„Krankenhauskahlschlag gemeinsam stoppen!“

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Symbolbild - Neckar-Odenwald-Kliniken

(Archivbild)

Aufruf zur Kundgebung am 30. Januar

Mosbach. (pm) Am Freitag, den 30. Januar, findet in Mosbach die Kundgebung „Alarmstufe Rot. Rettet unser Krankenhaus in Mosbach!“ statt, organisiert von den Gemeinderatsfraktionen. Das Bündnis Klinikrettung und das Bündnis für Krankenhaus und gute Arbeit Neckartal-Odenwald begrüßen, dass die Fraktionen zum Erhalt des Krankenhauses aufrufen, üben aber auch Kritik.

Arno Huth, Sprecher vom Bündnis für Krankenhaus und gute Arbeit Neckartal-Odenwald:

„Schließungen von Krankenhäusern sind politisch gewollt. Seit vierzig Jahren werden Gesetze erlassen, die zur Ökonomisierung, Privatisierung und Schließung führen. Auch die aktuelle Krankenhausreform und ihr Änderungsgesetz zementieren das weiter. Deswegen rufen wir die Fraktionen dazu auf, Kritik an ihren Landes- und Bundesparteien zu üben und den Erhalt der wohnortnahen Versorgung einzufordern.“

Wenn das Krankenhaus in Mosbach schließt, werden mehr als 13.200 Einwohner kein Krankenhaus innerhalb von 30 Minuten mehr erreichen können. Würde das Krankenhaus in Buchen geschlossen, wären es sogar mehr als 37.600 Einwohner. Das Bündnis für Krankenhaus und gute Arbeit Neckartal-Odenwald warnt jedoch davor, in der öffentlichen Diskussion die beiden Standorte der Neckar-Odenwald-Kliniken gegeneinander auszuspielen und sich zu entsolidarisieren. Der Erhalt und die Stärkung einer guten und flächendeckenden Daseinsvorsorge sind ein wichtiger Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie und wirken der weiteren gesellschaftlichen Entsolidarisierung entgegen.

Arno Huth weiter: „Wir hätten es zudem begrüßt, wenn die Basis der Aufrufenden durch die Einbindung von nicht-parteilichen Akteuren wie zum Beispiel Gewerkschaften, Sozialverbänden und anderen Initiativen verbreitert worden wäre. So ähnelt die Kundgebung einer Wahlveranstaltung.“

Das Bündnis für Krankenhaus und gute Arbeit Neckartal-Odenwald fordert mehr Transparenz bei der Darstellung der Kosten: Das betrifft einerseits das Defizit von jeweils zehn bis zwölf Millionen Euro in den letzten beiden Jahren. Andererseits geht es um das geschätzte Defizit von etwa drei Millionen Euro für die im Gutachten favorisierte Variante, bei der etwa weitere drei Millionen Euro für Zins und Tilgung aus vorherigen Investitionen nicht berücksichtigt worden sein sollen.

Laura Valentukeviciute, Sprecherin vom Bündnis Klinikrettung:

„Das in Mosbach vorgesehene Konzept eines sogenannten Sektorenübergreifenden Versorgers SüV ist kein Ersatz für ein Allgemeinkrankenhaus, vor allem weil eine wohnortnahe 24/7-Notfallversorgung nicht mehr garantiert wird. Hinzu kommen im Falle einer Schließung des Krankenhauses der Verlust von lokaler Wertschöpfung, von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Medizin, Pflege, Service usw. sowie der Verlust von Kooperationen mit anderen örtlichen Gesundheitsdienstleistern. Für Rettungskräfte, Patienten, Angehörige und im Beruf bleibende Beschäftigte verlängern sich Fahrtzeiten und -wege.“

Trotz unserer Kritik rufen wir die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Kundgebung „Rettet unser Krankenhaus in Mosbach“ und zu weiterem Engagement auf.

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