Mudauer Wasser hat Mineralwasserqualität

Quellenrundweg und seine Anfänge

von Liane Merkle

Die Initiatoren Erwin Müller, Artur Weimer und Bürgermeister Wilhelm Schwender im Jahr 1997 an der Hohebuschquelle. (Repro: Merkle)

Mudau. Von Alters her besteht zwischen der Gemeinde Mudau und ihrem Wasser eine enge Symbiose. Davon bekunden nicht nur die zahlreichen Brunnen mit bester Wasserqualität für ihre Nutzer sondern auch der Namen der örtlichen Fastnachtsgesellschaft mit ,,Mudemer Wassersucher“ und seit einiger Zeit auch der historische ,,Quellenrundweg“ mit seiner neuen Beschilderung (NZ berichtete).

Der starke Bevölkerungszuwachs nach dem 2. Weltkrieg führte dazu, dass die Wasserversorgung umgestellt werden musste. Ein Professor aus Freiburg vertrat damals die Auffassung, dass ein Tiefbrunnen die Engpässe bei der Trinkwasserversorgung beheben könnte und man machte sich, anfangs noch belächelt, auf die Suche nach einer geeigneten Bohrung. Dadurch erhielten die Mudauer den Namen ,,Wassersucher“. Da die Bohrungen von Erfolg gekrönt waren, kann die Gemeinde heute auf eine gesicherte Wasserversorgung vertrauen und auch stolz darauf sein.

Dass das ortseigene Wasser nach Aussage von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger inzwischen beste Mineralwasserqualität verspricht, hat den Ortschaftsrat – noch unter Ortsvorsteher Kurt Müller – nicht vergessen lassen, wie schwierig die Versorgung mit Trinkwasser für die kleinen Gemeinden auf dem Höhenrücken des Odenwaldes einst war.

Solch ein Beispiel ist die Aufstellung von Hinweisschildern auf das Quellgebiet der Mud und die ,,Hohebuschquelle“ aus der Mudau, aus der man über viele Jahre hinweg Trinkwasser erhielt.

Als Initiatoren dieser ersten Aktion von 1997 nennt man heute noch Erwin Müller und Artur Weimer mit ihren Mannen unter Bürgermeister Wilhelm Schwender, die damit ein Stück Mudauer Identität in Erinnerung riefen.

Die Idee eines Quellenrundweges wurde nun auch vom jetzigen Ortschaftsrat mit Ortsvorsteher Klaus Erich Schork an der Spitze freudig aufgegriffen und zusammen mit dem örtlichen Bauhof und dem engagierten Christoph Müller vor einiger Zeit realisiert.

Das außergewöhnliche bürgerschaftliche Engagement in Mudau wurde nun wieder einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, indem der interessierte Wanderer mittels neuen Hinweisschildern auf die historischen Gegebenheiten von Quellen und Brunnen aufmerksam gemacht wird.

So erfährt man auch, dass die Mudauer Gemarkung im Gewann ,,Hohebusch“ mit 527 Meter über d.M. seine höchste Höhe zu verzeichnen hat. Hier ungefähr zwischen den Straßen nach Scheidental und Schloßau liegt auch das Quellgebiet der Mud, der die heutige Gemeinde Mudau ihren Namen zu verdanken hat.
Hier erfahren die interessierten Wanderer auch, dass damals die Seequelle und die Waldquelle als ,,Hohe-Busch-Quelle“ neu gefasst wurden und über diesen Hochbehälter und Holzleitungen Mudau mit Trinkwasser versorgten. Über 60 Jahre lang war der Hohe Busch Wasser-Mittelpunkt und noch heute ist dieser alte Hochbehälter zuständig für die Brunnen im Ort, die Freizeitanlage Weller und die Sportplatzbewässerung.
Geht man den Quellenrundweg weiter kommt man zum 1997 errichteten Wasserwerk ,,Stallenbirken“, im direkten Anschluss an den 1953 gebauten neuen Hochbehälter. Hier vereinen sich die mittlerweile vier neuen Tiefbrunnen der Gemeinde, deren Wasser ohne chemische Aufbereitung, lediglich mechanisch entsäuert, an den Verbraucher abgegeben wird.
An einer weiteren Station wird die Altersbestimmung der Tiefbrunnenwässer angeführt und auf die Oberflächenwasserquelle am Hohen Busch eingegangen. Der Wanderer erfährt auch, dass die Geschichte der Tiefbrunnen bereits auf Bürgermeister Erich Bucher und den Geologen Dr. Ernst Becksmann zurück zu führen ist. Vor allem letzterem ist es zu verdanken, dass sich schon die beiden ersten Bohrungen der Tiefbrunnen in Richtung Langenelz erfolgreich gestalteten.

Der Mudauer Quellenrundweg ist daher für jeden landschaftlich und historisch interessierten Wanderer auch eine gelungene Möglichkeit, sich über die Bedeutung von Trinkwasser als Lebensmittel bewusst zu werden.

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