Siedler- und Gartenfreunde werden aufgelöst

Artikel teilen:

 Herbert Knapp, Dr. Norbert Rippberger, Walter Thier, Markus Hohn und Karl-Heinz Schacht. (Foto: Liane Merkle)

Mudau verliert einen Verein

Mudau.  (lm)  Die Gemeinde Mudau wird demnächst um einen Verein ärmer werden. Mit Tränen in den Augen bei so manchem Altvorderen fassten die Mitglieder der Siedler und Gartenfreunde Mudau den einstimmigen Beschluss den Verein aufzulösen und dessen Liquidation mittels Satzungsänderungen einzuleiten.

Walter Thier als Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes zusammen mit Liane Merkle und Markus Hohn betonte im Rahmen der Jahreshauptversammlung, dass man sich zu diesem traurigen Schritt gezwungen sieht aufgrund des Altersdurchschnitts der Mitglieder mit knapp über 70 Jahren und damit verbundenem schwindenden Interesse an der Vereinsarbeit. Dokumentiert wurde dies u.a. durch die Tatsache, dass man keinen Vorsitzenden finden konnte und so der Verein mit dem o.a. „Dreigestirn“ über einen längeren Zeitpunkt hinaus als geschäftsführender Vorstand geführt wurde.

Walter Thier als Versammlungsleiter zeigte sich zu Beginn der Versammlung über die Anwesenheit von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Wilhelm Schwender in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung und selbst langjährigem Mitglied der Siedler und Gartenfreunde sowie Hans Slama als Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsverein Mudau erfreut. Sein besonderer Dank galt allen, die die Interessen des Vereins in all den Jahren engagiert vertreten hatten und den örtlichen Vereinen sowie der Gemeinde für die stets harmonische und konstruktive Zusammenarbeit.

Als Siedler und Gartenfreunde will man allerdings nicht gänzlich von der Bildfläche verschwinden und so sieht man sich nach der gesetzlichen Bestätigung der Liquidation beim örtlichen Heimat- und Verkehrsverein im Rahmen einer Abteilung gut aufgehoben.

Die neue Abteilung im HVV soll dann eine finanzielle Grundausstattung erhalten, mit der auch der Unterhalt des Gerätehauses gesichert werden soll. Ebenfalls mit einstimmigem Votum wurde beschlossen, dass das Sachvermögen des Vereins in den HVV und nach Abschluss der Liquidation das Barvermögen in das Stiftungskapital der Bürgerstiftung Mudau übergeht. Ebenfalls einstimmig wurden die bisherigen Vereinsvorstände Markus Hohn, Walter Thier und Liane Merkle zu Liquidatoren berufen. Zahlreiche Sitzungen, Telefonate und Gespräche waren dieser Versammlung vorausgegangen, resümierte die Vorsitzende Liane Merkle und erinnerte auch daran, dass die Wanderhütte, die von der Firma Fischer hergestellt wurde, ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Leider habe Walter Thier bereits mehrere Schmierereien beseitigen müssen. Als vollen Erfolg bezeichnete sie den Ausflug mit 50 Personen nach Wertheim mit Abschluss auf dem heimischen Golfplatz. Zur Freude der Anwesenden konnte die Vorstandschaft einer Bitte der Bürgerstiftung und der Gemeinde nachkommen und mit einer Spende von 5.000 Euro eine Neubeschaffung eines teuren Spielgerätes für den großen Spielplatz an der Odenwaldhalle in Mudau ermöglichen.

Ein weiteres Dankeschön galt Herbert Knapp, Willi Müller und Karl-Heinz Schacht für ihr Engagement in Sachen Behördengänge, Rechtsfragen und Vermögensorganisation. Gartenfachwart Josef Püchner teilte schweren Herzens mit, dass auf Grund Corona keine Schnittkurse, sondern nur Telefonberatungen stattfanden. Für die Jahre 2021 und/22 konnte Karl-Heinz Schacht als Kassenwart über eine solide und zufrieden stellende Finanzlage des Vereins berichten.

Nachdem Schriftführer Herbert Knapp über die Inhalte der Sitzungen und Aktivitäten berichtet hatte, attestierten die Kassenprüfer Rolf Link und Ingrid Lenz eine einwandfreie Finanz- und Buchhaltung, was durch die einstimmige Entlastung der gesamten Vorstandschaft als Dank für die geleistete Arbeit bestätigt wurde. Wilhelm Schwender erläuterte als langjähriges Mitglied, aber auch als Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, dass er zum ersten Mal einen Verein im Rückbau erlebt, mit dem er so viele schöne Jahre genossen habe.

Traurig für die Siedler, aber glücklich für die Bürgerstiftung, die mit dieser großzügigen Zuwendung ihr ursprüngliches Stiftungskapital von 47.000 Euro (2004), das inzwischen auf 70.000 Euro angewachsen sei, sehr deutlich erhöhen könne. Und wenn dann die Zinspolitik mal wieder mitspiele, könne man auch wieder – ebenfalls im Sinne der Siedler – viel Gutes bewirken.

Hans Slama zeigte sich erfreut, dass die Ziele der Siedler und Gartenfreunde als Sparte im HVV weiter verfolgt werden können, denn er war der Meinung, dass mit jedem Verein, der stirbt auch ein Stück Mudau sterbe. Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger dankte in seinem Grußwort den sehr aktiven Siedlern für ihr vielfältiges Wirken in der Gemeinde zum Wohle aller. Ob bei jahrzehntelangen Einsätzen auf dem Laurentiusmarkt, bei Schnittkursen, vielen „grünen“ Einsätzen und Angeboten oder durch das Schmücken des Oster- und des Weihnachtsbrunnens.

Stolz sei er auch auf den Realitätssinn der Mitglieder, die dazu stehen, dass die Ära eines Vereins einfach zu Ende sei. Dafür spreche auch, dass man eine Möglichkeit gefunden habe, unter dem Dach des HVV die Ziele der Siedler und Gartenfreunden weiter zu verfolgen. Als Vorsitzender des Kuratoriums der Bürgerstiftung freute er sich, dass die Vermögensfrage so gut und klar wurde über die Bürgerstiftung geregelt worden seien.

Damit werde das, was die Siedler erschaffen haben, auf Dauer nicht verloren gehen. Er wünschte für die neue Zukunft alles Gute. Im Anschluss dankte Walter Thier seinen Vorstandskollegen für den großen Einsatz zur Vorbereitung dieser ebenso wichtigen wie traurigen Versammlung und den Siedlerfreunden für den wichtigen Zusammenhalt, bevor er Dr. Rippberger die symbolische Spende von 5.000 Euro für das Spielgerät auf dem großen Spielplatz bei der Odenwaldhalle überreichte.

Zum Weiterlesen:

Von Interesse