Hebammen für angemessene Bezahlung

Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „Wir unterstützen die Anliegen der Hebammen und fordern die Kassen auf neu zu verhandeln“

Sinsheim. (pm) Die Berufsverbände der Hebammen haben am 30. November 2011 die elfte Verhandlungsrunde mit den Krankenkassen über eine Vergütungserhöhung abgebrochen.

Für freiberufliche Hebammenleistungen von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit wollten die Kassen lediglich knapp 2 Prozent mehr Geld ausgeben. Bei den Betriebskosten für eine Geburt in einem Geburtshaus ließen die Kassen gar nicht mit sich verhandeln. Dieses „Angebot“ war für die Hebammenverbände nicht akzeptabel. Mit einem Netto-Stundenlohn von ca. 7,50 Euro sind die Hebammen schon seit Jahren unterbezahlt.


Im Rhein-Neckar-Kreis arbeiten 250 Hebammen. Außerhalb der geburtshilflichen Abteilungen der großen Kliniken von Mannheim und Heidelberg existieren lediglich noch die geburtshilfliche Abteilung der Klinik Schwetzingen, die mit angestellten Hebammen arbeiten, das Geburtshaus in Leimen und das Krankenhaus Sinsheim mit elf Beleghebammen. Dies zeigt deutlich die geringe Hebammendichte auf dem Land, stellt die Frauenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Charlotte Schneidewind-Hartnagel fest.

Die hohen Haftungs- und Versicherungsleistungen, für die Hebammen mittlerweile aufkommen müssen, verschlingen einen Großteil ihres Einkommens. „Wir sehen mit großer Sorge, dass die ökonomische Situation der Hebammen dadurch immer mehr in Schieflage gerät“, so Schneidewind-Hartnagel weiter.

Hebammen sind in ihrer Funktion als psychosoziale und medizinische Beraterinnen unerlässlich für die Betreuung und Versorgung schwangerer Frauen. Sie schöpfen aus einem reichen Erfahrungsschatz und können deshalb bei vielen Alltagsproblemen praktische Hilfe leisten. Die wohnortnahe Versorgung von Frauen und Neugeborenen, die Wahlfreiheit des Geburtsortes und eine individuelle Betreuung während der Geburt geraten durch die hohen Haftungs- und Versicherungsleistungen zunehmend in Gefahr.


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Laut Dr. Edith Wolber vom Deutschen Hebammenverband ist bereits jetzt der Hebammenmangel besonders in ländlichen Regionen deutlich spürbar, ebenso ziehen sich Hebammen aus Regionen mit hohen Lebenshaltungskosten aus finanziellen Gründen zurück.

„Diese Entwicklung ist inakzeptabel. Ich unterstütze daher das Anliegen der Hebammen, damit die Versorgung der werdenden Mütter, der Gebärenden sowie der Wöchnerinnen  auch künftig ins unserer Region gewährleistet ist und fordere die Kassen auf neu zu verhandeln“, so Schneidewind-Hartnagels Forderung.

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Die grüne Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel beim Besuch der Geburtsabteilung der GRN-Klink in Sinsheim. (Foto: privat)

Infos im Internet:www.hebammen-bw.de


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