H-O-T bekräftigt Anspruch als Modellregion

Bioenergie-Region erfolgreich bei Grüner Woche in Berlin

Berlin. (pm) Zum Abschluss der Internationalen Grünen Woche zieht die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) eine positive Bilanz. Auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau in Berlin waren auch dieses Jahr wieder Bioenergiedörfer, Nachwachsende Rohstoffe und Bürgerbeteiligungsmodelle ein zentrales Thema. Und genau bei diesen Punkten hat die Bioenergie-Region H-O-T einiges zu bieten. Ein Besuchermagnet war auch diesmal wieder das interaktive Miniaturmodell der Biogasanlage von Rosenberg (Neckar-Odenwald-Kreis), das man auf dem Stand des Bundesverbandes Bioenergie (BBE) präsentierte.

„Unsere Mini-Biogasanlage war bei Kindern und Schulklassen ein echter Renner“, freut sich H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm, der betont, dass man in Berlin vor allem der jüngeren Generation die Vorteile der Erneuerbaren Energien vermitteln wolle. „Das Interesse an unserer Arbeit ist ungebrochen groß“, so Damm. Und genau diese Aufmerksamkeit hat man in Berlin genutzt, um mit führenden Agrarpolitikern über die Zukunft der Modellregion Hohenlohe-Odenwald-Tauber zu sprechen.

Der Grund für die Gespräche war ein Schreiben von Landrat Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis) an die sieben Bundestagsabgeordneten der Region. Darin geht es um das drohende Auslaufen der Förderung des Bundes zum 31. Juli 2015 für die 21 Bioenergie-Modellregionen in Deutschland. Betroffen hiervon wäre auch die Finanzierung der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber. Hierzu heißt es in einem Schreiben von Landrat Brötel an die Bundestagsabgeordneten: „Unsere drei Landkreise nehmen nicht nur, was den Eigenversorgungsgrad mit Erneuerbaren Energien anbelangt, eine Spitzenstellung in Baden-Württemberg ein. Mindestens genauso wichtig ist aus meiner Sicht auch die Tatsache, dass es gelungen ist, dank H-O-T die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen und sie für eine Energiewende mit außergewöhnlich hoher regionaler Wertschöpfung zu begeistern.“




Jetzt besteht die akute Gefahr, dass, wenn die Förderung des Bundes tatsächlich ausläuft und die Landkreise die gesamten Kosten ab 2016 alleine schultern müssten, das Projekt zumindest in seiner bisherigen Form nicht dauerhaft fortbestehen kann. In Brötels Schreiben heißt es deshalb weiter: „Für mich wäre es absolut unverständlich, wenn die Förderung des Bundes für diese Bioenergie-Regionen tatsächlich, wie bislang geplant, am 31. Juli 2015 ausliefe und stattdessen mit viel Aufwand irgendwelche neuen Strukturen geschaffen werden müssten, die wieder bei Null beginnen würden“.

Der Obmann im Landwirtschaftsausschuss des Bundestages und H-O-T Aufsichtsrat MdB Alois Gerig nahm die aktuelle Situation zum Anlass für die Vermittlung eines Arbeitsgespräches mit der neuen Agrarausschussvorsitzenden Gitta Connemann MdB. Dabei ging es darum, dass man in der Region H-O-T auch weiterhin am Ausbau der Bioenergienutzung arbeiten und die Menschen für nachhaltige Energieversorgung begeistern wolle. Neben der Mobilisierung der heimischen Potenziale gilt das Hauptaugenmerk der Effizienzverbesserung entlang der gesamten Nutzungsketten von Bioenergie. Vor allem die regionale Land- und Forstwirtschaft soll dabei profitieren. Ziel ist es auch, die Bioenergienutzung sinnvoll in den Naturschutz einzubinden.

„Wir haben auch weiterhin den Anspruch eine Modellregion für Erneuerbare Energien zu bleiben“, unterstrich H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm bei dem Gespräch. Die Bioenergie-Region H-O-T blickt bereits auf über vier erfolgreiche Jahre zurück. So wurden beispielsweise gleich mehrere sogenannte Bioenergiedörfer und Nahwärmenetze auf Basis Erneuerbarer Energieträger auf den Weg gebracht, damit können weit über fünf Millionen Liter Heizöl pro Jahr ersetzt werden. Außerdem wurde die Etablierung neuer Energiepflanzen in der Region vorangetrieben.

Auf der grünen Woche nutzen derweil rund 410.000 Besucher die Möglichkeit, sich über die energetische und stoffliche Nutzung von Agrar- und Forstrohstoffen zu informieren. Auch im Jahr 2015 will die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber wieder aktiv mit dabei sein.

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