Schrubbers fegten durchs Haus

In Wagenschwend bewiesen: Männer können Frauen das Wasser reichen

(Foto: Brauch-Dylla)

Wagenschwend. (bd) Den Auftakt im Wagenschwender Dorfgemeinschaftshaus zur Musik-Comedy der Geschlechter hatten im Januar die „maenner ohne nerven“ gemacht, nun waren die „Schrubbers“ zum Nassputzen da.

Die „1. Kraichgauer (Haus-) Frauenband“, südlich des Neckars stets ausverkauft, erwies sich auch bei ihrem ersten Auftritt im Odenwald als Saal-Füller. Die kath. Frauengemeinschaft nutzte zur Verpflichtung den direkten Draht zu Schlagzeugerin Martina Sigmann, gebürtige Wagenschwenderin, die ihre „Karriere“ im heimischen Musikverein begonnen hatte. Solche Beziehungen muss man haben, denn die „Ü-40-Girlie-Band“ mit dem Motto “ Zuhören und schmunzeln!“ macht sich rar, mehr als neun Auftritte jährlich sind für allesamt „berufstätigen Hausfrauen“ nicht zu stemmen. Entern die sechs Damen zwischen 38 und 48 erst die Bühne, dann lassen sie die Doppelbelastung freudig hinter sich, zur Selbsthilfe greifen sie zu Instrument und Mikrofon und besingen ihren Alltag – mit „Texten direkt aus der Küche“ zu gängigen Hit-Melodien. Ihre Themen: Cellulite, Männer als Beifahrer, (Alp-) Traumfiguren, Schuhkauf oder der Gatte vor dem Kühlschrank – Alltagswahnsinn zwischen Beruf, Kinder chauffieren, Ehemann betreuen und Bandproben, verfehlten auch in Wagenschwend ihre Wirkung nicht. Die Kraichgauer Schwertgosch Susanne Kammerer (Keyboard/Gesang) übernahm schlagfertig die Conference, Lead-Sängerin Katja Friedrich suchte gleich Publikumskontakt. So wurde aus dem Privileg in der ersten Reihe zu sitzen für Gerhard Noe unvermittelt ein Kellnerjob. Ihn verpflichtete Friedrich vom Fleck weg sie mit Wasser zu versorgen, damit ihr die Stimme nicht erlahme. „Gerhard“ bewies mit souveräner Aufmerksamkeit, dass die Männer den Damen das Wasser reichen können, wenn sie nur wollen. Bei Susanne Kammerer wuchs der Neid, „Hardy“ schmachtete sie inbrünstig zwischen den Songs, um auch bedient zu werden.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Schrubbers fegten durchs Haus“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9695″] Ihre „Begleitmusikerinnen“ Jutta Brinkmann (Percussion und 2. Stimme), Inge Schweickert (Rhythmusgitarre), Beate Nuss (Bass) und Matina Sigmann erledigten ihren Part mehr im Hintergrund, schließlich trafen die Mädels an den Mikros und die Texte von Beginn an den Massengeschmack. Die Stücke – selbst geschriebene, pointierte Texte aus der Feder von Kammerer und Schweickert zu „geliehenen“ Melodien – lassen den BesucherInnen reichlich „deja-vu“ – Momente, Mitklatsch- und Mitsing-Gelegenheit. Auch wenn die Männer mehr abkriegen – „wie animiert man seinen Couch-Potato zu sit-ups? Fernbedienung am Knöchel festbinden!“ – bösartig wird die Kritik nie. Wenn einem der Held im Song „Traummann“ allzu sehr enttäuscht, dann liefert das nachfolgende Lied Trost; auf die Melodie von „Tränen lügen nicht“ heißt es „Schuhe kaufen gehen!“ Unter die Gürtellinie geht dann die letzte Zugabe, die Melodie dazu: „the Lion sleeps tonight“. „Besser als jede Prunksitzung!“ lautete ein häufiger Kommentar des vom ersten Takt an beifallsfreudigen Publikums. Die Schrubberinnen hatten gleichermaßen Spaß, im Internet versprechen sie schon die Wiederkehr.

Infos im Internet:
www.schrubbers.de

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