalender übersichtlich dargestellt, der dort ebenfalls abgerufen werden kann.

Die Informationsangebote ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zum Thema helfen Hausärzte sowie Fachärzte weiter. Auch das Gesundheitsamt berät unter 06261 84-2446 oder per Mail an Gesundheitsamt@neckar-odenwald-kreis.de.

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