(Foto: Weber)
Limbach (tw) In der letzten Sitzung des Limbacher Gemeinderats wurden wichtige Themen zur Gefahrenabwehr bei Starkregen und zur Unterbringung von Schutzsuchenden behandelt. Zunächst erkundigte sich ein anwesender Bürger nach dem Wasserabfluss im Regenfall entlang der „schwarzen Straße“ in Wagenschwend. Bürgermeister Thorsten Weber erklärte, dass die Verwaltung diese Anfrage als Prüfauftrag aufnimmt.
Risiko von Starkregen und Handlungskonzept
„Starkregen kommt plötzlich, meist ohne große Vorwarnzeit und kann immense Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum verursachen,“ so der Einstieg von Weber zu dem nächsten Tagesordnungspunkt.
Seit nun gut zwei Jahren läuft auf der Gemarkung der Gesamtgemeinde eine umfassende Untersuchung zum Thema Starkregen, das damit verbundene Risiko und mögliche Handlungen zur Gefahrenabwehr. Die Firma Geomer führt dieses interkommunale Projekt in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Elztal und Fahrenbach durch.
Laura Kieser von der Firma Geomer stellte das Konzept vor, das in drei Phasen erarbeitet und unter Beteiligung vieler lokaler Akteure in diversen Workshops erstellt wurde. Bürgermeister Weber wies darauf hin, dass dieses Handlungskonzept nicht die Sicherheit für alle Gebäude im Starkregenfall gewährleisten kann. Er appellierte an alle Gebäudeeigentümer, sich die Karten in Bezug auf ihre Objekte anzusehen und gegebenenfalls eigenständig Maßnahmen zu ergreifen. Aktuelle Untersuchungsergebnisse für die sieben Ortsteile der Gemeinde sind auf www.starkregengefahr.de verfügbar.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem nötigen Schutz für die Limbacher Sporthalle und die Schule am Schlossplatz, wo das Wasser aus Richtung Ringstraße in Richtung Sportplatz abfließt. „Hier müssen wir unsere erste Schutzmaßnahme planen und anschließend umsetzen“, betonte Weber, der ergänzte, dass alle Maßnahmenvorschläge für die Ortsteile in den kommenden Haushalten berücksichtigt werden.
Dringlichkeit der Wohnraumunterbringung
Zur Kenntnisnahme wurde auch ein Sachstandsbericht zur Anschlussunterbringung von Schutzsuchenden präsentiert. Hauptamtsleiter Alexander Winter erläuterte, dass die Unterbringung eine kommunale Pflichtaufgabe ist. In diesem Jahr müssen die Kommunen eine Fehlbelegerabgabe an den Landkreis zahlen für jede verpflichtend unterzubringende Person, die in der Kommune lebt. Die monatlich anfallenden Beträge liegen anfangs bei 234 Euro und steigen nach den ersten drei Monaten auf 392 Euro. Aktuell sind in Limbach 105 Personen in der Anschlussunterbringung, während die Gemeinde verpflichtet ist, noch 16 weitere Personen aufzunehmen.
Weber wandte sich direkt an die Bürger und bat um Unterstützung bei der Bereitstellung von Wohnraum. „Die Gemeinde ist eine sichere Mieterin, und es muss doch möglich sein, noch acht Personen in unseren sieben Ortsteilen unterzubringen“, appellierte er. Zudem dankte er zahlreichen ehrenamtlich Tätigen in der Flüchtlingsbetreuung, ohne deren Einsatz vieles nicht funktionieren würde.
Informationen zum Bau-Turbo
Ebenfalls zur Kenntnisnahme wurden Informationen zur Baugesetzänderung durch die stellvertretende Hauptamtsleiterin Kyra Kessler präsentiert. Der neue § 246e des Baugesetzbuches soll insbesondere Wohnungsbauvorhaben erleichtern. Weber stellte fest, dass der „Bau-Turbo“ noch nicht so richtig gezündet hat. Von überörtlicher Seite wird angeregt, Richtlinien für den Umgang mit dieser neuen Regelung zu erlassen.
Baumpflanzaktion und Schulbauprojekte
Zum Schluss verwies Bürgermeister Weber auf die geplante Baumpflanzaktion am 28. März. Alle Interessierten sind eingeladen, sich um 9.00 Uhr im Limbacher Bauhof zu treffen. Er informierte auch über eine Förderung von 75.320 Euro für private Wohnraumschaffung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum.
Abschließend wurden Eilentscheidungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Grundschule Laudenberg zur Ganztagesgrundschule bekanntgegeben. Der Stromanschluss wird voraussichtlich zusätzliche Kosten von rund 26.000 Euro verursachen, während die Anpassungen für die Sicherung des Bestandsgebäudes und einer Retentionsanlage für Regenwasser weitere Kosten von fast 38.000 Euro nach sich ziehen. Die Gemeinde kann jedoch auch Einsparungen von rund 47.000 Euro verzeichnen, sodass der Gesamte Mehraufwand in vertretbaren Grenzen bleibt.
