Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder. (Symbolbild – smg_foto/Pixabay)
Förderverein Frauen- und Kinderschutzhaus blickt auf ein starkes Jahr zurück – und plant weiter
Neckar-Odenwald-Kreis. 1.065 Frauen. 1.331 Kinder. Das sind die Menschen, die das Frauen- und Kinderschutzhaus im Neckar-Odenwald-Kreis seit seiner Gründung aufgenommen hat. Zahlen, die für sich sprechen – und die bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins einmal mehr deutlich machten, wofür dieser Verein steht.
2025 fanden 21 Frauen und 23 Kinder dort Schutz. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr – gewährleistet durch ein Team aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Frauenhaus-Leiterin Saskia Emmenecker berichtete außerdem von 102 telefonischen Beratungen und 17 Nachbetreuungen. Das Haus bietet Schutz – und begleitet Frauen auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
Das Jahr war aktiv: Der Dokumentarfilm „Hinter guten Türen” wurde erneut in Walldürn gezeigt – wieder vor vollem Haus, wieder mit einer bewegenden Aussprache mit Filmemacherin und Betroffener Julia Berhold. Das Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters in Limbach brachte dem Verein einen bedeutenden Spendenbetrag ein. Auf Einladung des Unternehmerinnen Kreises NOK hielt der Verein zudem einen Vortrag über seine Arbeit – genau die Art von Öffentlichkeitsarbeit, die langfristig etwas bewegt.
Ein Auto aus einem Erbe
Eine Geschichte, die berührt: Erstmals erhielt der Förderverein eine Erbschaft – und entschied, das Geld direkt dort einzusetzen, wo es gebraucht wird. Seit Januar 2026 steht den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses ein Fahrzeug zur Verfügung. Ob Behördengang, Arzttermin oder Alltagsbegleitung – das Auto erleichtert die Arbeit konkret. Jemand hat mit diesem Vermächtnis dafür gesorgt, dass andere Frauen besser geschützt werden. Das verdient mehr als eine Fußnote.
Häusliche Gewalt wird gesehen – auch online
Kim und Milena Wittmann betreiben zusammen mit Marina Herdt den Instagram-Account @gewaltfrei_leben des Fördervereins – und ihr Bericht zeigte, dass Prävention längst auf dem Smartphone stattfindet. Die Follower-Zahl stieg von 310 auf 519, die Zahl der Beiträge von 55 auf 116. Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Post: Fallbeispiele, Informationen, Verlinkungen. Das Thema wird gelesen, geteilt, weitergetragen. 2026 kommen Gewinnspiele, Reels und ein Fotoshooting hinzu.
Solide Finanzen, stabiler Vorstand
Kassenwartin Isabella Maier legte eine erfreuliche Bilanz vor: Die Einnahmen übertrafen die Ausgaben, Spenden und Bußgelder stiegen gegenüber dem Vorjahr spürbar an. Die Kassenprüferinnen bescheinigten vorbildliche Buchführung. Der Finanzplan für 2026 wurde einstimmig verabschiedet.
Einstimmig wiedergewählt wurde auch der Vorstand. Ursula Heckmann bleibt 1. Vorsitzende, Friederike Baier ihre Stellvertreterin. Zum Vorstandsteam gehören außerdem Isabella Maier, Anne Schmieg sowie die Beisitzerinnen Andrea Nagl, Heike Roth, Elfriede Schuler, Beate Lagler, Linda Bothe und Manuela Beyer. Eine Satzungsänderung ermöglicht künftig bis zu zehn Beisitzerinnen – damit mehr Schultern die ehrenamtliche Arbeit tragen können.
Ein Zeichen der Wertschätzung
Dass Landrat Dr. Achim Brötel persönlich das Wort ergriff, war mehr als ein protokollarischer Akt – es war ein klares Signal. In seiner Rede blickte er auf die Geschichte des Frauenhauses zurück, benannte die nach wie vor erschreckend hohen Fallzahlen und würdigte die wachsende gesellschaftliche Aufmerksamkeit für das Thema häusliche Gewalt.
Sein besonderer Dank galt jedem einzelnen Mitglied und den Ehrenamtlichen, deren Engagement er als unverzichtbar bezeichnete. Wer den Landrat kennt, weiß: Dieses Engagement ist keine Geste – er unterstützt den Verein seit Jahren tatkräftig und mit Überzeugung.
Termine
Der Verein plant eine Lesung im Sommer sowie zwei Benefizkonzerte mit dem Chor Maranatha am 21. und 22. November 2026. Wer das Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters nicht verpassen möchte: Der nächste Termin ist bereits bekannt – Mittwoch, 07. Oktober 2027.
Häusliche Gewalt betrifft Menschen in allen gesellschaftlichen Schichten – und sie endet nicht von allein. Wer hinschaut, wer teilt, wer spendet, macht einen Unterschied. Mehr Informationen auf Instagram.
