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Waldbesitzer haben jetzt noch die Möglichkeit, vom Borkenkäfer befallene Bäume vor Ausflug des Käfers aufzuarbeiten. (Foto: Landesforstverwaltung)

Käferholz vor dem Frühjahr aufarbeiten

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Noch befinden sich die Borkenkäfer in der Winterruhe. Doch sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen und die Tage länger werden, erwachen überlebende Borkenkäfer des Vorjahres aus der Winterruhe und werden wieder aktiv. Um eine Massenvermehrung zu verhindern, empfiehlt der Fachdienst Forst des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis allen Waldbesitzern, befallene Überwinterungsbäume sowie frisches Bruchholz bereits jetzt aufzuarbeiten.

Ein geringer Teil der Buchdrucker – der am häufigsten vorkommende Borkenkäfer an der Fichte – überlebt den Winter nicht. Doch der Großteil überwintert in der Baumrinde oder Bodenstreu. „Die erwachsenen Käfer sind dank eines körpereigenen Frostschutzmittels extrem kälteresistent. Jene Tiere, die in den im Vorjahr befallenen Bäumen verblieben sind, bilden die Ausgangspopulation für das kommende Frühjahr“, erklärt Pascal Hecht, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Forst beim Landratsamt.

Sobald die Temperatur wieder mehrfach über ca. 16,5 Grad Celsius steigt, fliegen die Käfer aus, um neue Brutstätten zu suchen. Aufgrund zunehmend milder Frühjahrsmonate findet dieser Schwärmflug oft Wochen früher statt als in der Vergangenheit. Während das Wetter nicht beeinflussbar ist, haben Waldbesitzer die Anzahl der potenziellen Brutstätten im Griff.

„Ein aktives Borkenkäfermanagement ist entscheidend, um die Schadholzflächen zu begrenzen. So gewinnen wir die nötige Zeit, den Wald aktiv an den Klimawandel anzupassen“, sagt Hecht. Er rät Privatwaldbesitzern dringend dazu, ihre Bestände auch im Winter zu kontrollieren. Typische Merkmale für einen Befall sind Kronenverfärbungen, Harzfluss am Stamm sowie Nadel- und Rindenabfall – besonders an den Rändern alter Befallsherde.

Befallene Bäume, die noch im Wald stehen, sollten umgehend geerntet und abgefahren werden. Ebenso wichtig ist die Beseitigung von frischem Nadelbruchholz, das durch Schnee oder Sturm entstanden ist. Dieses dient den Käfern im Frühjahr als idealer Brutraum und sollte daher entweder entfernt oder „brutuntauglich“, beispielsweise durch Entrindung oder Lagerung außerhalb des Waldes, gemacht werden. Bei der Lagerung sollte auf einen Mindestabstand zu Fichtenbeständen von mehr als 500 Metern geachtet werden.

Die untere Forstbehörde steht Waldbesitzern bei Fragen beratend zur Seite und unterstützt im Rahmen eines Dienstleistungsvertrags bei den anstehenden Forstarbeiten. Erreichbar ist der Fachdienst Forst unter der Telefonnummer 06261/841070 oder per E-Mail an forst@neckar-odenwald-kreis.de.

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