Kunsttherapeutische Arbeit wird fortgesetzt

Durch Masken-Gestaltung zur eigenen Persönlichkeit – Verein Jugendhilfe ermöglichte Kunstprojekt

Adelsheim. (bd) „Masken kommen auf allen Kontinenten der Welt vor und das schon seit es Menschen gibt, meist entwickelt durch und für kultische Zeremonien von Schamanen, Medizinmännern und Zauberern.“ erläuterte Kunsttherapeut Christoph Mellinghaus zum Abschluß einer Kunstwoche in der Jugendvollzugsanstalt. Zur Vernissage in den Räumen der Arbeitspädagogischen Gruppe hatten sich zahlreiche Mitarbeiter und Gäste eingefunden, darunter der Künstler Wilfried Georg Barber und Monika und Joachim Walter, der langjährige Leiter der JVA.

Mit sechs Insassen der Arbeitspädagogischen Abteilung und deren Leiter Oliver Pysik hatte sich Mellinghaus an die Arbeit gemacht, die nach Ansicht von Anstaltsleiter Rainer Goderbauer sehenswerte Früchte getragen hat.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“ Kunsttherapeutische Arbeit wird fortgesetzt“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9570″] Mellinghaus erläuterte, dass die Thematik Masken zu allen Zeiten präsent war und auch den jungen Gefangenen einen persönlichen Zugang zur künstlerischen Arbeit ermögliche. Neben den historischen, kulturellen und kultischen Gebräuchen sei nach wie vor die Faschingsmaske populär – „in der entsprechenden Maskerade kann man sich endlich einmal so benehmen, wie man das sonst nicht darf“. Heute seien Masken immer noch und wieder aktuell in Theater, Film und Fernsehen (Zorro, Batman, Spiderman, Saw…), aber auch in der modernen Musik (Sido, Slipknot…). Meistens schlüpften unscheinbare, schwache und angepasste Gestalten durch die Maske in Rollen, in denen sie überstark und unbesiegbar gegen das Böse kämpften.

Während der Woche sei sehr konzentriert, mit viel Zuwendung und Liebe zum Detail gearbeitet worden. Jeder Teilnehmer habe sich mit sich und seiner Maske beschäftigt, dabei sei eine friedliche, schaffige Stimmung entstanden. Zwei technische Vorgehensweisen zur Maskenherstellung hätten Anwendung gefunden; die eine mittels Hasendraht und Gipsbinden und Gips, die andere mittels anlegen einer Gesichtsmaske mit Gipsbinden. Beide führten zu sehr individuellen Gestaltungen in Größe, Ausdruck und Form. Die anschließende Farbgebung und Verschönerung durch Federn, verschiedene Tücher oder Mosaiksteinchen gab den Insassen darüber hinaus Raum, sich kreativ zu entfalten. In zum Teil in sehr aufwändig erstellten Arrangements wurden die Masken zur abschließenden Vernissage ausgeschmückt. „Beim Herstellen der Masken haben wir uns mit unseren Persönlichkeiten identifiziert, die Sie jetzt hier sehen können“ gab er das Wort weiter an die Workshop – Teilnehmer, die in prägnanten Worten den Gästen ihre Vorgehensweise und Eindrücke dieser Woche zu schilderten.

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