Premiere für Bürgermeister Ackermann

Premiere Für Bürgermeister Ackermann
Premiere für Bürgermeister Ackermann

Der Neubau der Kindertagesstätte in Seckach kommt zügig voran. (Foto: Liane Merkle)

Grundschulbetreuung, Solarpark, Kita-Neubau und Kanalverlegung

Von Liane Merkle

Seckach. In der ersten Gemeinderatssitzung unter Leitung von Bürgermeister David Ackermann war ein enormes Pensum zu bearbeiten. Zunächst kamen in der Bürgerfragestrunde erneut Fragen zur Grundschulbetreuung aus der Elternschaft auf. Da die angebotene Betreuungsform bislang nur wenig Interesse bei den Eltern gefunden hat, konnte Bürgermeister Ackermann derzeit weder Angaben zu den Kosten noch zu möglichen Alternativen machen. Zwar wurde auch geäußert, dass einige Eltern deshalb erwägen, ihre Kinder an Schulen in Nachbargemeinden anzumelden. Dem Bürgermeister war bewusst, dass dies ein schwieriges Thema ist. Wirklich befriedigend dürften die Antworten für die anwesenden Eltern jedoch nicht gewesen sein, denn bislang liegen noch keine belastbaren Kalkulations- und Planungsvorgaben vor.

Auch beim Thema Klimawandel und Hitzeschutz gibt es derzeit noch keine Grundsatzlösungen, da unklar ist, wie entsprechende Maßnahmen für alle öffentlichen Gebäude der Gemeinde finanziert werden sollen.

Vorentwurf für Solarpark Flitterbaum

Anschließend stieg das Gremium in die Beratung über die großflächige Photovoltaikanlage „Solarpark Flitterbaum“ im Außenbereich der Gemarkung Seckach ein. Betreiberin ist die Firma Solavest GmbH aus München. Der Aufstellungsbeschluss für die Anlage war bereits im Mai des Vorjahres gefasst worden.

Zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans stellte Anna Urban vom Planungsbüro Klärle – Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH aus Weikersheim den Vorentwurf einer „schlanken Planung unter Berücksichtigung des Natur- und Klimaschutzes“ vor. Das Plangebiet umfasst rund 12,7 Hektar und liegt südlich der Ortslage von Seckach im Gewann „Flitterbaum“. Kleintiere und Wild sollen die Fläche weiterhin passieren können. Sollte die Anlage 24 Monate lang nicht in Betrieb sein, muss sie wieder zu landwirtschaftlicher Fläche zurückgebaut werden. Das Planungsbüro verweist nach der Maßnahme auf ein Plus von mehr als 600.000 Grünpunkten.

Der Gemeinderat billigte den Vorentwurf mit Stand vom 20. Juli 2026 und gab ihn für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie der Nachbargemeinden frei. Die einmonatige Planeinsicht ist für den Zeitraum vom 10. August bis 10. September dieses Jahres vorgesehen. Die Gemeindeverwaltung wurde beauftragt, die Auslegung im Mitteilungsblatt Nr. 32 öffentlich bekannt zu machen. Zudem stimmten die Räte dem Abschluss des vorgelegten Durchführungsvertrags zwischen der Solavest GmbH und der Gemeinde Seckach mit einer Enthaltung zu.

Kita-Neubau: Grundsteinlegung rückt näher

Beim Neubau der Kindertagesstätte in Seckach kommt der Rohbau so zügig voran, dass der Termin für die offizielle Grundsteinlegung bereits festgelegt werden konnte. Nun stehen die nächsten wesentlichen Vergabeschritte an, damit der vorgesehene Bauablauf eingehalten werden kann. Dazu gehören die Ausschreibungen für die Außenanlage und die Möblierung sowie Entscheidungen über die Ausführung der Photovoltaikanlagen.

Nachdem der Gemeinderat die Beteiligung der Kinder an der Planung der Außenanlage zugesagt hatte, fand im Kindergarten eine Kinderkonferenz mit Architekt Nico Hofmann und seinem Team sowie Bauamtsleiter Roland Bangert statt. Neben der sorgfältigen und damit kostensparenden Auswahl von Bestandsmöbelstücken, vor allem Regalen und Möbeln zur Lagerung von Verbrauchsmaterial, die problemlos in den Neubau übernommen werden können, entstand ein spannendes und zugleich pädagogisch wertvolles Ergebnis. Dieses stellte der Architekt zusammen mit der Möblierungsplanung im Gremium vor. Nach längeren Diskussionen über mögliche Kosteneinsparungen stimmte der Gemeinderat schließlich zu und gab die Ausschreibungen frei.

Photovoltaikanlagen für den Kindergarten

Zum Thema PV-Anlagen hatte die Verwaltung auf Wunsch des Gemeinderats zwei voneinander unabhängige Lösungen für den Kindergarten vorgelegt. Vorgesehen sind eine Anlage mit 29,7 kWp installierter Leistung und Batteriespeicher mit 11 kW für den Eigenstromverbrauch mit Überschusseinspeisung sowie eine Anlage mit 69,7 kWp installierter Leistung ohne Batteriespeicher als Volleinspeiseranlage. Für beide Varianten wurden jeweils zwei Angebote eingeholt.

