Romantik, Realismus, Revolution

Tag des offenen Denkmals am 11. September

Die Stiftskirche. (Foto: privat)

Mosbach. (we) „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“, so das Thema des diesjährigen Tags des offenen Denkmals, der am Sonntag, dem 11. September zum Besuch verschiedener historische Gebäude und Sehenswürdigkeiten einlädt. Neben der Stifts- und der St. Juliana Kirche, dem Tempelhaus sowie der Gutleutanlage, die jedes Jahr teilnehmen, öffnen 2011 auch der Bismarckturm, die Villa Hübner u. v. m. ihre Pforten für Interessierte.

Die evangelische Stiftskirche und die katholische St. Juliana, zwei Kirchen, zwei Konfessionen, jedoch baulich miteinander verbunden, laden an diesem Tag von 11 – 18 Uhr zum Besuche. Von 13 – 13:30 Uhr führt Monsignore Klaus Bader alle Interessierten durch das spätgotische Bauwerk des katholischen Teils, in dem unter anderem das Grabdenkmal der 1444 verstorbenen Pfalzgräfin Johanna in Form eines Bronzereliefs aufgestellt ist. Im evangelischen Teil wird nur eine Stunde später um 14 Uhr von Herrn Dr. Rainer Koepke, viel Wissenswertes über die Aspekte der Denkmalpflege im 19. Jahrhundert, die damit verbundenen baulichen Veränderungen sowie ein Überblick zur Bautenstehung berichtet.

Das Tempelhaus im Stadtteil Neckarelz, das mit barocken Heiligenfiguren, gotischen Maßwerkfenster, mittelalterlichen Schlitzfenster und Schießscharten aufwartet, war wahrscheinlich eine staufische Tiefburg. Das Gebäude, für das keltische sowie römische Ursprünge vermutet werden war von 1300 bis 1350 im Besitz des Johanniterordens. Das Tempelhaus öffnet seine Türen von 13 – 18 Uhr und bietet zu jeder vollen Stunde eine Führung durch Horst Uhl an.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Romantik, Realismus, Revolution“ url=“http://www.NOKZEIT.de/?p=14855„] Die Gutleutanlage, bestehend aus dem Gutleuthaus, dem Elendshaus und der Gutleutkapelle, zählt zu den besterhaltenen ihrer Art in Baden-Württemberg. Während der Außenbau recht schlicht gehalten ist, finden sich an den Wänden des Kirchenschiffes und an der Decke des Chores der Kapelle wertvolle Wandmalereien. Eine Besichtigung und Führung der Gutleutanlage sowie des angrenzenden Friedhofs werden um 16 Uhr von der Gästeführerin Magdalena Putze angeboten. Die Dauer beider Führungen beträgt insgesamt ca. 1 – 1,5 Stunden.

Der Klostergarten im Lohrtalweg ist eigentlich nicht historisch. Er entstand anlässlich der Landesgartenschau im Jahr 1997. Neben seiner Hauptfunktion als „nachwachsende Apotheke“ – mehr als 200 Heilkräuter sind hier versammelt – wurden auch Blumen angepflanzt, deren Symbolik und Schmuckfunktion ebenso bedeutend für das klösterliche Leben waren wie die Heilkraft der Kräuter. Die einstündige Führung, die Apothekerin Dr. Andrea Schunk übernimmt, beginnt um 13 Uhr direkt im Klostergarten.

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Villa Hübner. (Foto: privat)

Die Villa Hübner ist ein typisches Beispiel für die Wohnsituation wohlhabender Unternehmer im 19. Jahrhundert. Die Brauereifamilie Hübner, 1878 nach Mosbach gekommen, etablierte sich in der „Gründerzeit“ schnell als einflussreiche Familie in der Stadt. Von 1900 bis 1902 ließ der Bierbrauer und Firmengründer Heinrich Hübner sein Wohngebäude im Stil des Historismus in exponierter Lage mit Blick auf die Stadt errichten. Mit dem Verkauf der Brauerei im Jahre 1980 verlor die Villa ihre Funktion. Heute befindet sich in diesem prachtvollen Bau die Kanzlei des Steuerberaters Jürgen Schabinger, der von 9 – 12 Uhr die Tür für Besucher öffnet.

Der Bau des Bismarckturms am Hamberg wurde Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang 20. Jahrhundert vom Odenwaldclub angeregt und nur kurze Zeit später vom Mosbacher Architekten Ph. Fleischmann, entworfen. Als Material für den zehn Meter hohen Turm mit quadratischem Grundriss wurde roter und graugrüner Sandstein sowie blauer Kalkstein verwendet. Die oben aufgesetzte Feuerpfanne, die auf einem zwei Meter hohen schmiedeeisernen Gestell befestigt ist, wurde damals zur Sommersonnenwende befeuert. Die Besichtigung und Führung, die am Segelflugplatz „Schreckhof“ beginnt und am Bismarckturm endet, wird von Werner Messner um 13.30 Uhr durchgeführt. Die Dauer beträgt ca. eine Stunde.

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