Infektionszahlen bestimmen die Richtung

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Arbeitslosigkeit steigt leicht an – Quote liegt bei 3,7 Prozent

(pm) Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 12.611 gestiegen. Das sind 106 Arbeitslose (Plus 0,8 Prozent) mehr als im Vormonat, 3.758 mehr als im Juli 2019 (Plus 42,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozent auf 3,7 Prozent gestiegen. In Baden-Württemberg beträgt die Arbeitslosenquote 4,4 Prozent.

Corona ist weiter bestimmend für den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen stieg erneut an, wenn auch moderat. So können „Corona-bedingt“ viele befristete Arbeitsverträge derzeit nicht verlängert und nicht alle Auszubildenden nach der Ausbildung übernommen werden.

„Doch es gibt auch leichte Anzeichen für vorsichtigen Optimismus“, so Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim. „Die Dynamik hat wieder etwas an Fahrt aufgenommen. Heißt: es haben sich wieder mehr Menschen in Arbeit abmelden können als noch im Juni und Mai und es gibt leichten Zuwachs bei neuen Stellenangeboten. So zum Beispiel im Handwerk, im Dienstleistungsbereich, in der Pflege und in Gesundheitsberufen. Auch einzelne Betriebe im metallverarbeitenden Bereich und im Maschinenbau suchen wieder neue Mitarbeiter“, führt Karin Käppel an.

Im Juli wurden 1.204 neue Arbeitsstellen gemeldet, 450 mehr als im Vormonat (Plus 59,7 Prozent), 135 (Minus 10,1 Prozent) weniger als im Juli 2019. Insgesamt waren 4.757 offene Stellen gemeldet, 81 weniger (Minus 1,7 Prozent) als im Vormonat, 2.830 (Minus 37,3 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

„Je nachdem, wie sich die Infektionszahlen entwickeln, weitere Lockerungen möglich oder Einschränkungen nötig sein werden, wird sich das auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln. Die zusätzlichen Maßnahmen, die die Bundesregierung in die Wege geleitet hat, wie zum Beispiel die Verlängerung der Kurzarbeit, mildern sicherlich gravierendere Auswirkungen ab, aber im Moment müssen wir davon ausgehen, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresverlauf noch steigen wird“, so die Agenturleiterin.
Das Niveau der Finanzkrise 2008/2009 ist bisher aber nicht erreicht. Im Juli 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 4,8 Prozent, jetzt liegt sie bei 3,7 Prozent.

Kurzarbeit

„Kurzarbeit ist weiter das Instrument der Stunde, um Entlassungen zu vermeiden. Nachdem ab März 2020 die Zahl der Anzeigen rasant in die Höhe geschnellt sind, sind in den letzten beiden Monaten deutlich weniger Anzeigen hinzugekommen“, so Karin Käppel.

Im Neckar-Odenwald-Kreis sind seit März 1.410 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 20.064 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 10 Anzeigen für 556 Personen.

Wie viele Menschen tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen mussten, kann erst rückblickend gesagt werden. Der Betrieb soll Kurzarbeit flexibel und nach seiner Auftragslage angepasst einsetzen können. Deshalb rechnet der Betrieb immer rückwirkend, also nach Abschluss eines Monats, in dem kurzgearbeitet wurde, ab. Um diese Unterlagen einzureichen, hat der Arbeitgeber drei Monate Zeit.

Arbeitsmarkt im Neckar-Odenwald-Kreis

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,9 Prozent (Vormonat 4,0 Prozent). Im Juli waren 3.210 Menschen arbeitslos gemeldet, 56 oder 1,7 Prozent weniger als im Vormonat, 839 (35,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
560 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 619 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.
Arbeitgeber haben 126 Stellenangebote gemeldet (Juli 2019: 214), 10 oder 8,6 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 561; 54,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Eckwerte nach Rechtskreisen

Von den 3.210 Arbeitslosen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden 1.229 vom Jobcenter Neckar-Odenwald betreut (Juni 2020: 1.275). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1.981 Arbeitslose (Juni 2020: 1.991).

Ausbildungsmarkt

Trotz Corona ist es für die meisten Betriebe keine Option, ihre Ausbildungen ab Herbst nicht starten zu lassen. „Ausbildung ist ungeheuer wichtig. Wird jetzt nicht ausgebildet, gibt es in den nächsten Jahren noch weniger Fachkräfte“, so Karin Käppel.

Junge Menschen, die sich jetzt noch für eine Ausbildung entscheiden, haben sehr gute Chancen. So zum Beispiel im Einzelhandel, als Fachkraft Lagerlogistik, als Bank- oder Industriekaufmann, -frau, als Kaufmann,-frau Büromanagement oder Groß- und Außenhandel sowie in den Handwerksberufen.

„Mit einer abgeschlossenen Ausbildung haben junge Menschen tolle beruflichen Chancen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Es lohnt, diese Tatsache in die Berufsfindung miteinzubeziehen“, rät die Agenturleiterin.

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