Kropfmilch ist leuchtend rot und sehr fett- und eiweißreich. (Foto: Andreas Traxler)
Nachwuchs bei den Kuba-Flamingos im Zoo Heidelberg
Heidelberg. (pm) Auf dem Flamingosee im Zoo HeidelbergZoo Heidelberg ist die Brutzeit in vollem Gange. Mehrere Flamingo-Küken sind in den letzten Wochen geschlüpft, weitere Eier werden aktuell noch bebrütet. Die jungen Kuba-Flamingos entwickeln sich gut, Besucher können den grauen Küken zusehen, wie sie von Ihren Eltern gefüttert werden und rasch wachsen.
Zwischen den rund 60 ausgewachsenen Kuba-Flamingos fallen sie sofort auf: Mit ihrem grauen Federkleid und den vergleichsweise kurzen, kräftigen Beinen bewegen sich die Jungvögel vorsichtig über die Brutinsel und durch das Wasser. Mehrere Küken sind bereits geschlüpft, weitere werden noch erwartet. Für Besucher lohnt sich deshalb in den kommenden Wochen immer wieder ein Blick auf den Flamingosee.
„Wir freuen uns, dass die Brutsaison so gut angelaufen ist“, sagt Vogelkurator Joshua Förg. „Im letzten Jahr haben wie Flamingos aus Mainz und Krefeld aufgenommen, die sich hervorragend in die bestehende Gruppe eingefügt haben.“ Flamingos brüten in großen Kolonien, jedes Paar zieht in der Regel nur ein Jungtier groß. Mutter und Vater wechseln sich sowohl beim Brüten als auch bei der Versorgung des Nachwuchses ab.
In den ersten Lebenswochen erhalten die Küken eine besonders nährstoffreiche Kropfmilch, die beide Eltern bilden können. Es gibt nur wenige weitere Vogelarten, die ihren Nachwuchs mit solch einer selbstproduzierten „Milch“ versorgen. Erst in einigen Monaten entwickelt sich bei den Jungtieren der charakteristisch gebogene Seihschnabel, mit dem Flamingos ihre Nahrung aus dem Wasser filtern.
Noch erinnert wenig an das auffällige Erscheinungsbild der erwachsenen Vögel. Das graue Jugendgefieder bleibt den Jungtieren zunächst erhalten. Erst mit zunehmendem Alter färben sich die Federn durch natürliche Farbstoffe aus der Nahrung nach und nach orange-rosa.
Nicht nur ihre auffällige Erscheinung macht die Flamingos zu besonderen Vögeln: Sie sind die offiziellen Botschafter der internationalen Artenschutzkampagne „Wetlands for Life“, an der sich der Zoo Heidelberg beteiligt.
Die von der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) ins Leben gerufene Kampagne macht auf die Bedeutung wertvoller Feuchtgebiete wie Moore, Sümpfe, Auen, Lagunen und Salzseen aufmerksam. Diese Lebensräume gehören weltweit zu den artenreichsten Ökosystemen und sind zugleich stark gefährdet.
Wer die Entwicklung der jungen Kuba-Flamingos verfolgen möchte, hat dazu in den kommenden Wochen beste Gelegenheit: Die Küken sind ganztägig gemeinsam mit der Kolonie auf dem Flamingosee zu sehen.