Die Sternsinger eröffneten wie in jedem Jahr den Neujahrsempfang der Gemeinde Waldbrunn in der Winterhauch-Halle. (Foto: Hofherr)
Neujahrsansprache des Bürgermeisters Markus Haas
Waldbrunn. Der Neujahrsempfang der Gemeinde fand auch in diesem Jahr in feierlichem Rahmen in der Turnhalle beim Winterhauch-KinderCampus statt. Den Auftakt gestalteten die Sternsinger, die bereits in den vergangenen Tagen, bei eisigen Temperaturen, auf verschneiten Wegen in dem Waldbrunner Ortsteilen unterwegs waren, um Spenden gegen Kinderarbeit zu sammeln.
In seiner Ansprache, die von zahlreichen Ehrungen – darunter der Verleihung der Landesehrennadel und Auszeichnungen für Blutspender und Sportler – begleitet wurde, blickte Haas sowohl auf das vergangene Jahr zurück, als auch auf die Herausforderungen und Projekte des neu begonnenen Jahres.
In seiner Begrüßung dankte der Bürgermeister allen Anwesenden, die trotz des winterlichen Wetters gekommen waren. Besonders willkommen hieß er das Gemeindeoberhaupt Minister und Landtagsabgeordneten Peter Hauk, den Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih, Bürgermeister-Kollegen bzw. Bürgermeister-Stellvertreter sowie den Archivar Dr. Marius Golgath, Vertreter der hiesigen Banken- und Wirtschaftswelt sowie der örtlichen Vereine.
Haas betonte die Bedeutung „kleiner Taten“ in der Gemeinschaft, die oft weit größere Wirkung entfalten als große Worte. Dies spiegelte sich in der Entwicklung Waldbrunns wider, wo unzählige kleine Schritte zu großen Projekten geführt haben.
Eines der herausragenden Projekte des vergangenen Jahres war die Eröffnung des Winterhauch KinderCampus Waldbrunn, die im Juli in einer festlichen Atmosphäre uns mit einem Tag der offenen Tür gefeiert wurde (wir berichteten). „Das ist ein Zeichen, dass wir in unsere Kinder und damit in unsere Zukunft investieren,“ so Bürgermeister Haas.
Auch die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Katzenbuckel-Therme wurden als Beweis für die Bedeutung der Therme für Generationen gewürdigt. Das Bad sei ein touristischer Leuchtturm, der weit über die Gemeindegrenzen hinaus seine Strahlkraft entwichelt (wir berichteten).
Ein weiterer Höhepunkt war der Spatenstich für einen neuen Edeka-Markt am Ortseingang in Strümpfelbrunn im Oktober (wir berichteten), dessen Eröffnung für Ende 2026 geplant ist. Mit dem Vollsortimenter binde die Gemeinde Kaufkraft, die sich in Gewerbesteuerzahlungen niederschlage. Auch ökologisch sei es ein lohnendes Projekt, da viele Einkaufsfahrten in weiter entfernte Supermärkte entfallen. „Die Nahversorgung ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge,“ ließ Markus Haas die Zuhörer wissen. Baubeginn war bereits im Juni 2025. (wir berichteten).

Bürgermeister MArkus Haas blickte zurück un voraus. (Foto: Hofherr)
Ein Projekt, das besonders hervorstach, war „Scholli’s Dorfladen“ in Schollbrunn, welcher durch das Engagement von Schülern der Realschule Eberbacher, gemeinsam mit den Lehrkräften, ins Leben gerufen wurde (wir berichteten). Haas hob hervor, dass dies ein Beispiel dafür sei, wie lokale Initiativen und Verantwortung zu einem sozialen Treffpunkt werden können.
Blickt der Bürgermeister auf das Jahr 2026, so nennt er als Leitlinien die Lebensqualität sichern, Strukturen modernisieren und den Zusammenhalt stärken. Geplant sind unter anderem die Flurneuordnung im Höllgrund, mit der Sanierung von Gemeindeverbindungsstraße von Strümpfelbrunn bis Antonslust (wir berichteten), und die städtebauliche Erneuerung im Ortskern Oberdielbach. Dort wird das ehemalige Saatzuchtgelände neugestaltet (wir berichteten). Die beiden Projekte sind bedeutende Schritte für die Zukunft des Gemeindelebens, lobt Haas.
Das Gemeindeoberhaupt sprach auch die Dringlichkeit der Wohnraumsituation für ältere Menschen an und kündigte Gespräche über den Neubau eines Seniorenheims mit betreutem Wohnen an. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Sanierung der Turnhalle, die als Herzstück des Sports in der Gemeinde betrachtet werde. Man wolle sich um Mittel aus einem Förderprogramm im Rahmen der Sondervermögens genannten Sonderschulden bewerben.
Besonders freut sich der Bürgermeister Markus Haas auf die geplante 700-Jahr-Feier in Weisbach. Dort werden alle Waldbrunner Ortsteile gemeinsam feiern und die Feierlichkeiten auch gemeinsam gestalten. Geplant sind vier Tage, vom 17. bis 20. Juli 2026. „Wir sind eine gemeinsame Gemeinde, mit starken Identitäten,“ sagte Haas. Eine Jubiläums-Dorfchronik ist bereits in Arbeit. Als Schriftleiter fungiert der Verbundarchivar Dr. Marius Golgath.
Zum Abschluss der Ansprache appellierte Haas an die Bürger, das Jahr 2026 aktiv mitzugestalten, engagiert und gemeinsam an Projekten zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen, um die Gemeinschaft in Waldbrunn weiter zu stärken.
Nach der Neujahrsansprache von Bürgermeister Markus Haas standen verschiedene Ehrungen auf dem Programm (wir berichten gesondert) und Grußworte von Minister Peter Hauk und dem Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih, die beide dazu aufriefen, bei der Landtagswahl im März vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.
Das Blechbläserquintett Hoher Odenwald, um Edwin Petschenka, sorgte für die angemessene musikalische Atmosphäre. Auch den Abschluss gestaltete das Quintett und spielte das Badener Lied, mit dem das offizielle Programm des Neujahrsempfang der Gemeinde Waldbrunn traditionell endete.

Das Blechbläserquintett Hoher Odenwald umrahmte den Empfang musikalisch. (Foto: Hofherr)
