„Es fehlt überall an Ärzten!“

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Kontroverse Diskussion der CDU-Kreistagsfraktion mit Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Bei ihrer letzten Sitzung informierte sich die CDU-Kreisfraktion über Entwicklungen an der Ludwig-Erhard-Schule (LES) Mosbach; zugleich führte man ein Gespräch mit dem Bezirksvertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Dr. Christoph Kaltenmaier (Aglasterhausen) über die jüngsten Maßnahmen der KV, die erhebliche Auswirkungen für die Bevölkerung im ländlichen Raum haben.

Eingangs gedachte die Fraktion des langjährigen CDU-Kreisrats (1959-1994) und CDU-Fraktionsvorsitzenden (1974-1989) Robert Hollerbach. Gratulationen entgegen nehmen durfte Fraktionsgeschäftsführer Markus Haas zu seiner überzeugenden Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Waldbrunn; der Einblick, den er in den vergangenen Jahren in die Kreispolitik nahm, dürfte für ihn von großem Vorteil sein. Nach dem vom Kreistagskollegen Alois Gerig MdB vermittelten Gespräch mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung Wolfgang Zöller MdB dürfe man davon ausgehen, dass es in diesem Jahr noch einen Sicherstellungszuschlag für die Krankenhäuser geben wird; in der nächsten Legislaturperiode werde sich die Bundesregierung grundsätzlich dem Thema „Krankenhausfinanzierung“ widmen.




LES-Schulleiter Ralf Trabold betonte die Wichtigkeit der Berufsausbildung gerade in einem strukturschwachen Landkreis; deshalb bedauern alle Berufsschulen, dass sie bei der neuen Landesregierung nicht im Focus stehen; eine Schwächung der Realschulen würde auch die beruflichen Gymnasien schwächen. Derzeit werden an der LES 975 SchülerInnen in 51 Klassen unterrichtet. Im Vollzeitbereich konnte man in den letzten Jahren mit Übungs- und Juniorenfirmen einen Akzent setzen, den man auch im Teilzeitbereich ausbauen will; z.Zt. werden das Bistro und der Weltladen real als Juniorfirma betrieben. Im Teilzeitbereich konnten bisher die kaufmännischen Ausbildungsangebote aufrechterhalten werden, da die Werbemaßnahmen bei den Ausbildungsbetrieben erfolgreich waren. Künftig will man den Medien- und Bibliotheksbereich deutlich ausbauen, um die Studierfähigkeit zu verbessern; jährlich werden ca. 150 durchaus anspruchsvolle Facharbeiten und Präsentationen erstellt, auf die sich die Schule einstellen muss.

Angesichts der Diskussionen der letzten Zeit um Entscheidungen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) für unseren Raum hatte Vorsitzender Karl Heinz Neser Dr. Christoph Kaltenmaier als Sprecher des Bezirksbeirats in Nordbaden eingeladen, um zu klären, „ob die KV die Interessen der Einwohner unseres Landkreises vertritt“. Das Gespräch verlief durchaus kontrovers, Kaltenmaier sprach von „Fehlinformationen und Missverständnissen“. Ursache sei der Ärztemangel, den es allerdings nicht nur auf dem Land, sondern inzwischen überall gibt, weil zu wenig Ärzte nachkommen. Und deshalb sei es auch mit immer weniger Ärzten schwierig, den ärztlichen Notfalldienst aufrechtzuerhalten, da er zu einer größeren Dienst- und finanziellen Belastung der verbleibenden Ärzte führt. Deshalb habe die Vertreterversammlung der KV eine Reform beschlossen; diese führt auch zu einer höheren finanziellen Beteiligung der Ärzte in den Ballungsräumen zugunsten der Ärzte im ländlichen Raum. Skepsis blieb, ob man in ein funktionierendes System wie die Notfallpraxis Adelsheim eingreifen muss. Auch die fehlende Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern wurde bemängelt.

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