Probleme wegen Feuerwehrführerschein

04.08.10

Landrat Dr. Achim Brötel hofft auf Unterstützung durch Abgeordnete

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Freiwilligen Feuerwehren im Ländlichen Raum, also auch im Neckar-Odenwald-Kreis, aber auch die Rettungsdienste und technischen Hilfsdienst sowie der Katastrophenschutz stehen zunehmend vor einem immer größter werdenden Problem: Sie haben keine Fahrer mehr für ihre Einsatzfahrzeuge. Was Landrat Dr. Achim Brötel bereits zum wiederholten Mal thematisiert hat. In einem Schreiben an Alois Gerig als Mitglied des Deutschen Bundestags schildert er das Problem und bittet um Unterstützung für eine Bundesratsinitiative, die hier Abhilfe schaffen soll.

Zum Hintergrund: der Deutsche Bundestag hat in seiner letzten Legislaturperiode die Einführung eines sogenannten „Feuerwehrführerscheins“ beschlossen. Danach können Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren auf der Basis einer verbandsinternen Ausbildung und Prüfung Einsatzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 4,75 Tonnen fahren.

Was gerade im Ländlichen Raum aber nicht viel Sinn macht, weil hier selbst die kleineren wasserführenden Fahrzeuge der Abteilungswehren wie etwa die TSF-W ein Gesamtgewicht von sechs Tonnen und damit deutlich mehr als 4,75 Tonnen haben. Um dieses weit verbreitete und ähnliche, für die Leistungsfähigkeit wichtige Fahrzeuge fahren zu dürfen, braucht es nach der Neuregelung eine „qualifizierte Fahrberechtigung“. Die wiederum ist in „bewährten Strukturen“ mit Hilfe von Fahrlehrern und amtlich anerkannten Sachverständigen und mit nur marginalen Erleichterungen gegenüber dem „normalen“ C 1-Führerschein abzulegen, was viel Geld kostet. Da viele ehrenamtlich tätige Feuerwehrangehörige diese Kosten verständlicherweise nicht privat tragen wollen, müssten Städte und Gemeinden dafür  eintreten, um die Feuerwehren und ähnliche Dienste einsatzfähig zu halten. Nach einer Erhebung des Landratsamtes vom Sommer 2009 besteht bis zum Jahr 2014 allein im Neckar-Odenwald-Kreis ein Bedarf von rund 320 qualifizierten Fahrberechtigungen.

Vorstöße vor allem der Bürgermeister, die verbandsinterne Ausbildung und Prüfung auch auf Einsatzfahrzeuge mit einem Gewicht bis zu 7,5 Tonnen auszuweiten, sind gescheitert. Dank einer bayrischen Initiative wird sich der Bundesrat nun aber erneut mit der Thematik beschäftigen. Hier setzt Dr. Brötel an, der sehr auf die Ausweitung der bisher geltenden Regelung und damit auf eine „sinnvolle und unkomplizierte Lösung“ hofft und Alois Gerig sowie Peter Hauk MdL und Georg Nelius MdL um nachdrückliche politische Unterstützung bittet .

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