Erinnerungsarbeit auf neuen Wegen

(Foto: privat)

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APG-Kurs nimmt an deutsch-französischem Projekt teil

Mosbach.  (cs) „Wir sind beeindruckt von der Ernsthaftigkeit und dem hohen Verantwortungsbewusstsein, mit dem sich unsere Schülerinnen und Schüler diesem Thema gewidmet haben, und die Ergebnisse sprechen für sich“, sind sich StD. German Miksch und OStR. Bernhard Jilg einig.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihres Seminarkurses „Nationalsozialismus“ am Auguste-Pattberg-Gymnasium nehmen an einem ausgesprochen ambitionierten Projekt teil, dessen Ziel es ist, das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler mit seinen Außenstellen fotografisch festzuhalten, um daraus Ausstellungstafeln für eine Wanderausstellung zu gestalten. Der Holocaust-Gedenktag, eine von der UN im Jahr 2005 ins Leben gerufene Veranstaltung, ist der Anlass für dieses deutsch-französische pädagogische Vorhaben ganz besonderer Art. Begleitet von Projektpartnern wie dem Centre Européen du Resistant Deporté (CERD) und dem Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (VGKN) sind seit Herbst 2017 Schülerinnen und Schüler von beiden Seiten des Rheins damit beschäftigt, sich mit der Geschichte des Konzentrationslagers Natzweiler und seiner etwa 70 ehemaligen Außenstellen in Deutschland und Frankreich vertraut zu machen.

Der Seminarkurs am APG arbeitete zunächst daran, die Gedenkstätten der ehemaligen Neckarlager fotografisch festzuhalten. Das Projekt hatte es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Fotografie als Medium des Erinnerns einzusetzen und mittels künstlerischer Arbeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Geschichte sich auch im Nahraum abgespielt hat. Dabei wurden die Schülerinnen und Schüler des APG von lokalen Experten des Landesdenkmalamtes begleitet, das ein Gesamtverzeichnis der denkmalwürdigen Überreste des Konzentrationslagers Natzweiler anlegen wird.

Nach der Eröffnungsveranstaltung am 29. September 2017 in der KZ Gedenkstätte in Natzweiler im Elsass machten sich die APGler am 5. Dezember 2017 ein weiteres Mal auf den Weg nach Frankreich, um in Straßbourg am Ecole ORT erneut mit den übrigen am Projekt beteiligten französischen und deutschen Jugendlichen aus den besten der eingereichten Arbeiten 20 Ausstellungstafeln zusammenzustellen und die Fotos mit zweisprachigen Texten zu versehen. Damit ist nun die Grundlage für eine später grenzüberschreitend einzusetzende Wanderausstellung gelegt.

Neben der Möglichkeit, den Seminarkurs am APG durch ein künstlerisches Projekt zu begleiten und dabei kreativ tätig zu werden, neben der gemeinsamen mehrsprachigen Arbeit an der Ausstellung ist der tiefe Eindruck, den dieses Unternehmen bei allen Schülerinnen und Schülern hinterlassen hat, sicher auch damit zu erklären, dass Jugendliche aus Deutschland und Frankreich sich in großer Gestaltungsfreiheit, mit hohem Einsatz und erkennbarer Verantwortung für das gesteckte Ziel gemeinsam einer historischen Zeit und ihrer Probleme widmen konnten.
„Die Verbrechen des Nationalsozialismus lassen uns erschauern, aber sie bleiben, wenn wir ihnen nur in Geschichtsbüchern begegnen, doch abstrakt. Viel eindrücklicher wird das Thema, wenn wir mit Spuren dieser wohl dunkelsten Zeit deutscher Geschichte in unserer unmittelbaren Umgebung konfrontiert sind. Daher finde ich dieses Projekt so besonders wertvoll und bin dankbar, dass sich die Kollegen Miksch und Jilg zusammen mit ihrem Seminarkurs damit auseinandersetzen“, so Schulleiter Dr. Thomas Pauer.

Gespannt ist er auch auf den Dokumentarfilm, denn professionelle Filmemacher begleiten die Arbeit der Schülerinnen und Schüler von Anfang an und werden im Frühjahr 2019 über deutsche und französische Sender, so auch in ARTE, über das Projekt berichten.

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