Futterspende an Landwirte übergeben

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(Foto: Jaufmann)
Ahrtal.  (jm) Über die sintflutartig über die Region und durch das Ahrtal rauschende Flutwelle und die durch sie verursachten unermesslichen Schäden informierten die Medien, doch die Folgen daraus und die Verzweiflung der Betroffenen kann man sich erst nach Inaugenscheinnahme vor Ort und dann auch nur annähernd vorstellen.

Diese Erfahrung löste bei den Fahrern und Transportbegleitern der Futterbrücke sowie den mehrfach nach Bad Münstereifel geeilten Helfergruppen große Betroffenheit aus. Ja sie kamen wiederholt in ein wahres Gefühlschaos bei der Fahrt über zerstörte und teilweise weggeschwemmte Straßen und Brücken oder durch völlig zerstörte Straßenzüge und Dörfer, vor allem aber bei den Erlebnis-Schilderungen der Menschen dort.

So war die durch den Verein „HELP! Sommermärchen-Team“ initiierte und organisierte Futterbrücke in der Flutregion sehr hilfreich, die Heuspende wurde erfreut und mit Dankbarkeit entgegengenommen. Als richtig erwies sich auch die Entscheidung zur schnellen und direkten Hilfe an die Betroffenen, ohne die Umwege über Organisationen und unüber-
schaubare Regulierungen.

Überhaupt zeigten sich die Menschen dort und vor allem die Landwirte angetan von der vielfach erfahrenen Solidarität aus ganz Deutschland, zumal die offizielle Hilfe in Anbetracht der angespannten Lage noch immer sehr auf sich warten lässt und daher teilweise auch große Unzufriedenheit herrscht. Vielfach macht sich inzwischen große Frustration breit angesichts der immer wieder zu überwindenden bürokratischen Hürden.

Bei der Übergabe der Heuladung eines Sattelzuges der Spedition Richter (Auerbach) an den Reiterhof Vongerichten erfuhren die „HELP“-Vertreter Birgit und Marcel Holzschuh (Wagenschwend), dass es diesen in Tallage nahe bei dem Dorf Schuld/Rheinland-Pfalz im Ahrtal gelegenen Hof extrem hart getroffen hat, wie sogar auch im Fernsehen berichtet wurde.

Das Betreiber-Ehepaar musste in der Flutnacht ohne weitere Hilfe in einer Blitz-Aktion seine 40 Pferde zur Rettung auf eine Anhöhe verbringen. Inzwischen fanden 20 eigene Pferde ein Notquartier bei einem anderen Pferdehof, 20 eingestellte Pferde mussten notgedrungen für die nächste Zeit von ihren Besitzern anderweitig untergebracht werden. Der Reiterhof ist völlig zerstört und zunächst weitestgehend auf Hilfe angewiesen.

Die Futterspende ist daher eine sehr willkommene Hilfe, musste allerdings wegen der gewaltigen Schäden zunächst notgedrungen außerhalb eingelagert werden. Diese Hilfe ist zwar in der augenblicklichen Lage des Pferdehofes ein erfreulicher Lichtblick, doch angesichts der durch die Flut völlig zerstörten Existenz bedarf es dringend umfassender Hilfe und Unterstützung, vor allem aber schnellen und unbürokratischen Handelns.

Ziel der drei Sattelzüge der Firma LYMA GmbH (Buchen-Bödigheim) war Zülpich/Nordrhein-Westfalen, wo Matthias und Nadine Krämer auf ihrem Hof die Zwischenlagerung der Heuballen ermöglichten, von wo aus diese dann mit Hilfe der örtlichen Feuerwehr zielorientiert und direkt ohne hemmende Verwaltungsvorgaben an flutgeschädigte Landwirte verteilt werden.

Bei Gesprächen mit dem Ehepaar Krämer anlässlich der Übergabe der Futterspende wurde auch den „HELP!“-Mitgliedern Christian und Finn Ditter (Seckach) deutlich, welche schrecklichen Auswirkungen die Flutkatastrophe für die ganze Region und vor allem die betroffenen Menschen nach sich zieht. Wenn man erfährt, dass neben den unermesslichen Schäden beispielsweise auch ein Friedhof zerstört und dabei die Särge aus den Gräbern gespült wurden, wenn man hört, dass für ganze Dörfer die Wiederherstellung der Versorgungsstrukturen trotz des Herannahens der kalten Jahreszeit derzeit terminlich überhaupt noch nicht abzusehen ist, lässt sich abschätzen wie wichtig jedwede Un-
terstützung und willkommen auch alle freiwillige Hilfe für die Betroffenen ist.

Beim Verein „HELP! Sommermärchen-Team“ hat man gerne vernommen und kann den Futterspendern vermelden, dass die ergriffene Initiative erfolgreich gestaltet und somit dringende Unterstützung für Betroffene erbracht werden konnte. Mit der schnellen und direkten Hilfe hat sich für diese Landwirte die Lage bezüglich der Futterversorgung ihres Viehs für die nächste Zeit sicher etwas entspannt. Aber sie müssen natürlich auch irgendwie die Zeit bis zur Heuernte 2022 überbrücken.

Für den Fall wahrscheinlicher Futter-Engpässe während dieser Periode werden sich Landwirte aus Bauland und Odenwald gerne um eine weitere Futter-Reserve bemühen, die dann bei Bedarf jederzeit abgerufen werden könnte. Für den Moment jedenfalls sehen die Organisatoren die „HELP!“-Hilfsaktion erfolgreich verlaufen und somit auch als abgeschlossen und sagen alle Heuspendern, Sponsoren und Helfern auf diesem Wege nochmals ganz herzlichen Dank.


(Foto: Jaufmann)

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