„Ausbau des ÖPNV unverzichtbar“

Unser Bild zeigt von links: Arno Meuter, Lena-Marie Dold, Andreas Größler, Amelie Pfeiffer, Michael Keilbach, Klaus Kühnel, Andreas Klaffke, Timo Riedinger, Staatssekretärin Elke Zimmer, Jutta Schüle, Bernd Ebert und Anton Geier (Foto: Katrin Fleischmann)

Staatssekretärin Elke Zimmer (B 90/Grüne) zu Besuch – Förderung für Radwege möglich

** Neckarelz.** (pm) Klimafreundliche Mobilität ist ein wichtiger Baustein erfolgreicher Klimapolitik, ein wesentlicher Bestandteil davon ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).

Um sich ein Bild von der Situation im Neckar-Odenwald-Kreis zu machen, kam [MdL Elke Zimmer], Staatssekretärin im Verkehrsministerium, auf Einladung des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen zu einem Besuch nach Neckarelz.

„Grün vor Ort“ will Landespolitik transparent machen und gleichzeitig sehen und hören, was die Menschen vor Ort bewegt. Elke Zimmers Kernanliegen ist umweltfreundliche Mobilität.

Daher engagiert sich die Staatssekretärin für einen attraktiven und bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr, gut ausgebaute Radwege und die intelligente Verzahnung unterschiedlicher Verkehrsträger.

Zimmer verwies auf das Ziel der Landesregierung, die Verkehrswende mit Schwung voranzutreiben. „Bis 2030 müssen wir im Verkehrsbereich den Ausstoß der Treibhausgase um 55 Prozent senken.

Um dies zu erreichen ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs unverzichtbar. Damit Bus und Bahn wirklich flächendeckend genutzt werden können, ist Barrierefreiheit ein entscheidender Faktor. Ich bin froh, dass die Gespräche, zur Umsetzung dieses Ziels bereits laufen.

Denn insbesondere bei einem Knotenpunkt wie dem Bahnhof Mosbach-Neckarelz, der die Ballungsräume Mannheim/Heidelberg und Heilbronn verbindet, ist dies entscheidend für ein attraktives Nahverkehrsnetz und sorgt für eine gute Anbindung der gesamten Region“, so die Verkehrs-Staatssekretärin.

Bei ihrem Besuch in Neckarelz sollte besonders das Problem der unterschiedlichen Einstiegshöhen der Züge der den Verkehr auf der Neckartalstrecke bedienenden Verkehrsunternehmen angesprochen werden.

Dazu hatten die grünen Kreisvorsitzenden Amelie Pfeiffer und Andreas Klaffke zahlreiche Lokalpolitiker:innen und ADFC-Vertreter:innen eingeladen, die sich gerne die Zeit nahmen, um mit Elke Zimmer ausführlich über dieses Thema und viele weitere zu sprechen.

Während verschiedene Fragen direkt am Bahngleis erörtert wurden, beobachtete die Runde ganz konkret an den einfahrenden Zügen, wie sich die unterschiedlichen Zustiegshöhen auswirken.

Vor allem Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator, aber auch anderweitig körperlich eingeschränkte Personen können den ÖPNV hier nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen.

Anders als an den Bahnhöfen in Mosbach und Neckarzimmern ließe sich das Problem der unterschiedlichen Höhen in Neckarelz relativ leicht lösen. Der Bahnsteig sei lang genug, um einen Kombibahnsteig mit unterschiedlichen Zustiegsniveaus zu realisieren, stellten die Beobachter fest.

Schon in früheren Gesprächen hatte die Deutsche Bahn ihren Willen zur Lösung signalisiert. Eine Machbarkeitsstudie wurde von der Stadt Mosbach bereits durchgeführt und weitere Abstimmungsgespräche seien vereinbart, wusste Klaus Kühnel zu berichten.

Es gebe auch die Zusage vom Land, da das Projekt im Prinzip förderfähig sei. Damit das Geld tatsächlich fließen kann, müsse aber zunächst der Förderantrag gestellt werden.

Angesprochen wurde ein Manko in neueren Zügen im Fahrzeugpool des Landes, welche zum Ausgleich der Höhendifferenz im Inneren eine Rampe besitzen, die aber schwer zu erkennen sei. Hier wolle sie sofort prüfen lassen ob an den Zügen Farbmarkierungen angebracht werden können, versprach Elke Zimmer.

