Seckach trauert um Schwester Gebharda

(Foto: Liane Merkle)
Seckach/Gengenbach.  (lm)  Wie Bürgermeister Thomas Ludwig mitteilt, trauert die Gemeinde Seckach um Ehrenbürgerin Schwester Gebharda, die am Pfingstsonntag, nach langer schwerer Krankheit im Alter von 92 Jahren verstarb. Der Leitsatz „Wir tragen unseren Auftrag hinaus in die Welt; dorthin, wo wir gebraucht werden“ und ihr starker christlicher Glaube prägten das Leben der ehemaligen Generaloberin, die ihr Leben ganz in den Dienst Gottes und ihrer Mitmenschen gestellt hatte.

Geboren wurde die Ehrenbürgerin der Baulandgemeinde als Lydia Frank am 21. Oktober 1927 in Seckach. Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie bei der Firma Eirich in Hardheim die Ausbildung zur technischen Zeichnerin. Im Jahr 1949 kam es zu der großen Wende in ihrem Leben, als sie sich dazu entschloss, in die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in Gengenbach einzutreten.

Sie folgte damit ihrem inneren Ruf, legte 1954 ihre Ewige Profess ab und nahm den Ordensnamen Maria Gebharda an. Danach machte sie eine Ausbildung mit Staatsexamen zur Erzieherin und absolvierte das Studium der Sozialpädagogik mit Diplomabschluss. Bis 1988 lehrte Schwester Gebharda an der klostereigenen Fachschule für Sozialpädagogik in Gengenbach, die sie auch 12 Jahre leitete. 1988 wurde sie zur Generalvikarin der Ordensgemeinschaft gewählt und 1994 zur Generaloberin. Stets begleitet von ihrem unerschütterlichen christlichen Glauben, übte sie all ihre Ämter mit großem Sachverstand aus.

Die Aufgaben der Gengenbacher Franziskanerinnen sind vielfältig, sie helfen und unterstützen vor allem die schwachen und bedürftigen Mitglieder unserer Gesellschaft und so werden zum Beispiel Krankenstationen, Kindergärten, Altenheime, Fachschulen für Sozialpädagogik und Frauen- und Kinderschutzhäuser betreut. Außerhalb von Deutschland gibt es noch weitere Stationen in der Schweiz, Peru und Chile, wobei in Südamerika die Kinder- und Jugendarbeit den Schwerpunkt der Tätigkeit darstellt.

All diesen Aufgaben fühlte sich Schwester Gebharda Zeit ihres Lebens stets besonders verpflichtet. Mit festem Glauben und unermüdlicher Einsatzfreude führte sie die ihr anvertraute Ordensgemeinschaft und legte ihr Amt erst 2006 im Alter von 78 Jahren nieder.

In Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Lebensleistung verlieh die Gemeinde Seckach ihrer geschätzten Heimattochter im Rahmen des Neujahrsempfangs 1999 das Ehrenbürgerrecht und damit die höchste Auszeichnung, die eine Gemeinde vergeben kann. Aber auch die Bundesrepublik Deutschland würdigte die besonderen Verdienste der Schwester, indem ihr aus den Händen des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger im Jahre 2006 das Bundesverdienstkreuz überreicht wurde. Weitere Ehrungen waren die verschiedenen Profess-Jubiläen, darunter im Jahre 2019 das äußerst seltene Fest der Eisernen Profess (= 65 Jahre).

„Die Nöte der gegenwärtigen Zeit erkennen und danach handeln“, so hat der Initiator Pfarrer Wilhelm Berger den Auftrag der Ordensgemeinschaft im Gründungsjahr 1866 umschrieben. Schwester Gebharda hat diesen Auftrag in all ihren Funktionen stets in höchstem Maße erfüllt. Die Gemeinde Seckach dankt Schwester Gebharda für ihr beeindruckendes Lebenswerk und wird ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Aufgrund der aktuellen Vorschriften fand die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung Donnerstag, in Gengenbach ausschließlich im Kreise der Mitschwestern statt. In Absprache mit der Ordensleitung und der hiesigen Kirchengemeinde plant die Gemeinde Seckach daher für einen späteren Zeitpunkt einen Gedenkgottesdienst in der Seckacher Pfarrkirche „St. Sebastian; der Termin wird rechtzeitig bekanntgeben.

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