AWN sieht keine Alternative für KWO-Beton

Buchen. Laut Abfallwirtschaftsgesellschaft AWN gibt es derzeit keine möglichen Alternativen zu einer Deponierung von Obrigheimer Bauschutt auf
der Buchener Deponie Sansenhecken. Umweltminister Untersteller hatte
gestern in einem offenen Brief an die Buchener Bevölkerung nocheinmal
klargemacht, daß das Land darauf bestehe, daß die Buchener Deponie Material aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim annehmen muß. Hierzu sei sie rechtlich verpflichtet.

Die AWN widerspricht jetzt indirekt einer Bürgerinitiative aus Buchen, die
die Deponierung in Buchen verhindern will und in den vergangenen Wochen
mehrfach über ?mögliche Alternativen? berichtet hatte. Die BI sei dabei, mit dem Umweltministerium an anderen Lösungen zu arbeiten, die die Buchener Deponie quasi entlasten würden, hieß es bei der Initiative. ?Hier reißt sich niemand um diese Abfälle?, so AWN-Chef Mathias Ginter bei SWR4.

Das Ministerium habe mit dem offenen Brief an die Buchener aber wieder
unmissverständlich deutlich gemacht, daß der Neckar-Odenwald-Kreis
rechtlich verpflichtet sei, die rund 2000 Tonnen Bauschutt aus Obrigheim zu
entsorgen. In dem Schreiben werde die Deponie Sansenhecken dabei explizit
genannt. Alternativen dazu könne er derzeit nicht erkennen, so Ginter.
?Wenn es realistische Alternativen zu einer Entsorgung in Buchen gibt, sind
wir sofort dabei. Nur leider liegen solche realistischen Alternativen
derzeit nicht auf dem Tisch.?

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1 Kommentar

  1. St. Florian ist ein schwieriger Patron

    Neckar-Odenwald-Kreis. Umweltminister Franz Untersteller hat die von der Bürgerinitiative in Sachen KWO-Müll in Buchen gesammelten Unterschriften entgegengenommen, die BI (an)gehört und sich danach mit einem offenen Brief an die Bevölkerung gewandt. Darin sichert er nicht nur höchste Transparenz des Verfahrens zu, sondern schlägt vor, dass die EnBW zusätzliche, unabhängige Kontrollmessungen beauftragt. Diese soll insbesondere das Verfahren der sogenannten „Freimessung“ durch den Betreiber EnBW und die routinemäßige TÜV-Kontrolle nochmals kritisch prüfen.

    Obwohl die Bürgerinitiative selbst erklärt hat, dass sie diesen Weg als sinnvoll und konstruktiv empfindet, wird nach wie vor nach einer „landesweiten Lösung“ gerufen, d.h. nach einer Verteilung der aus dem KWO zu erwartenden 3.000 t Betonschutt auf weitere Deponien des Landes. Ganz abgesehen davon, dass eine solche Verteilung die Kontrolle langfristig erschwert, könnte dieses „Verteilungsprinzip“, das wohl eher St. Florian als Schutzheiligen hat, durchaus als Bumerang auf die Region zurückschlagen.
    Denn durch die mittelfristig bevorstehende Abschaltung von vier weiteren Atomkraftwerksblöcken in Philippsburg und Neckarwestheim stehen bald viel größere Mengen an Betonschutt zur Deponierung an. Sollte dort die eigentlich bestehende Annahmepflicht der örtlichen Deponien ausgehebelt werden, könnte es sein, dass sich plötzlich auch „fremder“ Betonschutt in Sansenhecken wiederfindet und man mengenmäßig nichts oder nur wenig gewonnen hat.
    In der ganzen Diskussion geht es, ganz gleich, wie man zur Problematik der Grenzwerte steht, völlig unbestritten um den am wenigsten gefährlichen Teil des Atommülls. Gerne hätten wir Grünen uns bei unserem jahrzehntelangen Kampf gegen die Atomkraftnutzung im Neckar-Odenwald-Kreis eine ähnliche Sensibilität in Sachen Gefahren gewünscht…

    Christine Böhm, Hans-Detlef Ott (KV-Vorsitzende Grüne NOK)
    Simone Heitz (Fraktionsvorsitzende Kreistagsfraktion Grüne)

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