Holzernte in klimageschädigten Laubholzbeständen

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(Foto: pm)

Minister Peter Hauk besucht Stadtwald

Walldürn. (pm) Minister Peter Hauk (CDU): „Der Beratertag nimmt die Arbeitssicherheit von Forstwirtinnen und Forstwirten in den Fokus, um den Gefahren in der motormanuellen Holzernte von klimageschädigten Laubholzbeständen zu entgegnen.“

„Die Dürreschäden nehmen zu – damit steigt auch die Gefährdung der Forstwirtinnen und Forstwirte bei der motormanuellen Holzernte. Die Beratertage finden draußen bei der praktischen Holzernte im Wald statt. So werden die Arbeitsabläufe, die Arbeitsmittel und die Zusammenarbeit im Team im Austausch zwischen ForstBW-Sicherheitscoach und den kommunalen Forstwirten im Echtbetrieb auf Augenhöhe analysiert. So kann das Arbeiten bei der Holzernte noch sicherer gestaltet werden“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk anlässlich des Beratertags im Walldürner Stadtwald.

Arbeitssicherheit im Fokus

Minister Hauk nutzte den Termin, um mit den Forstwirten Taras Eberhard und Nico Kainz der Stadt Walldürn, dem Revierleiter Lukas Haas, dem Sicherheitscoach Frank Meixner von ForstBW und zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz ins Gespräch zu kommen.

Die Forstwirte berichteten von den Arbeiten am Vormittag, bei dem sie mit einem funkgesteuerten Fällkeil dürregeschädigte Buchen gefällt hatten. Danach demonstrierten die Forstwirte Eberhard und Kainz die seilunterstützte Fällung einer dürregeschädigten Buche mittels Schadholzkralle. Unterstützt wurden sie dabei von dem Rückeunternehmer Stephan Ackermann.

Bei der Fällung wurde für alle Anwesenden eindrücklich sichtbar, wie die trockenen Starkäste der Buchenkronen schon beim Fallen des Baumes unkontrolliert abbrechen und zerspringen. Genau diesem Umstand muss bei der Holzernte in dürregeschädigten Beständen Rechnung getragen werden.

Die zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel sind dabei von zentraler Bedeutung, denn sie beeinflussen die Wahl des Arbeitsverfahrens. Auch Bürgermeister Meikel Dörr und Kämmerin Luisa Bleifuß der Stadt Walldürn und Betriebsleiter Pascal Hecht von der Unteren Forstbehörde Neckar-Odenwald-Kreis machten sich ein Bild vor Ort.

Besonders wichtig war ihnen dabei zu erfahren, wie die Stadt Walldürn gemeinsam mit der Unteren Forstbehörde Neckar-Odenwald-Kreis das Arbeitsumfeld für die Forstwirte so gestalten kann, dass die Holzernte in klimageschädigten Beständen noch sicherer wird.

Ein Angebot im Rahmen der Waldstrategie 2050

Die Beratertage finden unter dem Dach der Waldstrategie 2050 statt und werden als Dienstleistungsangebot für die Kommunal- und Privatwaldbetriebe Baden-Württembergs von der Landesforstverwaltung finanziert. Die Dienstleistung wird als Kooperationsprojekt von Landesforstverwaltung und ForstBW landesweit in umgesetzt.

Hierbei schult ein Sicherheitscoach von ForstBW in einem laufenden Hieb die jeweiligen Forstwirte und Revierleiter des Forstbetriebes, hier im Stadtwald Walldürn. Der Sicherheitscoach analysiert zusammen mit den Forstwirten und den Revierleiter situationsangepasst die Hiebssituation in Hinblick auf Arbeits- und Gesundheitsschutz und auf die Anwendungsmöglichkeiten neuster Forsttechnik. Der Fokus liegt dabei auf Aspekten der Holzernte in klimageschädigten Laubholzbeständen.

Hintergrundinformationen

Die Arbeiten in Waldbeständen werden durch klimawandelbedingte Dürreschäden gefährlicher. Besonders betroffen sind Forstwirtinnen und Forstwirte bei der motormanuellen Holzernte in klimageschädigten Laubholzbeständen.

Mit technischen Lösungen wie beispielsweise hydraulischen, funkgesteuerten Keilen kann auf die veränderten Bedingungen reagiert werden. Aber auch mit angepassten Fällmethoden und Holzernteverfahren kann das Unfallrisiko gesenkt werden. Diese dynamischen Entwicklungen sind in der täglichen Praxis oft nicht überschaubar.

ForstBW bietet daher forstfachliche Fortbildungen für alle Waldbesitzarten an, die den aktuellen Stand der Technik vermitteln. Um die Umsetzung in der Praxis sicherzustellen, unterstützt ForstBW betriebsinterne Veränderungsprozesse zudem mit einem etablierten Sicherheitscoaching, welches sich auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz fokussiert.

In körperschaftlichen oder privaten Forstbetrieben fehlt diese Möglichkeit jedoch oft. Im Rahmen der Waldstrategie 2050 erhalten private und körperschaftliche Forstbetriebe daher die Möglichkeit für die Teilnahme an eintägige Beratungen, die auf die Herausforderungen bei der Holzernte in klimageschädigten Laubholzbeständen eingehen.

In der Holzerntesaison 2024/2025 wurden bereits 25 Beratungstage von ForstBW Sicherheitscoaches durchgeführt. Das Angebot wurde sehr positiv aufgenommen. Deshalb wird es in der aktuellen Holzerntesaison 2025/2026 mit gesteigerter Intensität und geplanten 40 Beratertagen von der Landesforstverwaltung Baden-Württembergs fortgeführt.

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