Kommunisten ins Schloss geholt

Bettler, Diebe und Huren in Zwingenberg

(Foto: privat)

Zwingenberg. (bnc) Nein, so etwas gab es in Zwingenberg noch nicht: „Mit der Dreigroschenoper holen wir die Kommunisten in den Schlosshof“, hatte Festspielintendant Karsten Huschke bei der Pressekonferenz vor Saisonbeginn scherzhaft erklärt. Und in der Tat wird die dritte große Produktion der diesjährigen Schlossfestspiele im diametralen Gegensatz zur romantischen Oper und der volkstümlichen Operette stehen, die am vergangenen Wochenende die Spielzeit eröffneten.

Am Samstag, 13. August, 20 Uhr, feiert die „Dreigroschenoper“ – ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern von Bertolt Brecht und Kurt Weill – Premiere auf dem Schloss. Als größter Theatererfolg der Weimarer Republik gefeiert, 1933 von den Nazis verboten und gemeinsam mit Brechts übrigem Werk verbrannt, wurde das Stück nach dem Krieg zu einer der größten Erfolge der Theatergeschichte überhaupt. In Anlehnung an John Gays 1728 entstandene „Beggars‘ Opera“, hat Brecht hier seine eigenen zentralen Themen verarbeitet: die Korrumpierbarkeit des Menschen durch Macht, die soziale Verrohung und eine als unmenschlich empfundene Gesellschaftsordnung.
Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Kommunisten ins Schloss geholt“ url=“http://www.NOKZEIT.de/?p=14828„] „Die Bettler betteln, die Diebe stehlen, die Huren huren“, steht über dem Vorspiel. Es folgt: der weltberühmte Song von „Mackie Messer“. Macheath und seine Gangster-Gang teilen sich die Macht im zwielichtigen Milieu von Soho unter anderem mit dem frömmlerischen Bettlerkönig Peachum, der seinerseits ein Heer von elenden Gestalten ausbeutet. Als Peachums Tochter Polly Macheath nächtens heimlich in einem Pferdestall ehelicht, beschließt der Herr der Bettler, ihn an den Galgen zu bringen.

„Die Menschen des Stücks sind alle in der untersten Schicht gefangen – in ihrem moralischen Verhalten spiegeln sie allerdings die Gesellschaft insgesamt“, sagt Regisseur André Wittlich. In der Musik zum Stück verschmelzen die verschiedensten Musikstile zu einer neuen Synthese: Kabarett-Chansons mischen sich mit Tanzmusik und Elementen aus Jazz, Revue und Oper. Als „Peachum“ ist André Eckert zu erleben. Seine Tochter Polly wird von Evelyne Wehrens verkörpert. Gangsterboss Macheath ist Klaus Michalski.

Unter der Leitung von Karsten Huschke spielt eine Combo des Festspielorchesters, es singen Mitglieder des Festspielchors.

Info: weitere Termine: 17. Und 19. August, 20 Uhr. Auch für allen anderen Vorstellungen gibt es noch Karten!

Infos im Internet:
www.schlossfestspiele-zwingenberg.de

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