Symbolbild – Aymanfakhry/Pixabay)
Zwei feste Größen der Mosbacher Gastronomie geschlossen
Mit dem Café Elite und dem libanesischen Restaurant West-Beirut verliert unsere Stadt zwei prägende Adressen der lokalen Gastronomie. Ob gelebte Kaffeehaustradition oder kulinarische Vielfalt – beide Orte stehen für Identität, Begegnung und besondere Gastfreundschaft. Dass diese zwei besonderen Institutionen geschlossen haben, hinterlässt eine spürbare Lücke.
Das Café Elite hatte stets eine auffallend gute Kuchenauswahl. Anscheinend war das Angebot beim letzten Betreiberwechsel jedoch zu eingeschränkt, was den Betreibern aber offensichtlich niemand offen sagte.
Zwar gibt es mittlerweile neue Angebote in der Stadt, doch das Café Elite hatte den unschätzbaren Vorteil seiner zentralen Lage mitten in der Innenstadt: Es war auch für Menschen mit Rollator oder Gehhilfe leicht erreichbar.
Ebenso schmerzlich vermisst wird das West-Beirut, das eine große Auswahl frisch zubereiteter libanesischer Speisen bot. Viele Stammkunden können die Schließung nicht verstehen. „Döner- und Kebap-Läden gibt es einige, aber das vielfältige Angebot des West-Beirut war einmalig in der Stadt und darüber hinaus“, so lauteten mehrere Aussage. Auch der beliebte Koch war längst zu einer Kultfigur geworden. Zudem gab es einen Interessenten, der es in gleicher Art weiterführen wollte. Dennoch wurde trotz Nachfrage nicht mal ein Gespräch angebahnt.
Leider gewinnt man den Eindruck, dass sich in Mosbach weder die Stadtverwaltung noch die Bürgervertreter im Gemeinderat ausreichend um die Basisarbeit kümmern. Ein rühriger Oberbürgermeister sollte der oberste Wirtschaftsförderer sein.
Dadurch werden Fehlentwicklungen nicht rechtzeitig erkannt.
Die Stadt verfügt lediglich über einen Mitarbeiter für die Wirtschaftsförderung, der zusätzlich noch für die Gastronomie in der Alten Mälzerei verantwortlich ist – gefühlt gibt es jedoch zehn Mitarbeiter in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dabei erreichen die vielen Posts auf Instagram kaum die „Alltagsmenschen“ – also diejenigen, die man tatsächlich in der Stadt antrifft, die das lokale Angebot nutzen oder sich ehrenamtlich engagieren. Um diese Leute zu erreichen, wäre ein gedrucktes Amtsblatt, das wöchentlich an alle Haushalte verteilt wird, wichtig.
Wenn man die Wirtschaftsförderung so stiefmütterlich behandelt, wird es weitere, jetzt schon absehbare wie vermeidbare Hiobsbotschaften geben.
Reinhold Berberich, Mosbach