Millimeterarbeit in Guttenbach gefragt

Rechte Schleusenkammer erhält neue Tore

Guttenbach/Heidelberg. Am Dienstag wurden die vier neuen Torflügel mittels großer Autokräne in die rechte Schleusenkammer gehoben. Auf dieses Ereignis haben die Experten des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg, des Amtes für Neckarausbau Heidelberg und der ausführenden Baufirmen
seit einem Jahr hingearbeitet.

„Es wurde ein Meilenstein bei der Grundinstandsetzung der Schleuse Guttenbach erreicht“ berichtet der sichtlich erleichterte Projektleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg, Thomas Fändrich. Es war Millimeterarbeit erforderlich, um die bis zu 36 Tonnen schweren Schleusentore in ihre Lager zu heben. „Ein solches Ereignis ist auch für einen erfahrenen Ingenieur nicht alltäglich“, so Fändrich weiter. Die Stahltore wurden von der ausführende Firma in Zschornewitz in Sachsen-Anhalt gefertigt und mittels Binnenschiff von der Elbe über Mittellandkanal, Rhein und Neckar nach Guttenbach transportiert. Die Expertin für Stahlwasserbau im Amt für Neckarausbau Heidelberg, Cathy Schilke, erläutert die Logistik: „ Die zwei Stemmtore am Oberhaupt haben ein Gewicht von je 24 Tonnen und wurden mit einem 250 Tonnen-Kran eingehoben. Die großen Tore am Unterhaupt wiegen je 36 Tonnen und mussten mit einem 500 Tonnen-Kran in ihr Lager gehoben werden. Die Abmessungen der großen Tore betragen 6,70 m auf 11,00 m. Deshalb ist ein Landtransport am Stück nicht möglich gewesen.“

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Millimeterarbeit in Guttenbach gefragt“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9698″] Die 1935 errichtete Schleuse Guttenbach hat zwei Schleusenkammern mit einer Hubhöhe von jeweils 5,30 m. Die Grundinstandsetzung der rechten Kammer ist im Kontext des Programms der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zu sehen, den Neckar als leistungsfähige Wasserstraße zu erhalten und auszubauen. Neben der Erneuerung der Schleusentore werden in Guttenbach auch der Beton der Schleusenwände, die Antriebstechnik und die Steuerungstechnik erneuert. Die Schleuse wird dabei mit neuer Technik versehen, die zukünftig auch eine Fernsteuerung von einer zentralen Leitwarte ermöglicht. Die Baukosten betragen rd. 7,5 Mio. Euro.

Laut Projektleiter Fändrich, soll die rechte Schleusenkammer ab Juni 2011 für die Schifffahrt wieder bereit stehen. Die linke Kammer wird nach den derzeitigen Planungen im Jahr 2021 ebenfalls modernisiert und für das 135-m-Schiff angepasst sein.

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36 Tonnen schweres Untertor wird durch einen 500-Tonnen-Autokran eingehoben. (Foto: WSV)

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