Ära beim Kreisbauernverband zu Ende

Überdurchschnittlich für den Berufsstand eingesetzt

Minister Rudolf Köberle.

von Liane Merkle

Seckach. (lm) Hochkarätige Gäste in der nahezu voll besetzten Seckachtalhalle zeigten an, dass diese Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Neckar-Odenwald-Kreis von Besonderheit geprägt war. Nach 27 Jahren in der Vorstandschaft, davon neun Jahre als 1. Vorsitzender, stand Theo Schadt nicht mehr zur Wahl.

Wie den Grußwortrednern Bürgermeister Thomas Ludwig, Rudolf Körberle als Minister für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Dr. Helmut Born als Generalsekretär des Landesbauerverbandes, Klaus Mugele als Vizepräsident des Landesbauernverbandes, dem Landtagsabgeordneten Peter Hauk und Georg Nelius sowie Landrat Dr Achim Brötel unisono zu entnehmen war, gehe damit eine wichtige Ära im Kreisbauernverband zu Ende.

Theo Schadt habe es in seiner ruhigen und überlegten Art wie kein Zweiter verstanden, Brücken zu bauen, wo man die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte. Menschlich gut und verlässlich, aber in der Sache hart, habe er sich überdurchschnittlich für seinen Berufsstand eingesetzt.

In seiner Begrüßung ging Theo Schadt dann auch auf die Probleme desselben ein und bemerkte aufgrund der Unruhen im Nahen Osten und der daraus resultierenden Preisturbulenzen im Getreidesektor, dass der globale Markt nur begrenzt einschätzbar ist. „Land- und Volkswirtschaft sind nur gemeinsam stark!“ Aus diesem Grund seien auch im vergangenen Jahr zahlreiche politische Gespräche mit den Europaabgeordneten Thomas Ulmer und Elisabeth Jeggle, dem Bundestagsabgeordneten Alois Gerig sowie den Landtagsabgeordneten Peter Hauk und Georg Nelius zwingend notwendig gewesen.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Ära beim Kreisbauernverband zu Ende“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9727″] Die Bauern müssten auf eine zielgerichtete und verlässliche Agrarpolitik vertrauen können, denn Landschaftspflege, sichere und gesunde Nahrungsmittel sowie erneuerbare Energien seien große Herausforderungen für die Zukunft. Dies bestätigte Minister Rudolf Körberle in seinen Ausführungen. Er sieht den Neckar-Odenwald-Kreis als besonderen und bedeutenden Kreis und als herausragende Region mit den durchschnittlich 53 Hektar immer noch größten Betrieben in Baden-Württemberg. „Sowohl auf Bundesebene als auch im europäischen Vergleich stehen wir sehr gut da“, betonte Köberle. Allerdings seien die landwirtschaftlichen Ziele des Europäischen Parlaments seiner Meinung nach für Baden-Württemberg unsinnig, weil man sie hier nicht nur bereits erreicht, sondern weit überschritten habe. Außerdem sollte der Kontrollwahn des Europäischen Parlaments wieder durch sinnvolle Beratung und Unterstützung abgelöst werden. Der spontane Beifall seiner Zuhörer gab ihm Recht. Und wie die ihm folgenden Grußwortredner hob er seine große Wertschätzung für den Berufsstand der Bauern in dem hauptsächlich landwirtschaftlich geprägten Neckar-Odenwald-Kreis hervor.

Wie vielfältig die Aufgaben in dieser Sparte und ihres Verbandes sind, wurde in dem ebenso kurzen wie informativen Geschäftbericht 2010 des Kreisgeschäftsführers Andreas Sigmund deutlich, den er „Bauern brauchen einen Verband“ überschrieben hatte. Schließlich vertrete der Kreisverband seine 1.317 Mitglieder und ihre 36.749 Hektar veranlagte Fläche direkt und gegenüber Behörden Gemeinden, Schulen und Bevölkerung vor Ort. Das Spektrum von Geschäftsführer Sigmund und seinen Mitarbeiterinnen Hoffert und Marker reiche von A wie Agrardiesel über H wie Hofübergabe, L wie LKK und P wie Pachtrecht bis hin zu W wie Weihnachtsbäume und Z wie Zahlungsansprüche. Im Zuge eines Seminars habe man eine Hofübergabeberatung angeboten und zusammen mit dem Landkreis und der WINO die Direktvermarkterbroschüre neu aufgelegt und die Idee einer „Odenwälder Schlemmerkiste“ in die Tat umgesetzt. In Richtung Politik mahnte Andreas Sigmund an, mehr Offenheit für die dezentrale Abwasserbeseitigung zu zeigen, wo sie finanziell für alle Beteiligten angebracht sei und für den Anbau von Weihnachtsbaumkulturen schnell eine bessere und der Landschaft sowie den klassischen Betrieben zuträglichere Lösung zu finden.

