Ein Zeichen für mehr Artenvielfalt

(Foto: pm)

Buchen. Noch ein klein wenig bunter wird der Neckar-Odenwald-Kreis im kommenden Jahr. Denn dann werden zahlreiche Blühmischungen, die in den vergangenen Wochen im ganzen Landkreis ausgebracht wurden, aufblühen und Insekten wertvolle Nahrung bieten. Federführend dabei war der Naturpark Neckartal-Odenwald mit der Beteiligung an dem Projekt „Blühender Naturpark“. Die Aussaataktionen sollen dem Artenschutz dienen, insbesondere aber Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen animieren, auf eigenen Grundstücken nachzuziehen.

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Mit Blühflächen in der Größe von 1.250 Quadratmetern an der Ludwig-Erhard-Schule, der Gewerbeschule Mosbach und dem Hauptsitz des Landratsamtes in Mosbach sowie in Buchen an der Zentralgewerbeschule und einer Fläche im Umfeld der Neckar-Odenwald-Kliniken setzt nun auch der Landkreis ein deutliches Zeichen für mehr Artenvielfalt. Symbolisch dafür wurde dieser Tage eine Saatgutmischung an der Zentralgewerbeschule mit tatkräftiger Unterstützung von Kindern des Schulkindergartens Pusteblume ausgebracht. Weitere Flächen an der Frankenlandschule in Walldürn und am Ganztagsgymnasium Osterburken mit insgesamt 700 Quadratmetern sind 2019 für die Einsaat vorgesehen.

„Der Artenverlust geht bei uns im ländlichen Raum schleichend, aber dennoch stetig voran. Deshalb wollen wir hierfür sensibilisieren und unseren Beitrag leisten. Über jede private Blühfläche, die im kommenden Jahr folgt, freut sich unsere Natur aber genauso“, betonte Landrat Dr. Achim Brötel bei der Aussaataktion.

Naturpark-Projektmanagerin Michaela Kahl zeigte sich sehr zufrieden über das Engagement: „Es freut uns, mit dem Neckar-Odenwald-Kreis einen begeisterten Teilnehmer für das Projekt gewonnen zu haben. Wir sind sehr gespannt auf die Wildblumen im nächsten Jahr.“ Dabei wies sie darauf hin, dass der Bestand an Fluginsekten in Deutschland in den letzten rund 25 Jahren um mehr als 75 Prozent zurückgegangen sei. Insekten seien aber überlebenswichtig, denn ohne die Bestäubung vieler Pflanzen würde ein Großteil der Nahrungsmittel fehlen.

Ausgesät wurden daher unter anderem Schafgarbe, Kerbel und Glockenblume sowie die Gräser Wiesenfuchsschwanz, Glatthafer und Weidelgras. Geschätzt werden diese beispielsweise von Wildbienen, wobei jede Wildbienenart auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert ist. Um solches Wissen an den momentan noch brachen Flächen zu vermitteln, wurden jeweils entsprechende Hinweisschilder ausgestellt. Gepflegt werden die Blühwiesen von Mitarbeitern der Digeno unter fachlicher Anleitung von Experten des Landratsamtes, die zuvor die Flächen sorgfältig ausgewählt hatten.

Einen großen Beitrag leistet auch die Landwirtschaft im Kreis, da nach den Auswertungen des Fachdienstes Landwirtschaft des Landratsamtes inzwischen pro Jahr über 2.400 Hektar mit Blühmischungen ausgesät werden. Das sind sieben Prozent der gesamten Ackerfläche und damit so viel wie in keiner anderen Region in Baden-Württemberg.

Informationen und Beratung zu Aussaat und Pflege privater Blühflächenprojekte gibt es im Rahmen des Projekts „Blühender Naturpark“ unter 0 62 71/94 22 75 oder Mail info@np-no.de sowie unter www.naturpark-neckartal-odenwald.de.

Hintergrund:

Insekten spielen eine fundamentale Rolle in unserem Ökosystem und bilden eine wichtige Basis vieler Nahrungsketten. In Deutschland gibt es 564 Arten von Bienen, die Honigbiene ist nur eine davon. Alles andere sind Wildbienen, darunter 32 Hummelarten. Über die Hälfte zählt zu den gefährdeten Arten. Die Ursachen des Insektenrückgangs werden viel diskutiert. Schwindender Lebensraum, abnehmende Pflanzenvielfalt auf unseren Wiesen und Insektizide gelten als die Hauptgründe.

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