Meisterschaft vorzeitig perfekt gemacht

Männliche Handball-B-Jugend des TSV Buchen sichert sich in packendem Derby den Titel


(Foto: pm)

(lk) Schon seit Dezember 2016 fieberten die Jungs der männlichen B-Jugend des TSV auf das Heim-Derby gegen den TV Mosbach hin. Was genau aus diesem Spiel werden sollte, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Rund drei Monate später, genauer gesagt am vergangenen Sonntag, war es dann soweit. Die beiden Teams standen sich im Buchener Hexenkessel gegenüber.

Doch dieses Derby war nicht nur irgendein Derby, es hieß nicht nur TSV gegen TVM sondern auch Spitzenreiter gegen Tabellenzweiten. Vor B-Jugend-Bezirksliga-Rekordkulisse, welche fast dem ein oder anderen Samstagabend-20 Uhr-Spiel Konkurrenz machen konnte, ging es für die Buchener Jungs, angeführt vom Trainerduo Nirmaier/Schork, darum, die Meisterschaft schon vorzeitig perfekt zu machen. Ein Punkt würde reichen um den B-Jugend-Titel nach langer Zeit wieder nach Buchen zu bringen. Doch sollten die Gäste gewinnen, so könnte es am letzten Spieltag im Titelrennen nochmals extrem spannend werden.

Dementsprechend motiviert gingen die beiden Mannschaften auch ins Spiel. Von Beginn an zeigte sich, wie viel Feuer und Willen in beiden Mannschaften steckte. Die Anfangsphase entsprach genau dem, was man von einem echten Spitzenspiel erwarten würde. Es ging immer wieder hin und her, die beiden besten Abwehrreihen der Liga konnten zwar stellenweise überzeugen, jedoch zeigte sich auch dass die Offensive beider Teams zu Recht an der Spitze der Tabelle steht. So stand es nach 14 Minuten 7:7. Danach begannen die Gäste das Heft in die Hand zu nehmen und setzten sich zum ersten Mal in diesem Spiel mit zwei Toren ab. Jedoch ließen sich die Buchener nicht aus der Ruhe bringen und spielten souverän auf. Die Jungs in Grün starteten eine kleine Aufholjagd und konnten in der 22. Minute sogar in Führung gehen. Jedoch reagierte der Mosbacher Trainer und nahm eine Auszeit. Die zuvor noch überrannten Gäste waren nach dieser wieder komplett da und konnten innerhalb von drei Minuten den Spielstand wieder zu ihren Gunsten, zum 13:14 ändern. Mit diesem Ergebnis ging es für die beiden Mannschaften in die Kabine.

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Die Botschaft der Buchener Coaches war eindeutig. Sollte man jetzt einbrechen, so konnte man den Derbysieg, samt vorzeitiger Meisterschaft vergessen. Diese deutlichen Worte fanden bei den Jungs sichtlich Anklang. Man fand nun zu seinen altbekannten Stärken in der Offensive zurück und auch die Abwehr stand erstmals richtig sicher. Innerhalb von 10 Minuten konnten sich die Gastgeber befreien und zum ersten Mal absetzen. Ein starkes 21:18 leuchtete nun von der Anzeigetafel. Dies gefiel dem Heimpublikum natürlich extrem, dementsprechend hitzig war nun die Stimmung. Vielleicht war auch das ein ausschlaggebender Faktor für die folgenden 15 Minuten. Denn der TSV ließ sich nun von der hektischen Spielweise der leicht verunsicherten Gäste anstecken und verlor immer wieder leichtsinnig Bälle im Angriff. So kam es, dass die Jungs in Grün in der 42. Minute schon wieder ihren ganzen Vorsprung verspielt hatten und sogar mit einem Tor zurücklagen. Durch einen Time-Out beruhigten die Buchener Trainer ihre Schützlinge und stellten sie auf die verbleibenden Minuten ein. Ein weiteres Mal wurde es laut im Hexenkessel, denn die Gastgeber konnten sich abermals in Führung bringen. Diese hielt jedoch nicht sehr lange, denn auch der TVM hatte Blut geleckt und setzte alles daran, den Buchenern das Süppchen noch in letzter Minute zu versalzen. Beim Spielstand von 24:24 legte der Mosbacher Coach seine verbliebene Grüne Karte und stellte sein Team erneut ein, denn sie waren im Ballbesitz. Auf Buchener Seite wurde lediglich dazu aufgerufen diesen Angriff mit allen sportlichen Mitteln zu verteidigen. Denn sollte das Spiel unentschieden enden, so würde der Titel nach Buchen gehen.
Als die Hupe der Anzeigetafel zum zweiten Mal ertönte hatten alle TSV-Spieler nur noch ein Ziel: Den Ball irgendwie vom Tor wegzubringen und eventuell auf einen Konter zu spekulieren. Diese Taktik ging genau 23 Sekunden gut. Doch mit einem eleganten Spielzug gelang es den Kreisstädtern diese Defensive zu überwinden und kurzzeitig alle Hoffnungen auf eine vorgezogene Meisterfeier erstickt. Jedoch geht jedes Spiel 50 Minuten. Nach dem der Ball aus dem Tor gespielt wurde, war es Raphael Weber, der das Anspiel gedankenschnell durchführte. Marcel Weis, der diesen Pass gespielt bekam hatte nun noch vier Sekunden um etwas daraus zu machen. Die beste Möglichkeit war also, schnurstracks auf das Mosbacher Tor zuzulaufen. Die rote Defensive konnte ihn nur noch mit einem Foul kurz vor dem 9-Meter-Kreis stoppen. Der Schiedsrichter kam dem Druck des Buchener Hexenkessels nicht nach, in dem fast einstimmig ein 7-Meter-Strafwurf gefordert wurde. Die Entscheidung des Referees hieß Freiwurf. „Besser als nichts“ wird sich Raphael Weber in diesem Moment gedacht haben und trat an.

Was nach dem Pfiff des Schiedsrichters geschah lässt sich nur schwer in Worte fassen. Der Buchener Spielmacher mit der Nummer 13 führte aus. Der Ball flog über die Mauer hinweg unbeeindruckt vom Torhüter in den rechten oberen Winkel des Mosbacher Tores. Ein paar Millisekunden dauerte es, bis auf dem Feld und der Tribüne alle Dämme brachen. Die Jungs des TSV hatten es geschafft und in der letzten Sekunde den Titel gesichert.

Zusammenfassend kann man sagen dass dieses Derby wohl noch lange in den Köpfen derer, die dabei waren festsetzen wird. Auf diese Leistung über die komplette Saison kann man nur stolz sein, denn sie war teilweise hervorragende Werbung für den Handballsport! Nun gilt es am 01. April, um 18:00 in der heimischen Sport- und Spielhalle dieser unglaublichen Saison die Krone aufzusetzen. Gegner wird der Tabellenletze Tauberfranken sein.

Es spielten: Neubauer, Schwab (beide Tor), Berberich (2), Götz, Haaker (3), Kieser (1), Ristl, Rohmann, Scheuermann (1), Scholz (3), Sunder (2), Walter (3), Weber (7/2), Weis (3/1).

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