Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung: Gedanken der kommunalen Behindertenbeauftragten des Landkreises Jutta Schüle**_
(Grafik:Phil Hubbe)
(pm) Meine Aufgabe ist seit Anfang Oktober das Vorantreiben der Inklusion im Landkreis. Doch was bedeutet eigentlich Inklusion? Wer inkludiert wen und wer wird von wem inkludiert? Und überhaupt, warum muss inkludiert werden, wo doch (Barriere-) Freiheit und Gleichberechtigung bereits in unserem Grundgesetz verankert sind?
Inklusion steht für „Zugehörigkeit“, „Dazu-Gehören“, „Überall dabei sein“. Festgeschrieben, also zu geltendem Recht in Deutschland geworden ist Inklusion 2009 mit der UN-Behindertenrechtskonvention. Denn diese stellt einen Perspektivwechsel dar: Betrachtete man den Menschen mit Behinderung in der Vergangenheit als ein von Fürsorge abhängiges Wesen, so ist er jetzt ein selbstbestimmendes Individuum, ein Experte in eigener Sache.
Für mich bedeutet daher Inklusion, dass tatsächlich alle dabei sind. Alle, das sind Menschen mit und ohne Behinderung. Und alle tragen die Verantwortung, eine inklusive Gesellschaft zu realisieren. Ganz konkret meint das: In einer inklusiven Gesellschaft leben Menschen mit und Menschen ohne Behinderung gleichwertig, chancengleich und gleichberechtigt zusammen. Die Gesellschaft ist verpflichtet, darauf hinzuwirken, keinen zu benachteiligen und jeden in den Genuss von Selbstbestimmtheit und Teilhabe an sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Prozessen kommen zu lassen. Erreicht werden kann dies nur, und dafür werbe ich zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, mit Toleranz. Toleranz für die Verschiedenartigkeit des anderen. Denn der andere ist immer mehr als nur ein Mensch mit oder ohne Behinderung. „Das Wesentliche eines Menschen ist für die Augen unsichtbar“, wie bereits der Fuchs aus dem „Kleinen Prinzen“ wusste. Doch wie beginnen wir damit? Ich empfehle, seien Sie in Ihrem Alltag aufmerksam, nehmen sie das „andere Normale“ wahr, gehen Sie auf Menschen mit Behinderung zu und seien Sie offen, wenn diese auf Sie zugehen. Denn in unserer Lebenswelt ist inzwischen zum Glück immer mit Behinderungen zu rechnen!
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