Das konnte sie in anderen Angelegenheiten dagegen nicht versprechen, eine bessere Anbindung an Stuttgart zum Beispiel sei erst mit der Fertigstellung von Stuttgart 21 zu erwarten.

Die Pünktlichkeit der S-Bahnen ließe sich mit der Reaktivierung ehemaliger Gütergleise verbessern. Ein Gleis sei bereits genehmigt, während ein weiteres diskutiert werde,, berichtete die Landespolitikerin.

Auf der Strecke Mannheim – Heidelberg sei jedoch einfach zuviel Verkehr unterwegs. Grundsätzlich müsse immer überlegt werden, ob eher in die Raumschaft oder in Linien mit großer Nachfrage investiert werden solle.

In diesem Zusammenhang lobte Amelie Pfeiffer ausdrücklich die RegioBusse. Sie seien ein echtes Erfolgsmodell und sie ermöglichten Verbindung von Räumen auch über Landesgrenzen hinweg. Sie würden gut genutzt.

Allerdings müsse der Busverkehr allgemein flexibler werden, etwa in der Art von Ruf-Taxis, um die Akzeptanz zu steigern, die Auslastung zu erhöhen und so den Individualverkehr deutlich zu verringern.

In einer anschließenden Mitgliederversammlung sprach Andreas Klaffke den Ausbau des Radwegenetzes im Neckar-Odenwald-Kreis an.

MdL Elke Zimmer informierte über den Bedarfsplan für Radwege. Nach den aktuellen Förderrichtlinien können Parallelwege zu Bundes- und Landesstraßen, die Ober-, Unter- und Mittelzentren verbinden, gefördert werden.

Kommentar:

ÖPNV ist nicht nur Schiene!

Im ländlichen Raum scheitert die Nutzung des ÖPNV nicht an barrierefreien Zügen, sondern an fehlenden Verbindungen aus den Odenwalddörfern zur Schiene. Landes- bzw. Verkehrspolitiker:innen und B90/Grüne im Neckar-Odenwald-Kreis sollten sich die Fahrpläne der Busverkehre einmal anschauen, dann sehen sie, wo das Problem liegt.

So fährt beispielsweise an Samstagen gegen 13 Uhr der letzte! Bus von Waldkatzenbach an die S-Bahnstrecke nach Eberbach, mit akzeptabler Fahrzeit (34 Minuten) . Das ist wirklich der letzte Bus. Danach kann ich in 2:23 Stunden, mit vier Umstiegen, oder in 3:14 Minuten nach Eberbach fahren.

Erste gegen 21 Uhr kann man mit dem Ruftaxi wieder direkt fahren (24 Minuten). Sonntags ist die Verbindung noch schlechter, an Werktagen außerhalb der Hauptverkehrszeiten ebenfalls. Das sind die wirklichen Barrieren, die den Umstieg verhindern.

Hinzu kommt, dass die Busse eher schlecht, als recht auf die S-Bahnzeiten passen. Dann sind zwei Stunden zur Arbeit von und nach Heidelberg keine Seltenheit, also täglich vier Stunden.

Viele Bewohner:innen der Dörfer würden Barrieren an den Bahnsteigen gerne in Kauf nehmen, wenn sie die S-Bahnen überhaupt erreichen würden. Leider werden lediglich einige grüne Prestigeprojekte, wie die Regiobusse finanziert und die Schiene bevorzugt, aber die Dörfer sind und bleiben abgehängt.

Dabei sollte doch jeder wissen, dass ein besseres Angebot, für eine bessere Auslastung/Nutzung sorgt. Die S-Bahn Rhein-Neckar ist dafür das beste Beispiel. Leider hat man aber vergessen, die Dörfer, die den Ausbau der Strecke teuer mitgezahlt haben, durch ein verbessertes Busnetz an die Schiene anzubinden.

Auch tolle Radwegenetze sind keine nachhaltige Lösung. Jede:r kennt die topografische Lage, es fehlen sichere Abstellmöglichkeiten für die Räder, und bei Wind und Wetter will keiner 10-15-20 Kilometer per Rad zur Schiene fahren.

Vielleicht sollte die Staatssekretärin, nicht nur an den Gleisen stehen, sondern gemeinsam mit den Kreis-Grünen eine Busreise durch den Odenwald machen, am besten am Wochenende, dann wird allen schnell bewusst werden, wovon hier die Rede ist.

Der Ausbau des ÖPNV ist in der Tat unverzichtbar, aber nicht nur auf der Schiene.
Jürgen Hofherr

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