(Foto: pm)
Projekt des Imkervereins in Mosbach startet mit städtischer Unterstützung
Mosbach. (pm) Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in der Region aus und gefährdet die heimische Biodiversität sowie die Bestände der Honigbienen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, initiiert der Imkervereine Mosbach-Aglasterhausen ein gezieltes Monitoring-Projekt im Stadtgebiet und darüber hinaus. Die Stadt Mosbach unterstützt dieses Vorhaben ausdrücklich und ruft die Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe auf.
Initiative der Imker: Locktöpfe zur Früherkennung
Das Projekt wird eigenverantwortlich von den Experten des örtlichen Imkervereins durchgeführt. An strategischen Punkten im näheren Umkreis von Mosbach werden sogenannte „Locktöpfe“ platziert. Dabei handelt es sich um kleine Becher mit einem Docht, die eine ungiftige Locklösung aus Wasser, Hefe und Zucker enthalten. Für die Öffentlichkeit ist wichtig zu wissen, dass es sich hierbei um keine Fallen handelt und keinerlei Gift verwendet wird. Die Insekten werden lediglich angelockt, um sie sicher identifizieren zu können, und können die Stationen danach völlig unbeschadet wieder verlassen. Auch die heimische, unter besonderem Schutz stehende Hornisse wird durch dieses schonende Verfahren nicht beeinträchtigt.
Bürgerbeteiligung via QR-Code
Die Imkervereine setzen bei diesem Vorhaben auf das Prinzip der „Citizen Science“, also die Wissenschaft unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung. Jeder installierte Locktopf ist deutlich mit einem QR-Code markiert. Passanten, die eine Hornisse an einem der Becher sichten, können das Tier einfach mit dem Smartphone fotografieren und das Bild über den Code direkt an das Expertenteam des Imkervereins übermitteln. Dieser digitale Meldeweg erlaubt eine schnelle Reaktion und fachgerechte Prüfung der Sichtung.
Nestsuche durch moderne Analyse
Die eingehenden Fotos und Daten ermöglichen es den Imkern, präzise Flugbahnen zu bestimmen und die Standorte der Nester einzugrenzen. Da die Nester der Asiatischen Hornisse oft versteckt in sehr hohen Baumkronen liegen, ist diese analytische Herangehensweise entscheidend. Je früher die Nester gefunden werden, desto effektiver lässt sich die weitere Ausbreitung dieser invasiven Art stoppen und der Druck auf die heimische Insektenwelt senken. Denn im Frühjahr finden sich die Nester oft in Bodennähe und können so leichter entfernt werden. Im Spätjahr bauen die Hornissen ihre Nester in der Höhe, was das Entfernen deutlich erschwert.
„Für uns sind die eingesendeten Bilder Gold wert. Durch die Analyse von Flugrichtung und Flugdauer können wir die wahrscheinlichen Nestpositionen sehr präzise ermitteln“, so Benjamin Brendgens vom Imkerverein Mosbach-Aglasterhausen und Mitinitiator des Projektes.
Stadt Mosbach als Partner
Die Stadt Mosbach begrüßt das Engagement des Imkervereins und unterstützt das Projekt, indem sie die Platzierung der Monitoring-Stationen im öffentlichen Raum ermöglicht. Und die Bevölkerung für die Thematik sensibilisiert. An den Standorten finden Bürger zudem laminierte Informationsblätter, welche das Projekt kurz und bündig erläutern. Gemeinsam mit den beteiligten Vereinen bittet die Stadt die Bevölkerung darum, die Stationen unbeschädigt zu lassen und das Projekt durch aufmerksame Beobachtungen zu unterstützen.
Infos im Internet:
www.imkerverein-mosbach-aglasterhausen.de
bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina.