In seinem durchaus noch positiven Kassenbericht mit einem unvermeidlichen leichten Minus hatten die Kassenprüfer keine Beanstandung gefunden und der von Winfried Gruppenbacher beantragten Entlastung von Geschäftsführung und Vorstandschaft wurde auch als Zeichen des Dankes für die Arbeit einstimmig entsprochen.

Ära beim Kreisbauernverband zu Ende – (Fotos: Liane Merkle) – [nggallery id=83]

Landrat Dr. Brötel ging noch einmal auf die ausgezeichnete Qualität heimischer Produkte ein und auf die vielfältigen Aufgaben der Landwirte bevor er die Wahl zur neuen Vorstandschaft leitete, die im geschäftsführenden Teil einstimmig ausfiel wie folgt: 1. Vorsitzender Herbert Kempf (Altheim), 1. stv. Vors. Walter Leibfried (Neunkirchen), 2. stv. Vors. Alois Gerig (Höpfingen-Schlempertshof), 3. stv. Vors. Karl Gruppenbacher (Aglasterhausen). Als weitere Vorstandsmitglieder wurden mit überwältigender Mehrheit gewählt: Gernot Mohring (Lohrbach), Roland Feil (Mittelschefflenz), Albert Gramling (Merchingen), Roland Röcker (Adelsheim-Wemershof), Jürgen Bechert (Wettersdorf), Germann Hennrich (Allfeld-Assulzer Hof), Thomas Karlein (Oberwittstadt), laus Keim (Schweinberg), Bernhard Schäfer (Scheidental), Arnold Heck (Wagenschwend), Jürgen Fahrbach (Merchingen), Udo Holder (Mosbach), Steffen Helm (Neckargerach), Gerhard Häfner (Buchen). Als Delegierte zum Landesbauernverband wurde der geschäftsführende Vorstand gewählt.

Dr. Helmut Born stellte zu Beginn seines Referats „GAP-Reform und Dioxin – wie geht es für die deutschen Bauern weiter“, das beachtliche Fachwissen von MdB Alois Gerig heraus, der inzwischen einstimmig zum Obmann der CDU-Agrarier gewählt wurde. Weiter ging er auf den Futtermittelskandal ein und sprach sich für eine verschuldungsfreie Haftpflichtversicherung der Mischfutterwerke aus. Und schließlich endete der „Kreisbauerntag“ mit dem Highlight „besondere Ehrungen“.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Ära beim Kreisbauernverband zu Ende“ url=“//www.nokzeit.de/?p=9727″] Dem neu gewählten 1. Vorsitzenden Herbert Kempf oblag die schöne Aufgabe, zum einen die Verdienste von Klaus Helm, der ebenfalls nach 30 Jahren in der Vorstandschaft des Kreisbauernverbandes nicht mehr zur Wahl gestanden hatte, mit einer Ehrenurkunde zu würdigen. Und zum zweiten seinen Vorgänger im Amt nach einstimmigem Votum zum „Ehrenvorsitzenden“ zu ernennen. Klaus Mugele, Vizepräsident des Landesbauernverbandes“ schloss sich bei Klaus Helm ebenfalls mit der Ehrenurkunde an und unter stehenden Ovationen aller anwesenden Gäste mit der Verleihung der Goldenen Ähre an Theo Schadt, der mit ruhiger und überlegter Art seit 1984 als Vorstandsmitglied, seit 1987 im geschäftsführenden Vorstand, seit 2001 als Obmann für Haßmersheim und seit 2002 als bodenständigen und tief in Neckar-Odenwald-Kreis verwurzelten Theo Schadt war dieses Amt „nichts Besonderes, sondern eine Selbstverständlichkeit“. Das wurde auch in seinen abschließenden Dankesworten an alle, die ihn während seiner Vorstandstätigkeit begleitet haben, deutlich.

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