Großer Fortschritt für die öffentliche Mobilität

An der Eröffnungsfahrt der neuen Regiobuslinie Tauberbischofsheim – Buchen nahmen die beiden Landräte, Landtagsabgeordnete, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, Vertreter der beteiligten Verkehrsunternehmen, des Verkehrsverbundes RheinNeckar sowie Bürgermeister und Kreistagsmitglieder teil. (Foto: Thorsten Haas)

Eröffnungsfahrt für Regiobuslinie zwischen Tauberbischofsheim und Buchen

Für die neue Regiobuslinie zwischen Tauberbischofsheim und Buchen fand am Freitag, 22. Februar, eine symbolische Eröffnungsfahrt statt. Daran nahmen die beiden Landräte Reinhard Frank (Main-Tauber-Kreis) und Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis), die Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und Dr. Christina Baum, Vertreter der beteiligten Verkehrsunternehmen sowie Bürgermeister und Kreistagsmitglieder teil.

Landrat Reinhard Frank sah einen großen Fortschritt für die Mobilität zwischen den beiden Kreisen. „Viele Menschen werden das neue Angebot als ‚Qualitätssprung‘ in ihrem Alltag wahrnehmen“, sagte er. Mario Köhler von der Firma Busverkehr Rhein-Neckar sprach von einer zufriedenstellenden Auslastung seit dem Start am 1. Januar. Derzeit werden auf der Linie täglich im Schnitt rund 200 Fahrgäste verzeichnet. Landtagsabgeordneter Dr. Reinhart bezeichnete eine integrierte Infrastruktur als „elementar wichtig“ für den ländlichen Raum.

Ein „wichtiges Signal“ sah Dietmar Maier von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH in der Einführung von Regiobuslinien. Es gehe darum, flächendeckend vertaktete ÖPNV-Angebote zu schaffen. Landrat Dr. Brötel setzte sich dafür ein, das neue Angebot durch viel Werbung bekannt zu machen. Schließlich erklärte Buchens Bürgermeister Roland Burger, dass das Auto in Zukunft zwar bleiben werde, man aber dennoch über neue Mobilitätskonzepte wie die Regiobusse nachdenken und sie schaffen müsse.

Bisher bestand zwischen Buchen und Tauberbischofsheim keine durchgängige Busverbindung. Fahrgäste, die beispielsweise von Buchen oder Walldürn nach Tauberbischofsheim oder umgekehrt fahren wollten, mussten in Hardheim umsteigen. Dies war aufgrund der umlaufbedingt meist langen Aufenthaltszeiten für die Fahrgäste unattraktiv. Zudem bestanden insbesondere zwischen Hardheim und Tauberbischofsheim an Samstagen, Sonn- und Feiertagen nur geringe ÖPNV-Angebote, ebenso montags bis freitags in den Abendstunden.

Auf der Strecke Tauberbischofsheim – Buchen gibt es nun erstmals umsteigefreie Busangebote im Einstundentakt. Zudem werden die Fahrzeiten bis etwa 22 Uhr am Abend ausgedehnt. Somit wird ein Einstundentakt von Montag bis Freitag von 5 bis 22 Uhr, an Samstagen von 6 bis 16 Uhr, anschließend bis 22 Uhr im Zweistundentakt, in jede Richtung erreicht. An Sonn- und Feiertagen wird grundsätzlich im Zweistundentakt in jede Richtung gefahren.

Aufgrund dieses vertakteten und zusätzlichen Angebotes wird mit einem zusätzlichen Nutzeraufkommen gerechnet. „Zudem wird der ländliche Raum zwischen der Odenwald-Madonnenlandbahn und der Tauberbahn im öffentlichen Mobilitätsangebot gestärkt und die Attraktivität des ÖPNV gesteigert“, fasste Landrat Frank zusammen. „Die Linie wird einen wichtigen Beitrag zur kreisübergreifenden Mobilität gerade von Pendlern und Schülern leisten. Die Regiobusse stellen echten Alternativen zum Individualverkehr dar, da sie in einem regelmäßigen und dichten Takt verkehren sowie großen Komfort bieten.“

Die modernen Busse sind alle mit niederflurigen Einstiegen sowie einer Klapprampe, Klimaanlage, einer Mehrzweckfläche für Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen sowie mit W-LAN ausgestattet. Es gelten die üblichen VRN-Tarife, da beide Landkreise in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert sind. Somit können alle Fahrgäste, die beispielsweise ein Maxx-Ticket, eine Jahreskarte, eine Tageskarte oder einen Einzelfahrschein des VRN haben, diese Busse nutzen.

Mit dem Förderprogramm „Regiobuslinien“, das im Jahr 2015 vom Land Baden-Württemberg aufgelegt wurde, sollen auch Unterzentren wie Hardheim oder Walldürn, die über keine Bahnanbindung verfügen, an den Schienenpersonennahverkehr in Mittelzentren wie Tauberbischofsheim und Buchen angebunden werden. Ebenso sollen die Mittelzentren von Bahnanschluss zu Bahnanschluss verbunden werden. Diese Förderinitiative griff der Neckar-Odenwald-Kreis wegen des dortigen Bedarfs auf und regte die durchgängige Regiobuslinie von Buchen nach Tauberbischofsheim an. Mit Beschluss vom 11. Oktober 2017 hat der Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Verkehr des Kreistages des Main-Tauber-Kreises der Einrichtung einer Regiobuslinie zwischen Buchen und Tauberbischofsheim zugestimmt, auch im Sinne der kommunalen Solidarität mit dem Neckar-Odenwald-Kreis.

Nach der Regiobuslinie zwischen Bad Mergentheim und Künzelsau, welche im Dezember 2016 an den Start ging, ist dies die zweite Regiobuslinie im Main-Tauber-Kreis. Im Rahmen der Ausschreibung erhielt ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, die Rhein-Neckar-Bus (BRN Busverkehr Rhein-Neckar GmbH), den Zuschlag.

Die Mehrkosten für das zusätzliche Busangebot werden zur Hälfte vom Land Baden-Württemberg aus dem Förderprogramm „Regiobuslinien“ finanziert. Die weiteren 50 Prozent haben die Landkreise als Aufgabenträger für den ÖPNV zu übernehmen. Diese werden nach den Streckenanteilen zwischen den beiden Kreisen aufgeteilt. Der Main-Tauber-Kreis hat durch die neue Regiobuslinie mit Mehrkosten von etwa 126.000 Euro im Jahr zu rechnen.

 

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