Der Todesschuss im Erlenweg

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(Symbolbild – Mohamed HassanPixabay)

Leserbrief von Reinhold Berberich

„Was wurde aus dem Todesschuss im Erlenweg gelernt?

Am 13. Januar 2026 jährte sich zum dritten Mal der Todesschuss im sozialen Brennpunkt Erlenweg, der einen zweifachen Familienvater traf (NZ berichtete).

Ich selbst habe am Gedenktag mit einem Plakatständer beim Landratsamt und bei der Stadtverwaltung Mosbach darauf aufmerksam gemacht. Obwohl den Behörden bekannt, wurden meines Erachtens damals nicht alle Möglichkeiten genutzt, um dem späteren Opfer ausreichend Stabilität zu geben.

„Zwar wurde er wegen seiner Probleme einige Zeit zuvor ins Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) Wiesloch eingewiesen, aber als er wieder in die alten Verhältnisse zurückkam und auch noch sein Bruder starb, war er vollkommen haltlos’“, so eine Augenzeugin.

Wie wurde der Sachverhalt im Nachgang aufgearbeitet und was wurde daraus gelernt? Diese Fragen sollten sich Landrat Dr. Achim Brötel und Oberbürgermeister Julian Stipp stellen, ihre Verantwortung für schwächere Menschen in instabilen, vielleicht sogar prekären Verhältnissen hinterfragen.

Ich finde, die Bevölkerung hat – gerade bei solch gravierenden Ereignissen – ein Recht, darüber informiert zu werden. Zumal im Erlenweg, aber nicht nur dort, einiges im Argen liegt und das soziale Netz in Mosbach enger geknüpft werden müsste.

Bei meinen Gesprächen mit vorbeikommenden Leuten kam auch der Brand in der Kistnerstraße zur Sprache. Mehrere Leute hatten schon länger den Eindruck, dass das Haus und der ältere Bewohner verwahrlost wirkten. Auch in solchen Fällen wäre ein Hilfeangebot angebracht, eine Art Kümmerer für Menschen, die kaum noch gesehen werden und sich nicht mehr selbst helfen können.

Mein schon länger unterbreiteter Vorschlag, Vertrauenspersonen, „grüne Damen und Herren“ der Gesellschaft, o.ä. zu installieren, die sich in ihren Wohnbereichen auskennen und diskrete Unterstützung leisten könnten, wurde bislang ignoriert. In kleineren Gemeinden, wo man sich weitgehend kennt, funktioniert dies meist noch untereinander.

In Mosbach leben ca. 3.800 Personen zwischen 63 und 75 Jahren. Es sollte doch gelingen, davon einige interessierte und geeignete Leute, möglichst über das Stadtgebiet verteilt, zu gewinnen, die – wertschätzend eingebunden und zielgerichtet eingesetzt – solche Situation quasi als verlängerte Arme der Verwaltung aufgreifen und vieles verbessern könnten, was den Hauptamtlichen nicht möglich ist.

Man müsste es nur mal probieren.

Reinhold Berberich, Mosbach

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