Rücksicht bei landwirtschaftlichen Großmaschinen

Landwirtschaft im Neckar-Odenwald-Kreis verpflichtet sich 10 Punkten-für Image und Akzeptanz – Info-Veranstaltung geplant 

Neckar-Odenwald-Kreis  (pm)) Beeindruckende  Dimensionen haben mittlerweile die großen Schlepper und Erntemaschinen, die auch im Neckar-Odenwald-Kreis nicht nur auf den Feldern Ihre Arbeit verrichten.

Der Fußgänger dagegen wirkt neben einem übermannsgroßen Reifen geradezu winzig. Und genauso kommt er sich auch vor: David gegen Goliath.
Fast jeder hat eine solche Begegnung schon erlebt, meint Herbert Kempf, Vorsitzender des Bauernverbandes im Neckar-Odenwald-Kreis. Die Wenigsten können sich aber in die Situation des Schlepperfahrers versetzen, der auf einem Feldweg Spaziergängern begegnet, und sein Gespann mit 25 Tonnen fast auf null herunterbremsen muss.

Mit gegenseitiger Rücksichtnahme kommt man hier am besten weiter. Wenn weder denkt: „der Feldweg gehört mir“, kann so eine Begegnung auch zum handfesten Streit ausarten.

Der Landwirt macht seine Arbeit und steht dabei häufig unter Zeitdruck. Eine Wetterverschlechterung bedroht vielleicht die Ernte, oder es warten anderer Stelle bereits andere Maschinen usw. Man könnte auch sagen, der Schlepperfahrer hat Stress.

Dies darf aber nicht dazu führen, dass zu schnell gefahren wird, oder vermeidbare Risiken eingegangen werden, erläutert Herbert Kempf weiter.

Wir, die landwirtschaftlichen Organisationen im Neckar-Odenwald-Kreis haben diese Thematik diskutiert und wollen das Problemfeld aktiv angehen. Wir sind uns alle einig, dass es nur ein vernünftiges Miteinander geben kann. Wir wollen deshalb auf die Landwirte einwirken, und zu rücksichtsvollem Fahren anhalten. Die Landwirte sind sich Ihrer Wirkung und auch der Verantwortung auf dem Schleppersitz durchaus bewusst und verhalten sich dementsprechend, meinen Burkhard Trabold und Walter Leibfried, die Geschäftsführer der beiden Maschinenringe  im Landkreis. Regelmäßig belehren sie die für den Maschinenring tätigen Fahrer. Wer sich nicht an die Vorgaben hallt, wird abgemahnt. Ein rücksichtsloser Fahrer schadet dem Image des Maschinenringes und der ganzen Landwirtschaft. Uneinsichtige Fahrer können wir nicht gebrauchen!

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung: „Landwirtschaftliche Großfahrzeuge – im Blickfeld der Bevölkerung“ stiegen die landwirtschaftlichen Organisationen im Neckar-Odenwald-Kreis in diese Thematik aktiv ein und wollen die Sensibilität in diesem Bereich verbessern. Herr Martin Gehrig vom Kuratorium Bayrischer Maschinenringe konnte hierzu als Referent gewonnen werden. Er wird dabei auch auf technische und rechtliche Hintergründe bzw. Vorgaben eingehen, damit die Landwirte rechtssicher mit Ihren Fahrzeugen auf die Straße gehen können. Alle Landwirte sollte diese Gelegenheit nutzen und sind herzlich eingeladen: am Dienstag 17.Nov. um 20:00 Uhr in Dallau in d Pfalz. 

Eine Art Knigge für Schlepperfahrer, soll im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis beachtet werden, letztlich eine Anleitung und Ermutigung zum rücksichtsvollen Fahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen.

Fahren mit Vernunft und Sachverstand, so beschreibt es der Landesverband der Maschinenringe, der diesen Katalog entwickelt hat. 10 Punkte sollen die Fahrer beachten (Download: BV Lohnunternehmer 10 Punkte für Image.pdf)

„Indem wir uns und die Landwirtschaft im Landkreis diesem Katalog verpflichten, wollen wir ein klares Signal an die Landwirte aber auch an die Bevölkerung übermitteln“, erläutert Bernhard Heim vom Fachdienst Landwirtschaft: Rücksichtslosigkeit ist nicht in Ordnung und kann nicht geduldet werden, sie schadet dem ganzen Berufsstand. Umgekehrt bitten wir um Nachsicht bei dem Einsatz der landwirtschaftlichen Großmaschinen. Immerhin sichern diese die Produktion von gesunden und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln. Oft ist es eben für den Fußgänger einfacher, den Feldweg frei zu machen und dem Landwirt bei seiner Arbeit nicht unnötig auszubremsen. Gegenseitige Rücksichtnahme!

Ortschaften, insbesondere in Wohngebieten sollten von vornerein gemieden werden, meint auch Andreas Sigmund, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Aber oft ist der Weg durchs Dorf unvermeidbar. Dann hilft es eben schon viel, wenn die Fahrer den Fuß vom Gas nehmen und damit den Fußgängern signalisieren, dass man sie wahrgenommen hat.
Die Drehzahl der Maschinen und damit auch die Motorgeräusche gehen zurück und der Zug wirkt auf den Fußgänger weit weniger bedrohlich als bei voller Drehzahl. Im Dorf darf man sich dabei auch zuwinken oder zunicken, um das Miteinander zu betonen.

Gerade in unserer Region hat der Strukturwandel in der Landwirtschaft große also flächenstarke Betriebe hervorgebracht, betont Erhard Brenner, Vorsitzender vom Beratungsdienst Ackerbau Neckar-Odenwald-Tauber e. V. Die durchschnittliche Betriebsgröße der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe liegt bei deutlich über 50 ha Fläche. Im Landesvergleich ist dies ein Spitzenwert. Bei den Haupterwerbsbetrieben sind es im Durchschnitt deutlich über 100 ha. Das kann nur mit großen und leistungsfähigen Maschinen bewältigt werden.

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(Foto: pm)

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