BUND sucht im Odenwald nach Wildkatzen


(Foto: pm)

Odenwald. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald, sucht mit Hilfe von Lockstöcken im badischen Odenwald nach Wildkatzen. Die Aktion ist Teil des bundesweiten Projekts „Rettungsnetz Wildkatze“ und soll helfen, Informationen über die Verbreitung der scheuen Tiere sowie die Zerschneidung von Lebensräumen zu sammeln. Zwischen Eberbach und Buchen wurden Lockstöcke aufgestellt, die regelmäßig von Ehrenamtlichen des BUND kontrolliert werden.

„Die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen, Siedlungen und Ackerflächen stellt viele Tiere vorschwer überwindbare Hindernisse. Von seiner Lage wäre der Odenwald als Lebensraum für die Wildkatze geeignet. Wir wollen nun herausfinden, ob der Einfluss des Menschen dies auch zulässt“, sagt Richard Landenberger, Vorsitzender des BUND Regionalverbands. „Mit Hilfe der gewonnenen Daten können wir uns in Zukunft besser für eine Vernetzung von Lebensräumen im Odenwald und darüber hinaus einsetzen. Wir freuen uns daher sehr, Teil dieses einzigartigen Projekts sein zu dürfen.



Das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ wurde 2004 vom BUND ins Leben gerufen. Ziel ist die länderübergreifende Vernetzung von Waldlebensräumen in Deutschland. Die Wildkatze steht in diesem Projekt stellvertretend für viele andere Arten, die hohe Anforderungen an den ökologischen Zustand des Waldes stellen. Anhand der Entwicklung der Wildkatzenbestände soll die erfolgreiche Wiedervernetzung der Lebensräume gemessen werden.

 

Der BUND arbeitet bei diesem Projekt mit Lockstöcken: angeraute, ca. 50cm hohe Stöcke werden in den Waldboden gesteckt und anschließend mit Baldriantinktur besprüht. Diese wirkt anziehend auf die Katzen, die sich an den Stöcken reiben und dabei Haare hinterlassen. BUND-Aktive kontrollieren die Stöcke wöchentlich auf Haare und schicken diese dann an das Senckenberginstitut in Frankfurt zur Genanalyse. Die Daten fließen in eine bundesweite Datenbank, mit deren Hilfe sich Aussagen über Wanderungen und Verwandschaftsbeziehungen der Katzen treffen lassen.

Das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ wurde 2012 von den Vereinten Nationen als offizielles Projekt der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt ausgezeichnet.

 

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