Mosbach: Wohnraum von morgen gestalten

MdB Chris Kühn und Simone Heitz (Grüne) besuchten Baugenossenschaft Familienheim Mosbach e.G.

 Mosbach. (pm) Vergangenen Freitag machte sich eine Delegation aus Kreisgrünen, der Landtagskandidatin Simone Heitz und Gast-MdB Chris Kühn in seiner Funktion als bau- & wohnungspolitischer Sprecher auf dem Weg in die lichtdurchflutete Geschäftsstelle der Baugenossenschaft Familienheim Mosbach e.G. Der Empfang von Geschäftsführer Dr. Klaus-Dieter Roos und sein Team war herzlich und die folgende Präsentation mit Diskussion erkenntnisreich.

Das Familienheim gründete sich 1947 als große Wohnungsnot herrschte und viele Weltkriegsflüchtlinge in Mosbach eine „Neue Heimat“ – so der Name damals – suchten. Heute unterhält die knapp 2000 Mitglieder starke Baugenossenschaft über 1000 Wohnobjekte auf rund 70.000 qm. Soziale Aspekte, wie günstige Mieten oder Barrierefreiheit für Ältere, stehen im Vordergrund, aber auch umweltbewusstes Bauen und energetische Modernisierung, alles mit Augenmaß, sind erklärte Ziele. Für die Modernisierung und Instandhaltung des Bestandes werde ein Großteil der Einnahmen reinvestiert. Bundesweit deutlich unterdurchschnittliche Betriebskosten unterstreichen diesen nachhaltigen Erfolg.

Nichtsdestotrotz gäbe es gravierende Probleme in Form von unwirtschaftlichen Kostensteigerungen im Bereich Neubau und kommunaler Grundstückspreise, die selbst das günstige Zins-Niveau oder laufende KfW-Förderungen nicht aufwiegen können. Hinzu kommt: „Die neuste Energie-Einsparverordnung (EnEV) der Bundesregierung ist nicht nachhaltig und muss selbst saniert werden. Die Klimaschutzziele sind uns Grüne wichtig, überteuerte Spitzeneffizienz mit marginalen Effekten könne aber nicht die Lösung für bezahlbaren Wohnraum sein. Unser Konzept der Fairwärme denkt nicht länger von Haus zu Haus, sondern es verankert den Klimaschutz in ganzen Stadtvierteln.“, so Kühn. Für mehr praxistaugliche Flexibilität bei Umbau-Maßnahmen plädiert Dr. Roos. Größere Planvorhaben dürfen nicht „an einer einzigen Säule“ bei den lokal zuständigen Behörden komplett scheitern.

Die von der CDU fälschlich kritisierte Landesbauordnung der von Ministerpräsident Kretschmann geführten Landesregierung, es müssten überall zwingend Begrünung oder mehrere überdachte Fahrradstellplätze vorgehalten werden, stimme so nicht. „Kreis und Kommunen haben es selbst in der Hand, ihren Wohnraum von morgen zu gestalten. Dazu erlauben ausdrücklich Öffnungsklauseln, die Möglichkeiten abzuwägen und den eigenen Ermessensspielraum zu nutzen!“ weist Landtagskandidatin Heitz hin und sagt weiter: „Gerade im Ländlichen Raum ist eine lebendige Stadtplanung mit besseren Nah- & Fernverkehr essentiell. Wer die demografische Entwicklung verschlafe und am Bedarf vorbei plant oder die falschen Weichen stellt, wird so die Abwanderung in die Metropolregionen nicht stoppen!“

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(Foto: pm)

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