Berücksichtigt wurde dabei, dass die Gerüste der Firma Nusser mitgenutzt werden können und bestimmte bauseitige Vorleistungen in den Zählerschränken bereits vorhanden sind. Da das Zeitfenster für die Gerüstmitbenutzung sehr kurz sein wird, wurden letztlich nur die Angebote der Firma EKS Solartechnik GmbH aus Hardheim-Gerichtstetten sowie ein von der Firma Nusser vorgeschlagener Anbieter berücksichtigt. Die EKS Solartechnik GmbH hatte bereits die ursprüngliche Planung, die Angebotsausarbeitung sowie die Dachbelegung für die Bürgerenergie Bauland eG erstellt.

Von den rund 7,96 Millionen Euro Eigenanteil sind die Planungskosten bis 2019 sowie der Bebauungsplan mit Gesamtkosten in Höhe von 345.500 Euro bereits finanziert. Für den eigentlichen Kindergarten und die äußere Erschließung verbleibt damit noch ein Eigenanteil von rund 7,6 Millionen Euro, der über vorhandene Kassenmittel und eine Kreditaufnahme gedeckt werden soll.

Letztlich beauftragte das Gremium die wirtschaftlich günstigste Variante aus dem Angebot der EKS Solartechnik GmbH aus Hardheim-Gerichtstetten für rund 30.500 Euro für die PV-Anlage mit 29,7 kWp und Batteriespeicher mit 22,1 kW. Außerdem beschloss der Gemeinderat, dass die PV-Anlage mit 69,7 kWp ohne Batteriespeicher durch die Bürgerenergie Bauland eG als erste PV-Anlage des Unternehmens in Seckach errichtet werden soll.

Seckachbachversickerung

Nachverhandlungen mit dem offensichtlich günstigsten Bieter, der Firma Jörg Heizmann Bauunternehmung GmbH, waren beim seit mehr als einem Jahr laufenden Thema „Seckachbachversickerung – Kanalverlegung mit Pumpenschacht“ notwendig geworden, um sämtliche möglichen Einsparungen zu prüfen. Das zur Beschleunigung angedachte Umlaufverfahren wurde verworfen, da wegen der Pfingstferien die Angebotserstellung durch die Firma Heizmann und die Prüfung durch das Büro Lindschulte bis Anfang Juli gedauert hatten.

Das nun vorliegende geprüfte Angebot mit einer Auftragssumme von 532.647,22 Euro brutto war gegenüber dem ursprünglichen Betrag immerhin um 113.309,88 Euro beziehungsweise 21,27 Prozent reduziert worden. Dennoch lag es weiterhin deutlich über den veranschlagten Kosten in Höhe von 105.000 bis 125.000 Euro, die sich nach dem Aufklärungsgespräch offenbar auf einen Rechen- oder Denkfehler zurückführen lassen. Damit war klar, dass die im Haushalt vorgesehenen und nicht ausreichenden Mittel von 312.000 Euro um 221.000 Euro nachfinanziert werden müssen.

Wasserversorgung: Zinsbindung läuft aus

Die Zinsbindung für ein Kommunaldarlehen des Eigenbetriebs „Wasserversorgung Seckach“ läuft am 15. August 2026 bei der Landeskreditbank Baden-Württemberg aus. Der Darlehensstand beträgt dann 168.932 Euro bei einem ursprünglichen Darlehensbetrag von 245.000 Euro. Der Verwaltung liegt bereits ein Prolongationsangebot der L-Bank vor.

Zusätzlich sollen weitere Angebote von Banken, Sparkassen und Finanzdienstleistern eingeholt werden. Dabei geht es um einen Darlehensbetrag von 168.932 Euro, eine Tilgungsdauer von 20 Jahren sowie eine Zinsbindung für zehn oder 20 Jahre. Angesichts des derzeitigen Zinsniveaus ist mit einem deutlich höheren Zinssatz als bisher zu rechnen. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister daher, entweder das Prolongationsangebot der L-Bank anzunehmen oder das Darlehen umzuschulden, falls ein anderes vorliegendes Angebot günstiger ist.

Spenden und Anregungen

Im letzten Tagesordnungspunkt vor den Wortmeldungen der Gemeinderäte beschloss das Gremium die Annahme von Spenden in Höhe von insgesamt 2.350 Euro zugunsten des Kindergarten-Neubaus sowie als Energiekostenbeitrag 2025/26 für das Dorfgemeinschaftshaus Zimmern. In den Einlagen regten die Gemeinderäte außerdem den Glasfaserausbau und verschiedene Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h an.

Meta Description

Gemeinderat Seckach berät über Grundschulbetreuung, Solarpark Flitterbaum, Kita-Neubau, PV-Anlagen, Seckachbachversickerung und Darlehen.

Stichworte

Seckach, Gemeinderat, Solarpark Flitterbaum, Bürgermeister David Ackermann

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