Musik für die deutsch-französische Freundschaft

oder: Deutsch-französische Harmonien – Medaille der französischen Nationalversammlung überreicht


Die Mosbacher mit der Medaille der französischen Nationalversammlung (Foto: privat)
Château-Thierry. (pm) Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Partnerschaft zwischen dem Lycée Jean-de-la-Fontaine und dem Nicolaus-Kistner-Gymnasium reisten der große Chor und das Orchester des NKG nach Château-Thierry, um dort den festlichen Rahmen für das Jubiläum der Partnerschulen mit dem dortigen Chor zu gestalten.

Am Freitag musizierten die Ensembles im dritten Konzert des diesjährigen Jean-de-la-Fontaine Festivals, einem großen Theater- und Musikfestival von Château-Thierry, in der Eglise St. Crépain.

Für den besonderen Anlass des Jubiläums hatten die beiden Chöre und das Orchester das „Te Deum“ von Marc Antoinne Charpentier vorbereitet. Für die gemeinsamen Proben war der französische Chor am Wochenende zuvor nach Mosbach gereist. Nach weiterem intensivem Üben beim Gegenbesuch bildete das gemeinsam aufgeführte Werk den Höhepunkt eines abwechslungsreichen Konzertprogramms.

Das Orchester eröffnete den Abend ganz im Sinne der europäischen Idee, mit dem „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms, gefolgt von Antonín Dvoráks „Humoreske“. Durch brillante Artikulation und rhythmische Präzision klang das 19-köpfige Ensemble voll und tragfähig. Der große Chor gestaltete den anschließenden Teil. Dabei präsentierte er eindrucksvoll acht überwiegend populäre, stilistisch abwechslungsreiche Stücke wie „Only you“ (Vincent John Martin) und „Cantate Brasilia“ (Roger Emerson). Der Song „Angels“ von Robbie Williams begeisterte die Zuschauer durch eine ausgewogene dynamisch differenzierte Gestaltung im dreistimmigen Satz.

Der Chor war bei allen Titeln intonationssicher und ausdrucksstark. Auch der französische Chor steuerte einen Titel zum Abend bei: „Marmor, Stein und Eisen bri(s)cht“ von Christian Brühn und zeigten damit ein Talent für die deutsche Sprache und ihre Schlager.

Antonio Vivaldis virtuoses Konzert für zwei Violinen in a-moll eröffnete nach einer kurzen Umbaupause das barocke Programm des Abends (Solistinnen: Sofie Rupp und Esther David) gefolgt von einer verzaubernden Arie von Henry Purcell (Solo: Yasemin Ilgin). Danach erklang Charpentiers „Te Deum“ in einer leicht gekürzten Fassung unter Mitwirkung beider Chöre, des NKG Orchesters und mehrerer Solisten (Christelle Poulliard, Sigrun Friedrich und Johannes Weilguni). Die Eröffnung des Werks, bekannt als Eurovisions-Melodie, sowie die mit viel Hingabe einstudierten gemeinsamen Stücke und Soli des „Te Deums“ beeindruckten in ihrer Klangfülle.

Der lange Schlussapplaus zeigte die Bewunderung für das Engagement, ein barockes Werk auf solchem Niveau aufzuführen.





Die beteiligten Musiklehrer/innen (Sigrun Friedrich, Hans-Ulrich Gallus, Christelle Pouillart und Cornelia Rau) zeigten mit ihrer Kooperation, wie auf musikalische Weise die europäische Idee umgesetzt werden kann. Das gemeinsame Programm war ein ausgezeichneter Beweis für die gelebte deutsch-französische Freundschaft. Allen Mitwirkenden galt deshalb ein großes Dankeschön.

Anlässlich des 60-jährigen Austauschjubiläums wurde in Château-Thierry auch eine Delegation des Mosbacher Gymnasiums mit Schulleiter Jochen Herkert, seiner Stellvertreterin Marion Stoffel, dem ehemaligen Schulleiter Dr.Happes, Abteilungsleiterin Alexandra Mann und der kompletten Fachschaft Französisch (Angela Klatt, Ursula Knaupp und Sarah Maier) von Jacques Krabal, Abgeordneter der französischen Nationalversammlung und gleichzeitig Bürgermeister der Partnerstadt, und der Schulleiterin des Lycée Jean-de-la-Fontaine, Madame Bevinetto-Dart, empfangen.

Jacques Krabal überreichte Schulleiter Herkert als Zeichen des Dankes für diese langjährige Schulpartnerschaft die Medaille der französischen Nationalversammlung. Viele Kinder des Mosbacher Gymnasiums konnten in dieser langen Zeit nicht nur bei den Austauschen ihre französische Sprache verbessern, sondern auch eine neue Kultur kennenlernen und viele neue Freundschaften knüpfen. Herkert dankte dem Bürgermeister für diese seltene Auszeichnung und betonte, dass es eine große Freude sei, die jungen Franzosen und Deutschen auf der Bühne musizieren zu sehen. Schließlich seien sie es, die die zukünftigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern gestalten. Er dankte seiner Fachschaft Französisch und ebenso allen Lehrkräften, die in den sechs Jahrzehnten zum Gelingen der Schüleraustausche beitrugen und versicherte, dass das Nicolaus-Kistner-Gymnasium auch in der Zukunft alles tun werde, um das vor 60 Jahren Begonnene fortzusetzen und mit Begeisterung zu fördern.


 (Foto: privat)

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