Landespolitik trifft Kreisfeuerwehrverband

Diskussion über die Herausforderungen

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) „Es ist wichtig den Austausch mit der Feuerwehr zu suchen, denn es muss allen daran gelegen sein, eine einsatzstarke Katastrophenschutz-Truppe vor Ort zu gewährleisten. Deshalb wollen wir heute mit Ihnen diskutieren, was in der Zukunft passieren muss, wo man helfen kann, dass wir dieses Gut an Sicherheit und Lebensqualität auch in 20 Jahren noch garantieren können“, wendete sich Peter Hauk, Erster Stellv. Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion an die anwesenden Kommandanten des Kreisfeuerwehrverbandes Neckar-Odenwald-Kreis.

Deren Vorsitzender Andreas Hollerbach lobte die Bereitschaft diesen Austausch zu suchen und sprach gleich einen Punkt an, welcher bei den anwesenden Feuerwehrmännern sofort Zuspruch fand. „Das Feuerwehrgesetz macht es immer schwerer das ehrenamtliche Engagement zu fördern. Die Feuerwehr lebe vermehrt von ihrer Substanz aber man müsse in die Zukunft blicken.“ Im Speziellen wurden hierbei die Arbeitgeber angesprochen, welche teils großes Unverständnis über die Abwesenheit im Unternehmen äußern, wenn der Melder während der Arbeitszeit losgeht. Die Feuerwehrmänner erkennen die betriebswirtschaftliche Problematik für den Unternehmer, wenn Arbeitskräfte teils für Stunden ausfallen. Dennoch wünschen sie sich mehr Akzeptanz für ihre lebensnotwendige freiwillige Tätigkeit. Positive Beispiele bei einigen Unternehmen gibt es auch, lobt der Vorsitzende Andreas Hollerbach. Peter Hauk MdL pflichtete dieser Akzeptanz bei und verwies auf die Vorteile einen Feuerwehrmann einzustellen. „Oftmals werden diese Vorteile leider nur von Unternehmen gesehen die sprichwörtlich mit dem Feuer spielen.“

Diskussionsstoff bot die Debatte um die geforderte Entschädigung der Unternehmen für die ausgefallenen Stunden der Mitarbeiter im Feuerwehreinsatz. Feuerwehrpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Konrad Epple MdL verwies in diesem Zusammenhang auf die kommunale Pflicht. „Die Kommunen bekommen 23% der Steuergelder direkt weitergereicht, im Vergleich liegen Bundesländer wie Bayern weit darunter, und sollten somit einem solchen Ausgleich nachkommen.“

Epple betonte weiter, dass nach einem Beschluss des Landtags das gesamte Aufkommen aus der Feuerschutzsteuer, in 2015 wohl über 54 Millionen Euro, wieder in die Feuerwehren investiert werde. Konsens herrschte in der Diskussion, dass an der Aufteilung Zuschüssen nach Zahl der Feuerwehrleute einerseits und Investitionen andererseits nicht gerüttelt werden sollte. Allerdings sei es wünschenswert, dass bei den Investitionen verstärkt das Alter der Fahrzeuge berücksichtigt werden müsste.

Der Tenor bei den anwesenden Gästen beleuchtete danach ein weiteres Problemgebiet, nämlich die Nachwuchsförderung. „Uns geht es nicht anders als Vereinen. Zugespitzt formuliert ist es so: Man findet immer weniger Jugendliche die in die Feuerwehr wollen und die diejenigen die man ausgebildet hat, gehen dann studieren oder haben ihre Arbeitsstelle weiter weg. Als Folge steht man in Konkurrenz zu Vereinen, was nicht die Lösung sein kann.“ Ein erster Schritt sollen die Kinderfeuerwehren sein, denn jedes Kind ist von einem Löschzug fasziniert.

Die anwesenden Abgeordneten Hauk und Epple nahmen aus dieser Diskussion wichtige Ansatzpunkte für ihre Arbeit in Stuttgart mit. Beide betonten zum Abschluss, dass sie als Abgeordnete der CDU die Probleme des ländlichen Raums kennen und weiterhin  eine flächendeckende Feuerwehr unterstützen wollen.